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Gedenkstätte auf Poel wird saniert

Am Schwarzen Busch Gedenkstätte auf Poel wird saniert

Die Cap-Arcona-Gedenkstätte am Schwarzen Busch auf der Insel Poel soll noch in diesem Jahr komplett saniert werden. Das Ehrenmal erinnert an die Opfer einer Schiffskatastrophe vom 3. Mai 1945, bei der Tausende KZ-Häftlinge ums Leben kamen.

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Cap-Arcona-Gedenken am Schwarzen Busch im letzten Jahr. Die Gedenkstätte soll nun aufgewertet werden.

Quelle: Foto: Heiko Hoffmann

Am Schwarzen Busch. Die Cap-Arcona-Gedenkstätte am Schwarzen Busch auf der Insel Poel soll aufgewertet werden. Bürgermeisterin Gabriele Richter (parteilos) geht davon aus, dass die Komplettsanierung des Ehrenmals, das an die Opfer einer Schiffskatastrophe vom 3. Mai 1945 erinnert, noch in diesem Jahr erfolgt. Die Finanzierung der veranschlagten 80000 Euro für das gesamte Ensemble (Wege, Plattform, Bepflanzung, Mauer, Stele) ist noch nicht endgültig gesichert. Die Gedenkveranstaltung am 3. Mai findet aber aus diesem Grund nicht statt.

Das Ehrenmal am Schwarzen Busch war zwischen 1946 und 1950 angelegt worden. 1979 wurde es künstlerisch umgestaltet. Jetzt ist es Zeit, die denkmalgeschützte Anlage zu überholen. Bürgermeisterin Gabriele Richter sagt: „Das ist angemessen und ganz wichtig für den Ort, die Geschichte und unsere Schüler. Hier wird Geschichte zu einem konkreten Ereignis von 1945 vermittelt. Ich denke, das ist für die Schüler von heute ganz wichtig.“

Anlässlich des 70. Jahrestages des Untergangs der Schiffe „Cap Arcona“ und „Thielbeck“ mit Tausenden toten KZ-Häftlingen fand im November 2015 in Neustadt/Holstein eine Veranstaltung zu dieser Katastrophe statt. Dabei ging es auch um die Öffentlichkeitsarbeit. Aus Mecklenburg-Vorpommern waren die Poeler Bürgermeisterin und Vize-Landrat Mathias Diederich (CDU) vertreten. In verschiedenen Vorträgen wurde auch die Pflege der Ehrenmale angesprochen. Diederich wies daraufhin, dass das Ehrenmal am Schwarzen Busch inzwischen renovierungsbedürftig ist. Die Bürgermeisterin hat daraufhin versucht, mit dem Landkreis Fördermöglichkeiten für die Sanierung auszuloten.

Vor wenigen Tagen gab es ein Treffen vor Ort mit Vertretern des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege, des Landesamtes für innere Verwaltung, der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises und der Unteren Naturschutzbehörde. Die Gedenkstätte befindet sich im Eichenhain, der inzwischen als Naturschutzdenkmal klassifiziert worden ist. Für einen Förderantrag müssen noch eine Reihe von Planungsunterlagen eingereicht werden. Die Ausschreibung ist aber bereits erfolgt. Gabriele Richter: „Wir gehen davon aus, dass eine 100-prozentige Förderung erfolgen kann.“

Rückblick: Am 3. Mai 1945 befanden sich über 9000 Häftlinge aus dem Konzentrationslager Neuengamme bei Hamburg auf den Schiffen „Cap Arcona“ und „Thielbek“ in der Lübecker Bucht. Die meisten kamen ums Leben. Ihre Leichen wurden nicht nur in Neustadt/Holstein, Grömitz, Lübeck und Groß Schwansee angespült, sondern auch auf der Ostseeinsel Poel. Aus diesem Grund findet jedes Jahr im Mai eine Gedenkveranstaltung am Schwarzen Busch statt.

Die Gedenkstätte erinnert an die 34 angeschwemmten toten Häftlinge, die hier ihre letzte Ruhestätte fanden. Auch im Inselmuseum auf der Insel sind Spuren des Erinnerns in einer Dauerausstellung zu finden.

Am 3. Mai 1945 hatten britische Bomber die „Cap Arcona“ und die „Thielbek“ in der Lübecker Bucht beschossen. Sie hielten sie für Marineschiffe und wollten verhindern, dass sich deutsche Truppen über die Ostsee absetzen. An Bord der Schiffe waren aber über 9000 Häftlinge aus dem Konzentrationslager Neuengamme. Etwa 7000 von ihnen verloren bei diesem Angriff ihr Leben.

Die Nazis wollten sie wegbringen und so ihre Verbrechen vertuschen, bevor die Alliierten das KZ befreiten. Dass diese die beiden Schiffe für Truppentransporter hielten, kalkulierten die Nazis ein.

Die meisten der 7000 Opfer wurden erschossen, starben in den Flammen oder ertranken im kalten Wasser.

Förderkreis Cap-Arcona-Gedenken

Im Dezember 2002 wurde der „Förderkreis „Cap-Arcona-Gedenken“ gegründet. In dem Bündnis engagieren sich Bürger, Initiativen, Einrichtungen und Kommunen. Ihre Mitglieder aus Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein fühlen sich dem Gedenken an die Ereignisse und Opfer der Cap-Arcona-Katastrophe vom 3. Mai 1945 verpflichtet.

1947 entstand am Strand bei Groß Schwansee mit zwei Massengräbern für 407 Opfer unmittelbar hinter den Dünen eine der ersten Cap-Arcona-Gedenkstätten. Ab 1954 wurde mit der Umbettung in die damalige Kreisstadt Grevesmühlen begonnen, in der 1957 eine neue Gedenkstätte am Tannenberg eingeweiht wurde. Erst 2005 wurde durch den Förderkreis der Gedenkort an der ursprünglichen Stelle bei Groß Schwansee neu markiert. Er ist auch für die etwa 3000 Opfer, deren Grab die Ostsee geblieben ist.

Seit 2007 veranstaltet der Förderkreis die Cap-Arcona-Gedenktour. Die radelnden Teilnehmer schlagen eine symbolische Brücke zwischen den Gedenkorten Grevesmühlen und Groß Schwansee. Die 11. Tour startet am 6. Mai.

Kontakt: Mecklenburger Anstiftung, Hugo Rübesamen, Ernst-Scheel-Straße 17 in Wismar,

☎ 03841/257929, Mail: ruebesamen

@anstiftung-mv.de

Heiko Hoffmann

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