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Wismar Für 1,7 Millionen Euro: Kreuz Wismar wird sicherer
Mecklenburg Wismar Für 1,7 Millionen Euro: Kreuz Wismar wird sicherer
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00:28 08.05.2018
Die Baustelle am Autobahnkreuz Wismar ist etwa einen Kilometer lang. Unter anderem wird die Auffahrt verbreitert, Einfädelspur und Wildtierzaun verlängert. Ab Ende Juni soll der Verkehr wieder ohne Einschränkungen rollen. Quelle: Fotos: Michaela Krohn (2), Andreas Meyer (1)
Wismar

1,7 Millionen Euro für 50 Zentimeter – ganz so einfach ist die Rechnung zwar nicht. Grob zusammengefasst beschreibt sie aber doch, was zurzeit auf der Baustelle am Autobahnkreuz Wismar passiert. Die Rampe zwischen der A14 aus Wismar und von der Insel Poel kommend in Richtung Lübeck auf die A 20 wird verbreitert. Die Bauarbeiten hatten bereits im Herbst begonnen (die OZ berichtete). Weil diese Stelle, also die Auffahrt, aber als Unfallschwerpunkt eingestuft wurde, wird sie nun verbreitert. „Die Kurve wird entschärft“ – so erklärt es Kerstin Möller, die für die Bauüberwachung auf der Baustelle zuständig ist.

Zufahrt von der A 14 auf die A 20 in Richtung Lübeck wird verbreitert

Bauarbeiten bis Ende Juni

Bis 29. Juni bleibt die Rampe von der A 14 aus Wismar in Richtung Lübeck noch gesperrt. Die Bauarbeiten haben bereits im Oktober 2017 begonnen.

Hauptsächlich wird die Nordwestrampe mit Wildtierdurchlass ausgebaut.

Die Umleitung führt durch das Autobahnkreuz.

Neue Rampe soll Unfälle und Aquaplaning verringern

Die ursprüngliche Breite der Rampe betrug einmal rund 8,5 Meter, die alte Fahrbahn wurde aber schon heruntergenommen. Laut Bauplan wird die neue Rampe neun Meter breit und um etwa eine Spurbreite nach rechts versetzt werden. Hinzu kommt, dass das Gefälle verlegt wird. Gleichzeitig muss damit auch die Entwässerung neu konstruiert werden. All diese Faktoren zusammen sollen dafür sorgen, dass an dieser Stelle künftig weniger Unfälle passieren und auch die Gefahr von Aquaplaning vermindert wird.

„Man muss immer von extremen Wetterlagen ausgehen. Das Entwässerungssystem muss es auch schaffen, viel Regen in kurzer Zeit zu bewältigen“, sagt Bauwart Thomas Hilbert vom Ingenieurbüro Plass und Engel aus Rostock.

Dafür musste auch der Boden ausgetauscht werden. „Der ursprüngliche Boden war für die neue Rampe nicht brauchbar“, erklärt Hilbert.

2011 kam es zu 16 Unfällen am Autobahnkreuz

„2016 hatten wir an der Stelle drei Verkehrsunfälle. Bei zwei Unfällen wurden Personen leicht verletzt“, berichtet Jessica Lerke, Sprecherin der Polizeiinspektion Wismar. 2017 gab es nur zwei Unfälle. Aber: „Noch im Jahr 2011 kam es an dieser Stelle zu 16 Verkehrsunfällen“, sagt die Polizeisprecherin.

„Die Auffahrt soll nun komfortabler und sicherer für die Autofahrer werden", betont Ronald Normann, Leiter des zuständigen Straßenbauamtes mit Sitz in Güstrow. Normann bekräftigt auch: „Wir liegen mit der Baustelle gut in der Zeit.“

Leichteres Passieren für Schwerlasttransporter

Auch für Schwerlasttransporter soll es künftig einfacher werden, die Rampe zu nutzen. Bislang galt sie als recht eng, lediglich Tempo 40 war erlaubt. „Das ist schon eher ungewöhnlich wenig für Auf- und Abfahrten", sagt Bauüberwacherin Kerstin Möller.

Die Arbeiten sind aufwendig. Damit die Rampe überhaupt verbreitert werden kann, muss zunächst Stück für Stück der neue Damm aufgeschichtet werden. Dafür sind gleich mehrere Bagger und Lkw im Einsatz, die das Material entlang der knapp einen Kilometer langen Baustelle verteilen. „Wir können nicht einfach alles auf einmal aufschütten, denn dann kann der Kies nicht ausreichend verdichtet werden.

Nach jeder Schicht fährt erst die Walze drüber“, erklärt Kerstin Möller. Der nächste Schritt ist dann das Auftragen der sogenannten Schotter-Frost-Schicht.

Wildtierdurchlass und Zaun wurden verlängert

Auch der Wildtierdurchlass – ein Tunnel, der unter der Autobahn 20 kurz nach dem Kreuz in Richtung Lübeck hindurchführt – wurde verlängert. Denn: Nicht nur die Rampe wird verbreitert, „wir verlängern gleichzeitig auch die Einfädelspur auf die Fahrbahn“, erklärt Kerstin Möller. Auch der Schutzzaun, der Wildtiere – vor allem Wildschweine – von der Autobahn fernhalten soll, wurde verlängert und für die Zeit der Bauarbeiten ein paar Meter nach hinten versetzt. Zudem müssen neue Fernmeldekabel für die Notrufsäulen verlegt werden.

Ende Mai, Anfang Juni soll die Asphaltdecke aufgetragen werden. „Dann müssen noch Schutzplanken, Pfosten, Markierungen und die Beschilderung installiert werden“, sagt die Expertin.

Bis Ende Juni müssen sich Autofahrer aber noch gedulden. Dann erst sollen alle Arbeiten abgeschlossen und die Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 60 auf der A20 auf Höhe der Baustelle verschwunden sein.

Michaela Krohn

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