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Geflügelpest: Harte Zeiten für Hund, Katz und Strauß

Wismar Geflügelpest: Harte Zeiten für Hund, Katz und Strauß

Laufvögel im Tierpark noch draußen / Hunde müssen an die Leine / Katzen sollen drinnen bleiben

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Noch dürfen die vier Strauße im Tierpark Wismar im Freien umherlaufen. Sollte die Ausnahmegenehmigung erlöschen, bedeutet das für die Laufvögel nichts Gutes. Gerade einmal im Vorgehege könnten sie sich dann aufhalten. FOTOS (3): NICOLE BUCHMANN

Wismar. . Sie stehen auf ihrer Wiese, picken im Laub übersäten Gras und recken die Hälse – die Strauße im Tierpark in der Hansestadt. „Noch dürfen wir sie draußen halten, wir warten jeden Morgen auf neue Informationen“, sagt Mitarbeiterin Marina Welsch. Vergangenen Freitag sind weitere Teile Nordwestmecklenburgs, darunter auch das gesamte Stadtgebiet von Wismar, zum Sperrgebiet erklärt worden. Grund ist die Geflügelpest. In den kommenden drei Wochen dürfen dort deshalb Vögel nur noch in Ställen gehalten werden.

OZ-Bild

Laufvögel im Tierpark noch draußen / Hunde müssen an die Leine / Katzen sollen drinnen bleiben

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2 Gebiete im Kreis Nordwestmecklenburg sind wegen der Vogelgrippe als Sperrgebiete ausgewiesen worden. Dazu gehört das gesamte Stadtgebiet von Wismar und im südlichen Teil des Landkreises die Gegend um den Döpe-See inklusive Bad Kleinen.

Marina Welsch erinnert sich an die letzte große Geflügelpest vor mehr als zehn Jahren. Damals mussten sie die Strauße betäuben, fuhren sie auf Lkw in einen alten Garagenkomplex am Bürgerpark und stallten sie dort ein. „Sie haben sich gegenseitig die Federn vom Rücken gezogen – die Tierpfleger haben geweint, als sie die Strauße da wieder rausholten“, erzählt Welsch. Den Garagenkomplex gibt es nicht mehr; erst vor Kurzem wurde er abgerissen. Ein fünf mal fünf Meter großes Vorgehege wäre im Ernstfall alles, was dem Hahn und den drei Hennen an Freigang zur Verfügung stünde. „Das sind Laufvögel, die gehen kaputt“, fürchtet Welsch.

Auch Brigitte Wagner aus dem Tierheim in Dorf Mecklenburg weiß keinen Rat. Allein 30 frei lebende Katzen füttern sie und ihre Mitarbeiter. „Die können wir nicht einsperren – die sind den Freigang gewöhnt“, sagt Wagner. Verbote seien immer schnell ausgesprochen, Lösungen aber gebe es keine, schimpft sie. Katzenbesitzern, deren Tiere tagsüber draußen sind, gibt Brigitte Wagner den Rat, nun alles Notwendige in der Wohnung beziehungsweise im Haus einzurichten. „Genug Futter und ein Kratzbaum und es dann den Katzen ein bisschen gemütlich machen, dann gewöhnen sie sich für eine Zeit auch daran, drinnen zu bleiben“, sagt sie. Sie spreche aus eigener Erfahrung.

Auch Hundebesitzer sowohl im Sperr- als auch im Beobachtungsgebiet müssen ihre Vierbeiner für die kommenden drei Wochen anleinen. Allein in Wismar sind 1717 Hunde gemeldet. Wer seinem Vierbeiner dennoch genug Beschäftigung verschaffen möchte, für den hat Hundetrainerin Birgit Gröber aus Blowatz einige Tipps. Hunde, die es gewohnt seien, frei zu laufen, sollten an eine lange Leine mit Brustgeschirr. „Spiele, bei denen die Tiere Gegenstände suchen oder Leckerlis, bedeuten Arbeit für den Kopf“, erklärt Gröber. Sie seien zwar kein dauerhafter Ersatz für körperliche Bewegung, würden die Hunde dennoch müde machen. „Man könnte an der langen Leine auch mal wieder die Grundkommandos auffrischen“, sagt die Hundetrainerin. So werde der Spaziergang wieder zu einem Ausflug, auf dem sich Herr und Hund wieder intensiv beschäftigen.

Der Landkreis werde stichprobenartig Kontrollen durchführen, teilte Sprecherin Petra Rappen auf OZ-Nachfrage mit. Das System „der sozialen Kontrolle“ aber funktioniere auch sehr gut.

Zuwiderhandlungen können laut Tiergesundheitsgesetz mit einer Geldbuße von bis zu 30 000 Euro geahndet werden. Der Landkreis wies darauf hin, dass die Anordnung vor allem dem Schutz von Katzen und Hunden diene. Im Jahr 2006 sei zum ersten Mal bei einer Hauskatze ein Geflügelpestvirus nachgewiesen worden. Zudem könnten Hunde und Katzen den Erreger verschleppen, wenn sie infizierte Tiere von einem Ort zum anderen trügen.

Nicole Buchmann

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