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German Pellets: Pleite-Chef fliegt mit Privatjet durch Europa

Wismar German Pellets: Pleite-Chef fliegt mit Privatjet durch Europa

Mitarbeiter fürchten um ihre Jobs / Boss Leibold will in Belgien Millionen investieren

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German-Pellets- Chef Peter Leibold.

Quelle: ZB

Wismar. German-Pellets-Chef Peter Leibold lässt sich durch die Insolvenz des Wismarer Brennstoff-Herstellers offenbar nicht bremsen: Nach Medieninformationen fliegt Leibold mit seinem Privatflugzeug weiterhin quer durch Europa. Selbst die kurze Strecke von Lübeck nach Leipzig soll er in der Luft zurückgelegt haben. Geschätzte Kosten: 3000 Euro pro Flugstunde.

Überforderter Prüfer

1 Wirtschaftsprüfer kontrollierte offenbar bei German Pellets über Jahre die Buchführung. Für Experten ist das für einen Konzern mit einer derart verzweigten Struktur kaum zu schaffen. Zudem soll der beauftragte Prüfer gleichzeitig Chef einer Stiftung sein, die eng mit German Pellets zusammenhängt. Er könne daher nicht unabhängig arbeiten, heißt es.

Allein in der vergangenen Woche seien so 25000 Euro Kosten entstanden, berichtet das „Handelsblatt“. Und das, während seine Mitarbeiter im März das letzte sichere Gehalt als Insolvenzgeld erhalten. Laut Bericht flog Leibold unter anderem ins belgische Maastricht. Im nahen Langerlo hatte German Pellets erst im Januar ein Kohlekraftwerk gekauft, um es auf die Verbrennung von Holzpellets umzurüsten. Bei seinem Besuch soll Leibold jetzt Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe angekündigt haben — dies, obwohl German Pellets und die mit dem Unternehmen verbundenen Betriebe Verbindlichkeiten von fast 500 Millionen Euro angehäuft haben.

Leibolds Vielfliegerei wollte der Sprecher der vorläufigen Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde nicht kommentieren. Die Firma, die das Flugzeug vom Typ „Beech B 200 Super King Air“(Neupreis:

knapp 5 Millionen Euro) betreibt, gehöre nicht zur verwalteten insolventen German Pellets GmbH. Die German Pellets Wings GmbH — so der Name des Unternehmens — gehört allerdings auch Peter Leibold.

Bei den rund 150 Beschäftigten in Wismar dürfte das für weiteres Kopfschütteln sorgen. Im März erhalten sie zum dritten und letzten Mal Insolvenzgeld. Sie sitzen jetzt in einer Zwickmühle: Wenn sie dem Unternehmen treu bleiben, gibt es im April möglicherweise gar kein Geld. Wenn sie dagegen ihren Vertrag lösen, bekommen sie zwar Arbeitslosengeld, sind aber erstmal raus, falls sich für German Pellets doch noch ein Investor findet und die Produktion wieder anläuft.

Während die Mitarbeiter also um ihre Existenz fürchten, soll sich ihr Chef nach Informationen des Handelsblatts ein Jahresgehalt von 650000 Euro gegönnt haben. Zudem nahm er laut Halbjahresbericht von German Pellets noch 2015 einen Privatkredit über 4,5 Millionen Euro aus der Firmenkasse auf. „Entweder ging das Geld in seine private Lebensführung“, sagt Daniel Bauer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). „Dann wäre der Tatbestand der Untreue erfüllt, sofern er keine Sicherheiten vorweisen kann.“ Oder Leibold habe das Geld in Eigenkapital für andere Beteiligungen innerhalb seiner Unternehmensgruppe umgewandelt. „Das wäre zwar an sich nicht illegal, aber höchst ungewöhnlich“, meint Bauer. Seite 2

 



Axel Büssem

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Bei German Pellets steht die Produktion. Firmenchef Leibold fliegt aber weiter.

Peter Leibold soll alleine letzte Woche 25 000 Euro verflogen haben.

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