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Wismar Gedenken: 28 Häftlinge vor Poel tot angespült
Mecklenburg Wismar Gedenken: 28 Häftlinge vor Poel tot angespült
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00:05 04.05.2016
Am Schwarzen Busch erinnerten gestern Jugendliche und Erwachsene an die Schiffskatastrophe vom 3. Mai 1945. Quelle: Heiko Hoffmann

3. Mai 1945: Über 7000 Häftlinge aus dem Konzentrationslager Neuengamme bei Hamburg befinden sich auf den Schiffen „Cap Arcona“ und „Thielbek“ in der Lübecker Bucht. Die meisten kommen ums Leben. „Ihre Leichen wurden nicht nur in Neustadt/Holstein, Grömitz, Lübeck und Groß Schwansee angespült, sondern auch an den Stränden der Insel Poel“, sagte Gabriele Richter gestern bei der Gedenkveranstaltung am Schwarzen Busch. Die Gedenkstätte, so die Bürgermeiserin weiter, „soll an die 28 angeschwemmten toten Häftlinge erinnern, die hier ihre letzte Ruhestätte fanden“. Das Ehrenmal am Schwarzen Busch war zwischen 1946 und 1950 angelegt worden. 1979 wurde es künstlerisch umgestaltet. Auch im Inselmuseum auf Poel sind Spuren des Erinnerns in einer Dauerausstellung zu finden.

Gestern fanden sich vor allem Jugendliche der Poeler Schule an der Gedenkstätte ein. Einige hatten sich in Projekten mit der Geschichte befasst, die Schülerin Stella Denise Holst trug das Gedicht „Der kleine Frieden“ von Gisela Steineckert vor, der Schüler Tom Rogge erinnerte an die Geschehnisse von damals und drückte sein Unverständnis aus, dass die Täter ungestraft davongekommen sind.

Am 3. Mai 1945 versenkten britische Bomber die „Cap Arcona“ und die „Thielbek“ in der Lübecker Bucht. Sie hielten sie für Marineschiffe und wollten verhindern, dass sich deutsche Truppen über die Ostsee absetzen. An Bord der Schiffe waren aber mehr als 7000 Häftlinge aus dem Konzentrationslager Neuengamme. Die Nazis wollten sie wegbringen und ihre Verbrechen vertuschen, bevor die Alliierten das KZ befreiten. Dass diese die beiden Schiffe für Truppentransporter hielten, kalkulierten die Nazis ein. Die meisten der 7000 Opfer wurden erschossen, starben in den Flammen oder ertranken im kalten Wasser.

Poels Bürgermeisterin und Mathias Diederich, 1. Stellvertreter der Landrätin, spannten den Bogen bis in die Gegenwart, wo Krieg, Terror und Gewalt an der Tagesordnung sind. Daher sei es wichtig, aus der Geschichte zu lernen. Pastor Johannes Staak hielt ein Friedensgebet, die Gruppe „Saxophonia Concertante“ von der Kreismusikschule sorgte für die musikalische Umrahmung. Hugo Rübesamen vom Förderkreis Cap Arcona ermunterte, bei der Cap-Arcona- Gedenktour am Sonnabend, 7. Mai, mit dem Fahrrad mitzumachen.Infos zu der Radtour unter http://www.anstiftung-mv.de/aktuelles/veranstaltungen/

Von Heiko Hoffmann

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