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Gemeinde blockt neue Ferienwohnungen ab

Boltenhagen Gemeinde blockt neue Ferienwohnungen ab

„Haus Boltenhagen“: Auf dem Areal will ein Investor bauen / Fläche soll als Hotelstandort erhalten bleiben

Boltenhagen. Die Gemeinde Ostseebad Boltenhagen wehrt sich gegen den Bau weiterer Ferienwohnungen. Im Zuge dessen ist der Verkauf des Hotels „Haus Boltenhagen“ in der Ostseeallee vorerst geblockt worden. Ein Investor hatte großes Interesse am Grundstück gezeigt und bereits einen Bauantrag eingereicht. Auf dem Areal waren 41 neue Ferienwohnungen in fünf neu zu errichtenden Baukörpern sowie Tiefgaragen- und oberirdische Stellplätze vorgesehen.

Nun die klare Absage: „Das Ziel der Gemeinde ist es nicht unnötig Ferienwohnungen zu errichten, sondern Hotels“, sagte Bürgermeister Christian Schmiedeberg (CDU) zum Bauantrag. Während der jüngsten Sitzung beschlossen die Gemeindevertreter die Fläche als Hotelstandort zu erhalten. Zugleich verabschiedeten sie eine Veränderungssperre für das entsprechende Gebiet (Bebauungsplan Nr. 39).

Damit folgt die Gemeinde ihrem „Masterplan Boltenhagen 2020“. In diesem Konzept wird die Entwicklung als „Premium-Seeheilbad“ und nicht als „Nobel-Ort“ beabsichtigt. Boltenhagen spricht sich darin klar gegen die Entstehung weiterer Ferienwohnungen aus. Schon jetzt sei der größte Teil der Bettenkapazität im Ostseebad in dieser Kategorie vorhanden. Doch die Nachfrage und Auslastung in Hotels und Pensionen sei wesentlich höher. Deshalb sieht die Gemeinde Handlungsbedarf. Mit der Ausrichtung will Boltenhagen auch den Aspekt des demografischen Wandels berücksichtigen.

Leidtragende ist nun Inge Wendenburg. Für die Leiterin des Hotels „Haus Boltenhagen“ ist der Verkauf des Grundstücks vorerst geplatzt. „Ein Bieter dieser Größenordnung kommt nicht alle Tage“, sagt die 58-Jährige. Für sie bedeute die Entscheidung der Gemeinde einen „gravierenden Einschnitt in die weitere Lebensplanung“. In ihrem Alter habe sie den Entschluss gefasst, das Areal abzugeben. „Ich gehe auf die 60 zu und möchte das nicht ewig machen“, so Wendenburg. „Ich weiß nicht, wie es jetzt weitergeht.“ Womöglich könne sie nun mehrere Jahre gar nichts machen. „Ich bin frustriert“, betont die Hotelchefin und fordert: „Boltenhagen sollte differenzierter mit dem Thema Ferienwohnungen umgehen.“ Wendenburg betreibt das Haus mit 44 Doppelzimmern, Restaurant und Stellplätzen seit dem Jahr 2000. Auch nicht alle Gemeindevertreter sind mit dem Beschluss einverstanden. Olaf Claus (Bolte) übte bei der Sitzung Kritik. „Jetzt, wo klar ist, dass sich die Eigentumsverhältnisse ändern, will die Gemeinde den Hotelstandort sichern. Das ist eine Verhinderungsplanung, die ich ablehne.“ Er schätzt das Hotelgebäude von 1972 auch nicht als erhaltenswert ein.

Swen Uwe Bertram (WIR) verteidigte den Beschluss dagegen. „Die Gemeinde sollte versuchen, den Hotelstandort zu erhalten. Denn ein Hotel bringt dem Ort Gewerbesteuer. Zudem sorgt es für weitere Beschäftigung und für Einkommensteuer.“ Bürgermeister Schmiedeberg erinnerte die Vertreter an den Flächennutzungsplan, in dem bereits vor Jahren das Planungsziel für die „Ostseeallee 48 als Sondergebiet Hotel“ dargestellt worden sei. Daniel Heidmann

OZ

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