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Wismar Gegen „Babyspeck“ mit Sport und bewusster Ernährung
Mecklenburg Wismar Gegen „Babyspeck“ mit Sport und bewusster Ernährung
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00:00 01.04.2014
„Knolle vorwärts“ und sich das Leben leichter machen mit bewusster Ernährung: Denise Reymann zeigt Hans (8), Marwin (9), Lena (10) und Julia (11, v. l.), wie es geht. Fotos (2): Nicole Hollatz
Wismar

Jedes siebte Kind in Deutschland ist übergewichtig. Mit Sport und Ernährungsberatung für Kinder und Eltern wird in Grevesmühlen Betroffenen geholfen. Nun soll das Projekt „Knolle vorwärts!“ auch in Wismar Fuß fassen. Dafür werden Partner und Sponsoren gesucht.

Lena, Julia, Hans und Marwin lachen und schnaufen nach dem ersten Aufwärmspiel. Ein paar Minuten hat Ergotherapeutin Elisabeth Struwe die Kinder durch den Raum der Praxis von Cornelia Wellnitz gescheucht. Erst mal Luft holen und was trinken. „Ich bin hier, weil ich zu dick bin“, sagt jedes der Kinder. Der neunjährige Marwin wiegt 46 Kilogramm bei einer Körpergröße von 1,40 Meter. Sind mindestens sieben Kilo zu viel, die die kindlichen Knochen und Organe belasten. Und die kleinen Seelen. Die Kinder erzählen vom Hänseleien und Spott in der Schule. Auch deswegen das Projekt in der Gruppe — die Kinder sind nicht alleine. „Ich will dünner werden“, so Lena (10). „Mama sagt, ich muss abnehmen“, schmunzelt Hans (8). „Der Arzt hat gesagt, ich wiege zu viel“, erzählt Julia (11). Der Kinderarzt ist auch der, der ins Projekt überweist, während des Projekts begleitet in Grevesmühlen Kinderärztin Andrea von Minckwitz die Kinder. Dazu der Verein „Familieninsel“ als Träger, die Diplom-Oecotrophologin Denise Reymann als freiberufliche Ernährungsberaterin und die Ergotherapiepraxis als Partner. „Ich bin gut so, wie ich bin“, nennt Denise Reymann das große Credo des Projekts.

„Die Kinder sind nicht krank, sie sind gut so, wie sie sind“, erzählt sie, was sie den Kindern mitgeben möchte. Das Selbstbewusstsein, erstens den eigenen Körper so zu akzeptieren, wie er — derzeit — ist, um daraus die Kraft zu schöpfen, mit Sport und bewusster Ernährung mehr auf ihn zu achten. Dazu zählen auch die Eltern und Großeltern als wichtigste Partner, zum Projekt gehört die Elternschulung.

„Die Kinder machen aus dem Bauch heraus das, was wir ihnen vorleben“, so Denise Reymann und nennt als Beispiel die Oma, die immer die Schokolade schenkt, weil sie ihrem Enkel etwas Gutes tun will.

Denise Reymann rechnet vor: „Ein halber Schokoriegel zu viel am Tag ist eine Masse für ein Kind. Wenn das jeden Tag passiert, sind das drei Kilo mehr an Gewicht im Jahr.“ Aber: Der Süßkram darf und kann nicht verteufelt werden, erst recht nicht für Kinder mit zu hohem Gewicht. „Aber man darf keine drei Schüsseln Chips abends essen“, weiß Julia. Sondern nur mal eine Kinderhand voll.

„Wir haben im Supermarkt verglichen: Das fettreduzierte Müsli hatte viel mehr Zucker als das normale“, berichtet Marwin stolz. Das Wissen über gesunde Ernährung haben die Kinder längst verinnerlicht, seitdem das Projekt im Januar startete. Und ihnen ist jetzt klar, wie viel Spaß Sport und Bewegung machen. Radfahren zur Schule, Spielplatz statt Computer, Müsli statt Nugat-Cornflakes. Interessierte für Grevesmühlen und Wismar können sich melden und beraten lassen, einen Großteil der Kosten übernehmen die Krankenkassen, die Eltern zahlen pro Monat 20 Euro dazu.

Informationen und Kontakt: Denise Reymann (☎ 01 76/55 04 11 54; info@ernaehrungslotsin.de; www.ernaehrungslotsin.de)

Marwin macht es Spaß. Wir haben schon viel gelernt und angenommen über die Ernährung und die Bewegung im Alltag. Das Projekt hat unseren Blick verändert.“ Mama Petra Claußen
aus Harmshagen



Nicole Hollatz

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