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Wismar Fünf Welpen in Plastiktüte ausgesetzt
Mecklenburg Wismar Fünf Welpen in Plastiktüte ausgesetzt
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00:01 10.10.2017
Die Hunde haben vorerst ein Zuhause gefunden. Manuela Stolze päppelt die Welpen in ihrem Haus in Karow bei Dorf Mecklenburg auf. FOTOS (2): NORBERT WIATEREK
Wismar/Dorf Mecklenburg

„Es ist einfach unfassbar, mir fehlen die Worte. Wie kann man nur so skrupellos sein“, fragt Manuela Stolze. Die 36-Jährige nahm in ihrem Haus in Karow spontan fünf Welpen auf. Zwei junge Männer hatten die Tiere, die vermutlich am Freitag vergangener Woche geboren worden waren, Sonntagmittag am Strand in Wismar-Hoben gefunden. Die drei Rüden und zwei Hündinnen mit dunklem Fell steckten in einer Plastiktüte, die Nabelschnüre der Tiere hatten sich noch nicht vollständig zurückgebildet.

Junge Männer finden Hunde am Strand in Hoben / Tierschützerin kümmert sich um das Quintett

Nach einer kurzen Zwischenstation mit medizinischer Versorgung im Tierheim in Dorf Mecklenburg haben die Welpen, deren Rasse noch unbekannt ist, nun ein vorläufiges Zuhause gefunden. Manuela Stolze kümmert sich liebevoll um die Kleinen, die keinen guten Start ins Leben hatten. „Sie müssen rund um die Uhr versorgt werden. Alle zwei bis zweieinhalb Stunden bekommen sie das Fläschchen – auch nachts“, erklärt die Tierschützerin. „Gut, dass ich dabei von meiner Jule unterstützt werde.“ Auch die fünf Jahre alte Hündin sorgt sich um die tapsigen Welpen, die es sich auf einer kuscheligen Decke gemütlich gemacht haben. Jule schleckt die Kleinen nach dem Milchtrinken gründlich sauber.

„Ich kann nicht verstehen, dass man die neu geborenen Hunde einfach in einem Müllbeutel steckt und ihrem Schicksal überlässt“, sagt Stolze. Die Erzieherin hat schon mehrere Tiere aus dem Heim in Dorf Mecklenburg aufgenommen, darunter auch die Hündinnen Jule und Lilly. „Man kann die kleinen Lebewesen doch im Tierheim abgeben, ohne Ärger zu bekommen. Oder noch besser, man passt auf, dass die Hündin nicht trächtig wird.“ Auch Doreen Kuhn ist geschockt über das Schicksal der Welpen. „Hunde auszusetzen, dazu noch in einer Plastiktüte, das geht gar nicht“, so die ehrenamtliche Tierheimleiterin.

„Dies ist wirklich das Allerletzte!“ Doreen Kuhn dankt Manuela Stolze für die Hilfe und fügt hinzu: „Ich kann mich nicht erinnern, dass in den letzten fünf Jahren so kleine Hunde bei uns im Tierheim abgegeben wurden.“ Nun sollen die Welpen, die am Sonntag gut genährt aussahen und jetzt wieder einige Gramm mehr auf die Waage bringen, in Karow gepflegt werden. „Wenn sie älter und geimpft sind, wollen wir sie an neue Besitzer vermitteln.“

Meike Gutzmann, Vorsitzende des Tierschutzvereins Wismar und Umgebung, macht sich Sorgen um die Welpen. Denn es sei nicht gewiss, ob die Babys ohne ihre Mutter lebensfähig sein werden. Aber auch das Muttertier sei möglicherweise in Gefahr. „Nicht nur, dass es psychisch leidet, weil es seine Welpen vermisst und suchen wird. Auch das Gesäuge kann sich durch den Milchstau entzünden und muss behandelt werden“, sagt Meike Gutzmann. Sie kündigt eine Anzeige beim Veterinäramt an und bittet um Hinweise zu dem Fall, die vertraulich behandelt werden. „Vielleicht hat sich schon ein Tierarzt die Mutter der Welpen angesehen.“

Norbert Wiaterek

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