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Frisches Gemüse für den Mittagstisch

Wismar Frisches Gemüse für den Mittagstisch

Internationales Studentengartenprojekt spendet erste Ernte für „Leib und Seele“ in St. Nikolai

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Eine große Ernte für den guten Zweck: Roman Fernholz und Ronny Kleuckling (beide 5. Semester BWL), mit Mohammad Pirhadi (2. Semester Architektur), Sabrina Lampe (Hochschulmitarbeiterin), Martin Brumm (4. Semester Architektur Master) und Feras Hanoun (18 Jahre alt, Flüchtling aus Syrien, v. l.).

Quelle: Fotos: Nicole Hollatz

Wismar. Eine schöne Geste: Mit der ersten großen Ernte aus zwei Gärten sind einige der Teilnehmer des Projektes „Garten für alle“ zum „Mittagstisch für Leib und Seele“ für Bedürftige in St. Nikolai gekommen. Frischer Mangold, rote Beete, viele richtig große Kartoffeln, leckere Gurken, Tomaten, ein Kohlrabi und etwas Meerrettich. Aus den Zutaten zauberten einige der studierenden Hobbygärtner einen frischen, sehr bunten Salat. Zum Glück war auch BWL-Student Ronny Kleuckling dabei, als gelernter Koch wusste er, was mit dem Mangold gemacht werden muss.

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Internationales Studentengartenprojekt spendet erste Ernte für „Leib und Seele“ in St. Nikolai

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„Blanchieren und dann abschrecken, dann schön klein schneiden“, gab er in der Kirchenküche die Anweisungen an seine Mitstudenten.

Im Frühling startete das Gartenprojekt. Das gemeinsame Gärtnern verbindet seitdem die verschiedenen Hochschulfakultäten und Herkunftsländer. 50 junge Menschen aus Deutschland, Tunesien, dem Iran, Neuseeland, aus Syrien, Indien, China, Indonesien, Nigeria, Mexiko und der Slowakei – Studierende, Austausch- und Gaststudenten, junge Flüchtlinge und damit zukünftige Studenten sorgen dafür, dass es in zwei Wismarer Gärten grünt und blüht.

Das internationale und interdisziplinäre Projekt „Garten für alle“ verbindet die jungen Menschen über die Grenzen des Studienganges und des eigenen Herkunftslandes hinaus. „Unsere Studierenden werden einmal international arbeiten“, erklärt Dr. Marcus Hackel von der Fakultät Gestaltung der Hochschule Wismar den wichtigen Hintergrund.

Das, was später im Berufsleben in großen Unternehmen praktisch klappen muss, können sie nun im Kleinen üben: Über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg gemeinsam etwas anpacken, Lösungen finden und miteinander kommunizieren. Professor Hackel schmunzelt über die schmutzigen Hände: „Studierende arbeiten sonst eher auf dem Papier, jetzt sollen sie etwas praktisch mit den Händen machen.“

Innenarchitektur- und Architekturstudenten, Wirtschaftsrechtler, Betriebswirtschaftsstudenten, Maschinenbaustudenten und angehende Bauingenieure arbeiten zusammen, lernen die Herangehensweise der anderen kennen. „Das Projekt bringt Abwechslung, der soziale Aspekt ist sehr interessant“, erzählt Roman Fernholz, BWL-Student, als er mit Mohammad Pirhadi, einem Architekturstudenten aus dem Iran, etwas zurechtsägt.

„Man lernt neue Leute kennen“, sagt Aladin Ben Elkahla, Masterstudent aus Tunesien. „Es entstehen private Gespräche“, erzählt er weiter und schmunzelt: „An der Hochschule arbeitet man ja meist nur am Computer, etwas zu pflanzen ist schon was anderes.“ Geld für Pflanzen oder Baumaterial haben die Studierenden nicht. Sie recyclen, sammeln Pflanzenspenden, Steine aus Abbruchhäusern, altes Holz, suchen Sponsoren. Auch ein Aspekt des Projektes: aus wenig oder nichts mit Arbeit und Kreativität etwas machen.

Ausrangierte Förderbänder aus dem Wismarer Egger-Werk wurden zur Dachabdeckung für eines der Gartenhäuschen. „Der Kontakt untereinander ist für alle eine Bereicherung“, erzählt Student Martin Brumm, einer der Hauptakteure in den Gärten. Hackel: „Die Mehrsprachigkeit ist eine schöne Erfahrung, man findet eine gemeinsame Ebene.“ Die Schwellenangst vor der Fremdsprachigkeit verschwindet, für alle Nationen. „Man lernt, mit Händen und Füßen zu kommunizieren“, sagt Roman Fernholz lachend.

International

8749 Studierende gibt es an der Hochschule Wismar. 2141 davon sind im ersten Fachsemester. Davon kommen 298 aus dem Ausland. Den prozentual höchsten Anteil der ausländischen Studierenden haben die der Fakultät Gestaltung – von 231 Studenten im ersten Fachsemester kommen 81 aus anderen Ländern. Bei der Fakultät Wirtschaftswissenschaften sind es 96 von 459, bei den Ingenieurwissenschaften 45 von 238. Von den 8749 Studenten kommen insgesamt 891 Menschen aus dem Ausland, die meisten davon aus dem asiatischen Raum und aus Europa, fünf sogar aus Australien.

Nicole Hollatz

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