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Wismar Gemeinsam historische Schätze erhalten
Mecklenburg Wismar Gemeinsam historische Schätze erhalten
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00:00 12.09.2016
Das Treppenhaus im Wismarer Stadthaus ist nicht nur für Fotografen bemerkenswert und wurde natürlich erhalten. In dem sanierten Gebäude am Marktplatz wurde gestern der Tag des offenen Denkmals in der Hansestadt eröffnet. Quelle: Fotos: Nicole Hollatz (5), Peter Täufel (1)

„Da, das Fenster über der Laterne, mit Blick auf die ehemalige Karl-Marx-Straße, da war mein Büro“, erzählte Otfried Frank und zeigte auf das entsprechende Fenster im sanierten Wismarer Stadthaus. Die Möglichkeit, bei einer Führung in das Haus zu schauen, nahm der 82-Jährige gestern gern wahr. Und staunte über die beiden sanierten Häuser, die vor fast genau einem Jahr fertig wurden und nun das Bürgerbüro und die Finanzverwaltung der Stadt beherbergen. 1958 hat Otfried Frank dort als junger Landschaftsarchitekt gearbeitet. „Die Türen und die Raumhöhen sind noch wie damals, aber so moderne Arbeitsplätze hatten wir nicht“, sagte er lachend.

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Nordwestkreis feierte gestern den Tag des offenen Denkmals / Stadthaus Wismar präsentierte sich mit neuen Wappen

Wir schaffen das nicht allein, dieses Denkmal zu erhalten.“Bürgermeister Joachim Wölm (Linke) über

den Mühlenkomplex

in Bad Kleinen

Das ist lange her, in den letzten Jahren wurde das „Doppelhaus“ saniert. „Seit 2002 wurden die Obergeschosse nicht mehr genutzt. Und jeder weiß, das ist der Tod für ein Haus“, erzählte Burkhard Rode von der Abteilung Gewölbemanagement der Stadt bei seiner Führung durch das Gebäudeensemble. Bürgermeister Thomas Beyer eröffnete vorher auf den Stufen des Baus den Tag des offenen Denkmals in Wismar und zitierte den 2011 verstorbenen Denkmalpfleger Prof. Gottfried Kiesow: „Die beste Möglichkeit, ein Denkmal zu erhalten, ist eine adäquate Nutzung zu finden.“ Nur so – mit der eigenen Nutzung und der Aufgabe von vorher angemieteten Räumen für Teile der Stadtverwaltung – war die Sanierung sinnig. Alternativ hätte das Haus verkauft werden müssen.

„Das Motto des diesjährigen Tags des offenen Denkmals – Gemeinsam Denkmale erhalten – ist hier am Haus in einem kleinen Detail beispielhaft zu sehen“, so Beyer weiter. Damit meinte er die beiden Wappen am Altan, die nur dank Spenden saniert und restauriert werden konnten. Ortschronist Detlef Schmidt erklärte: „Als das Stadthaus im letzten Jahr fertiggestellt war, waren die beiden Wappen übermalt. Wie einige andere Bürger habe ich mich darüber geärgert und auch über die Aussage, dass bei einem Sanierungsvolumen von 4,27 Millionen Euro das Geld für die Wappen knapp war. Herr Beyer schob mir dann den Ball zu und meinte, dass ich das schon schaffen würde.“ Und Detlef Schmidt schaffte es, motivierte Unternehmer und hatte innerhalb kürzester Zeit die benötigten 5000 Euro zusammen.

Eine gestern enthüllte Glastafel am Haus zählt die Spender auf.

Zeitgleich zur Eröffnung des bundesweiten Aktionstages in Wismar, begrüßte Landrätin Kerstin Weiss (SPD) in Bad Kleinen die Gäste. Die dortige Elektromühle steht unter Denkmalschutz und feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Sie war einst die größte Mühle in Mecklenburg. „Es ist von enormer Wichtigkeit, dass solche Denkmale erhalten werden“, sagte die Landrätin in ihrer Eröffnungsrede und dankte allen, die im Denkmalschutz sowohl haupt- als auch ehrenamtlich tätig sind. Auch Bürgermeister Joachim Wölm (Die Linke) lobte alle Helfer, die es ermöglicht hatten, das Objekt so herzurichten, dass es gestern überhaupt begehbar war.

„Wir schaffen das nicht allein, dieses Denkmal zu erhalten, dazu brauchen wir Ihre Hilfe“, wandte sich Wölm direkt an Kerstin Weiss. Die Gemeinde ist seit 2012 Eigentümer des 2,7 Hektar großen Areals und versucht es nun über eine vom Land finanzierte Machbarkeitsstudie als „Mühlenviertel Bad Kleinen“ mit Wohn- und Geschäftsgebäuden zu entwickeln. Größtes Sorgenkind dabei: das Mühlenhauptgebäude.

Hier käme nach Ansicht von Gemeinde und den Ergebnissen einer Studie nur eine öffentliche Nutzung infrage. Angestrebt wird nach wie vor, dort ein Landesmuseum – und zwar das derzeit noch vakante Archäologische – unterzubringen. Nach aktuellem Stand soll das jedoch in Rostock eröffnet werden. Bad Kleinen sei durch die unmittelbarer Nähe zur Landeshauptstadt Schwerin, der Weltkulturerbestadt Wismar und den beiden Hansestädten Rostock und Lübeck jedoch prädestiniert, argumentierte Geertje Schumann vom Tourismusbüro Bad Kleinen. „Ich sichere Ihnen zu, die Gemeinde bei einem weiteren Vorstoß in diese Richtung zu unterstützen“, versprach die Landrätin.

Nicole Hollatz und Peter Täufel

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