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Geplatzte Bremsleitung: Böses Erwachen nach Autokauf

Grevesmühlen/Wismar Geplatzte Bremsleitung: Böses Erwachen nach Autokauf

Autoverkäufer aus der Nähe von Grevesmühlen sind angeklagt, ein nicht verkehrstüchtiges Fahrzeug an den Mann gebracht zu haben

Grevesmühlen/Wismar. Haben Steve S. und seine Partnerin Franziska aus der Nähe von Grevesmühlen einen nicht verkehrstüchtigen Transporter VW T4 verkauft? Mit dieser Frage beschäftigt sich Richter Hinrich Dimpker in Wismar.

Aber von vorn: Einen Transporter VW T 4 für 2990 Euro – da musste Patrick O. aus Heiligenhafen einfach zuschlagen. Gefunden hatte er diesen bei eBay Kleinanzeigen im Internet. Der 31-Jährige bekam Steve S. als privaten Verkäufer an die Strippe. Sie vereinbarten einen Besichtigungstermin für das fast zehn Jahre alte Fahrzeug mit einem Kilometerstand von rund 460000. Bezüglich einiger Mängel hätten sie sich dann vor Ort geeinigt, so Patrick O. So sollten unter anderem ein Türschloss ausgetauscht und der Tüv für das Fahrzeug erneuert werden. Drei Tage später holte Patrick O. mit seinem Vater den Tüv-geprüften Transporter ab, der diesen Richtung Heiligenhafen fuhr. Auf der Autobahn sei dem fahrbaren Untersatz nichts anzumerken gewesen, schilderte Manfred O. Nur dass die Hupe und der linke Blinker nicht funktionstüchtig gewesen seien. „Das wollten wir dann selbst reparieren“, erklärte er.

Einige Tage später wollte er das Fahrzeug für seinen Sohn bei der Zulassungsstelle ummelden. Als er von seinem Grundstück fuhr, merkte er, dass die Bremse ins Leere lief, erklärte er dem Richter. Nur mit der Handbremse habe er das Auto auf dem abhängig gelegenen Grundstück zum Stehen bringen können. „Dann sah ich einen großen Fleck an der Stelle, an der das Fahrzeug gestanden hatte. Das war Bremsflüssigkeit“, schilderte Manfred O. Nach Telefonaten mit dem Verkäufer Steve S. kümmerte der sich schließlich um eine Werkstatt in Heiligenhafen, die sich des Problems annehmen sollte. Laut Aussage von Manfred O. wollte S. auch die Kosten für die neue Bremsleitung übernehmen.

In der Werkstatt wurde das Auto näher untersucht – unter anderem auch von Jens-Heinrich N., der als Tüv-Sachverständiger arbeitet. Er habe die geplatzte Bremsleitung erkannt und am Unterboden noch viel mehr entdeckt, wie er sagte. So soll dieser mit einem Spray „beschmiert“ worden sein, außerdem sei Bauschaum für die Verdeckung von Korrosionsschäden verwendet worden. Zudem klopfte er mit einem kleinen Hammer den Boden ab – und letztlich durch, da dieser durchgerostet war. „Da ging bei mir gleich die rote Warnleuchte an“, beschrieb er.

Nicht zuletzt auch, weil das Auto ein paar Tage zuvor beim Tüv war – wie vom Käufer gewünscht. Jens-Heinrich N. schätzte das Auto als nicht verkehrstüchtig ein. „Von mir hätte das Fahrzeug keinen Tüv bekommen“, sagte er auf Nachfrage von Hinrich Dimpker.

Rainer C. gab einige Tage zuvor allerdings ohne Beanstandungen grünes Licht für die Weiterfahrt, allerdings nachweislich auch den Hinweis, dass das eine oder andere Teil in Kürze verschlissen sei.

Von einem durchgerosteten Unterboden habe C. nichts bemerkt. Auch die Bremswerte hätten in der Norm gelegen, versicherte er. „Sonst hätte ich den Bericht nicht positiv abschließen können“, beteuerte er. Er habe das alles nicht glauben und sich nicht erklären können, als der Sachverständige Jens-Heinrich N. bei ihm anrief und seine Arbeit in Zweifel zu ziehen versuchte, so Rainer C..

Patrick O. fordert die Rückabwicklung des Kaufvertrags und die Herausgabe des Kaufpreises. Die beiden Angeklagten äußerten sich nicht zu den Vorwürfen.

Die Verhandlung wird am 1. Februar fortgesetzt. Dann sollen unter anderem der direkte Vorgesetzte von Rainer C. und der Betreiber der Werkstatt in Heiligenhafen gehört werden. Jana Franke

OZ

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