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Wismar Für ein Jahr in den Nahen Osten
Mecklenburg Wismar Für ein Jahr in den Nahen Osten
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00:00 09.06.2016
Nach der Schule ist vor der Schule: Nach der Zeit in Dorf Mecklenburg wird Joachim Berg diese arabische Schule als Helfer in seinem freiwilligen Jahr besuchen. Fotos (3): privat

Zwölf Jahre Schule, und was dann? Hunderte Jugendliche stehen in diesen Tagen vor der Frage. Ausbildung, Studium oder doch etwas anderes. Zum Beispiel Work and Travel (Arbeiten und Reisen) in Australien, als Au-Pair Kinder betreuen in einer Gastfamilie im Ausland, mit einem FSJ (freiwilliges soziales Jahr) neue Erfahrungen in Deutschland oder in der Welt sammeln?

Der Dorf Mecklenburger Joachim Berg absolviert nach dem Abitur ein freiwilliges soziales Jahr

Joachim Berg hat auch lange überlegt. Sein Entschluss steht fest: „Ich gehe für ein Jahr ins Ausland, um ein freiwilliges soziales Jahr zu absolvieren“, sagt der Gymnasiast aus Dorf Mecklenburg.

In welches Land er geht, möchte er nach Rücksprache mit der Entsendeorganisation, einem Christlichen Hilfswerk aus Sinsheim in Baden-Württemberg, ungerne sagen und erklärt dies mit der politisch instabilen Lage in einigen arabischen Staaten Vorderasiens und Israel, die zum Nahen Osten zählen.

Sein Antrieb? „Es gab mehrere Gründe. Nach so vielen Jahren Schule möchte ich etwas anderes machen, möchte andere Kulturen und fremde Leute kennenlernen. Ich bin Christ und möchte anderen Leuten mit meiner Nächstenliebe helfen.“

Mitte September geht es los. Bis dahin beschäftigt er sich viel mit Land und Leuten und will ein bisschen Arabisch lernen. Sein Engagement will der Schüler der Kooperativen Gesamtschule Dorf Mecklenburg an einer internationalen Schule einbringen. „Ich werde zum Beispiel bei der Betreuung der Hausaufgaben helfen oder auch bei Sportangeboten oder bei handwerklichen Tätigkeiten“, sagt der Fußballer, der für die 1. Männermannschaft vom Mecklenburger SV kickt. Sicherlich kann Joachim auch sein zweites Hobby in der fremden Umgebung zur Geltung bringen, denn seit einigen Jahren spielt er Saxofon.

Und was sagen seine Eltern? „Die finden das gut und unterstützen mich. Vielleicht werden sie mich besuchen kommen“, so der 18-Jährige. Zu Hause wird es deutlich ruhiger werden. Denn sein Zwillingsbruder Matthias zieht es ebenfalls in die Ferne. Er geht auf die Philippinen. Seine größere Schwester Kathrin studiert Medizin in Rostock, sein jüngerer Bruder Michael (13) hält dann die Stellung.

Die politisch aufgeheizte Situation im Nahen Osten betrachtet Joachim Berg auch „als eine Herausforderung“. Durch Krieg und das dadurch ausgelöste Leid sind viele Menschen heimatlos geworden. „Bei uns an der Schule gibt es auch Flüchtlingskinder aus Syrien“, ist Joachim im Bilde. Neben Englisch und Arabisch wird er sich auch etwas auf Deutsch unterhalten können. Denn es gibt zwei deutsche Familien, die junge Leute zum Schreiner ausbilden.

Was er selbst nach dem freiwilligen Jahr machen wird, steht noch nicht genau fest. Studieren ja, was, dazu wird das freiwillige Jahr als Findungsphase beitragen. Damit steht Joachim Berg nicht allein da. Viele Jugendliche wollen nach der Schulzeit Erfahrungen fürs Leben sammeln, um dann für den nächsten Lebensabschnitt durchzustarten. Da alles seinen Preis hat, ist der Dorf Mecklenburger bemüht, Spenden für sein soziales Jahr einzuwerben.

Wer Joachim Berg bei seinem Engagement unterstützen möchte, kann sich gerne an ihn wenden. Mail: 94.Jojo.98@gmx.de

Geografische Einordnung

Der Nahe Osten ist eine geografische Bezeichnung, die heute im Allgemeinen für arabische Staaten Vorderasiens und Israel benutzt wird. Insbesondere die Region des Fruchtbaren Halbmondes und die Arabische Halbinsel gehören zum Nahen Osten.

Zu den Ländern zählen Bahrain, Irak, Iran, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien, Syrien, Vereinigte Arabische Emirate, Palästinensische Autonomiegebiete (Gazastreifen, Westjordanland). Häufig werden die Türkei (teilweise nur Anatolien) und Ägypten dazugezählt.

Heiko Hoffmann

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