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Für Wismarer Ehepaar ist im Winter bestes Badewetter

Wismar Für Wismarer Ehepaar ist im Winter bestes Badewetter

Susanna und Günther Patzig sind beim Eisschwimmen erfolgreich

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Susanna und Günther Patzig begeistern sich fürs Eisschwimmen.

Wismar. Minus 10 Grad Celsius Lufttemperatur, ein bis zwei Grad kaltes Wasser: Eisbaden ist nur etwas für Hartgesottene. Und Eisschwimmen ist etwas für gut Trainierte. So wie für Familie Patzig aus Wismar. Ohnehin schon engagierte Hobbysportler und DLRG-Schwimmer, hörten sie vor zwei Jahren einen Vortrag des Extremschwimmers Christof „Wandi“ Wandratsch. Der mehrfache Weltmeister und beispielsweise schnellster Deutscher bei der Durchquerung des Ärmelkanals sprach über das Thema Eisschwimmen. Schwimmen im Wasser mit weniger als fünf Grad Wassertemperatur.

OZ-Bild

Susanna und Günther Patzig sind beim Eisschwimmen erfolgreich

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„Eine neue Herausforderung“, erzählt Susanna Patzig. Vom Profi „infiziert“, begann das Bauingenieurs-Paar im September 2015 mit dem Training. Wenn das Wasser noch angenehme Temperaturen hat. „Man kann nicht von Null auf Hundert und einfach im Winter ins Wasser springen und los schwimmen“, erklärt Dr. Günther Patzig. Denn im Unterschied zu denen, die nur kurz ins Eiswasser tauchen, schwimmen Susanna und Günther Patzig bis zu 1000 Meter. Nicht im Neoprenanzug, sondern mit Badehose, Schwimmbrille und Badekappe. Retter wissen, bei solchen Wassertemperaturen wird es für Untrainierte nach vier, fünf Minuten lebensgefährlich. Deswegen das Training jeweils ab September, das langsame Gewöhnen des Körpers an das immer kühler werdende Gewässer. Zwei, dreimal die Woche schwimmen sie zusammen im Neuklostersee. Wenn der zufriert, schwimmen sie in der Ostsee. „Wenn man den Körper so trainiert, ist es am Ende nur noch Überwindung“, lacht Günther Patzig.

Trotz des Trainings: „Ab 300, 400 Metern hat man keine Hände mehr, die Füße sind dann nur noch Klumpen.“ Die 1000 Meter ist Susanna Patzig in diesen Winter erstmals geschwommen. Fast 20 Minuten schwamm sie dafür im Eiswasser. Erfolgreich: In Burghausen im Januar war die 58-Jährige die Zweitschnellste bei den offenen deutschen Meisterschaften, vor wenigen Tagen war sie die Schnellste in Katowice bei den offenen polnischen Meisterschaften im Eisschwimmen auf der Strecke von 500 Metern. „Man geht ins Wasser, steht auf der vereisten Holzleiter und wartet auf das Startkommando. Man spürt die Kälte durch die Wettkampfatmosphäre erst einmal nicht“, erzählt Susanna Patzig. „Aber das kommt, das Frieren. Zehn Minuten nach dem Rauskommen aus dem Wasser beginnt der Körper, sich warm zu zittern“, erzählt sie weiter. „Der Körper muss sich warm zittern“, erklärt ihr 59-jähriger Mann. Manche machen den Fehler, dann mit warmen Wasser oder Bewegung wie Laufen die „gefrorenen“ Hände oder Füße schnell wieder auftauen wollen. „Dann besteht die Gefahr, dass das sehr kalte Blut aus den Händen und Füßen ins Herz kommt“, warnt er. Also: raus aus den nassen Badesachen, rein in den Bademantel, Decken und Winterschuhe – nicht mit Schnürsenkeln, das schaffen die Finger nicht! – und auf der Sitzheizung im Auto oder in einem warmen Raum langsam wieder akklimatisieren.

Genauso wichtig, so Familie Patzig: „Nie alleine ins Eiswasser gehen, wir gehen immer mindestens zu zweit und ziehen immer eine Rettungsboje hinter uns her!“

Nicole Hollatz

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