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Fünfköpfige Familie immer noch ohne Wohnung

Bad Kleinen Fünfköpfige Familie immer noch ohne Wohnung

Wegen einer fehlenden Rückstauklappe in der Abwasserleitung verloren Sandra Friemann und Andy Kratzki mit ihren drei Kindern fast ihr komplettes Hab und Gut.

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Andy Kratzki fängt mit seiner Familie wieder bei Punkt null an.

Quelle: Peter Täufel

Bad Kleinen. Vier verschiedene Wohnungen in nicht einmal acht Wochen und dazu noch in drei unterschiedlichen Kommunen. So sahen die Ferien der zwölfjährigen Tochter von Sandra Friemann und Andy Kratzki in diesem Jahr aus. Zwar haben sie und die beiden Geschwister nun endlich bald eine neue, dauerhafte Wohnung, doch noch ist die im Rohbau.

„Einige Tage wird das wohl noch dauern, bis alles tapeziert und gefliest beziehungsweise das Laminat verlegt ist. Und einrichten können wir die Wohnung auch erst, wenn alles trocken ist“, sagt die 30-Jährige. Sie hält ihren nunmehr 13 Wochen alten Sohn auf dem Arm. „Als das mit der Überschwemmung am 5. Juli passiert ist, war er gerade sechs Wochen alt. Seitdem ziehen wir von einer Ferienunterkunft in die nächste und jedes Mal kostet die Nacht 50 Euro!“ Lange halten sie das nicht mehr durch, beide gehen zurzeit keiner Arbeit nach.

Hinzu kommt, dass die junge Familie für August schon die Miete der neuen Wohnung zahlen muss, das Arbeitsamt aber noch an den ehemaligen Vermieter gezahlt hat. Gegen den erheben Friemann und Kratzki indes schwere Vorwürfe: Er soll noch intaktes Mobiliar, das sie bei ihm in einer Lagerhalle untergestellt haben, nicht rausrücken. Ferner sollen dessen Arbeiter beim Räumen der mit Abwasser und Fäkalien verunreinigten Kellerwohnung auch das selbstverständlich noch brauchbare Geschirr mit entsorgt haben. Auch auf die bei ihrem Einzug im Oktober gezahlte Kaution in Höhe von 1200 Euro würden sie noch warten. „Damit wollen wir eigentlich die Kaution für unsere neue Wohnung bezahlen. Woher sollen wir sonst soviel Geld herkriegen?“, fragt die dreifache Mutter.

Auf OZ-Nachfrage bei einem Mitarbeiter der Immobilienfirma bestreitet er die Sache mit den Möbeln. Und zur Rückzahlung der Kaution heißt es nur lapidar: „Laut Gesetz können wir die Kaution bis zu sechs Monaten einbehalten. Wegen der Nebenkostenabrechnung.“

Dann ist da noch die Frage des Schadenersatzes: Laut Schmutzwassersatzung des zuständigen Zweckverbandes Wismar hätte der Eigentümer eine Rückstauklappe einbauen müssen, da er die Abwässer dieser Wohnung unterhalb der Straßendecke in die Kanalisation einleitet. Doch Andy Kratzki hat wenig Hoffnung: „Bisher wurde ich immer abgewimmelt. Der will nicht zahlen. Da muss ich wohl zum Rechtsanwalt und das Geld einklagen“, sagt der Familienvater. An Hilfe von den Behörden hat die Familie laut Aussage bisher einen Bekleidungsgutschein und einen für die sogenannte Erstausstattung bekommen.

Für die zwölfjährige Tochter heißt es seit gestern wieder, die Schulbank zu drücken in der Regionalschule Bad Kleinen. Weil Eltern und Geschwister aber noch in einer Ferienwohnung in Wismar leben, schläft sie solange bei einer Freundin im Ort. Damit sie wenigstens morgens pünktlich zum Unterricht kommt.

 



Peter Täufel

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