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Glaube, ahoi! Kirchenschiff macht in Wismar fest

Wismar Glaube, ahoi! Kirchenschiff macht in Wismar fest

Rund um die Dreimastbark feiern Protestanten Jubiläum der Reformation

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Unter weißen Segeln: Die Bark „Artemis“ hat eine Segelfläche von 1050 Quadratmetern.

Quelle: Foto: Michael Barkas

Wismar. Eine Seefahrt, die ist lustig, dachte sich die Nordkirche pünktlich zum 500. Reformationsjubiläum. Sie charterte die Dreimastbark „Artemis“ und schickt sie nächste Woche in eine vierwöchige Reise von Stralsund bis nach Hamburg. Erster Halt: Wismar. Das Segelschiff macht am 1. Juli im Alten Hafen der Hansestadt fest und wird Mittelpunkt einer großen Feier.

OZ-Bild

Rund um die Dreimastbark feiern Protestanten Jubiläum der Reformation

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Der Wismarer Propst Karl-Matthias Siegert spricht gar von einem „kleinen Kirchentag“. Neben dem Freiluft-Gottesdienst gibt es ein vielfältiges Bühnenprogramm, zahlreiche Mitmachaktionen, beispielsweise eine Geschichtenwerkstatt, sowie spezielle Angebote für Kinder, unter anderem die Märchenstunde mit Birte Bernstein.

„Ich finde es schön, wenn Christen sichtbar zusammen feiern und zeigen, dass ihnen das Evangelium am Herzen liegt“, sagt Siegert. Er hofft, dass möglichst viele Menschen an dem Tag in den Hafen kommen, darunter gerne auch Skeptiker: „Wer selbst noch nicht zum Glauben gefunden hat, fragt sich vielleicht ‚Was machen die denn da?“‘, schaut vorbei und feiert mit uns.“

Innerhalb von vier Wochen wird der Traditionssegler als Kirchenschiff die Häfen aller 13 Kirchenkreise der Nordkirche auf dem Wasserweg anlaufen und weitere Stopps einlegen. Bis zum 29. Juli, mit dem Finale in Hamburg, wird es zahlreiche Treffen, Andachten, kulturelle Aktionen und Gespräche an Ost- und Nordseeküste geben.

Der Parchimer Propst Dirk Sauermann ist zuständig für die Organisation des Reformationstages in Wismar. Er spricht von einem „einmaligen Ereignis“. Die Nordkirche wolle mit dem Segeltörn die Verbundenheit der Kirchenkreise und der Gläubigen zeigen, so Sauermann. „Ein Schiff ist ein schönes Symbol für die Kirche. So wie der Wind in die Segel der ‚Artemis‘ bläst, so werden wir vom Geiste Gottes angetrieben.“

Der Traditionssegler legt in Wismar bereits am Sonnabend um 16 Uhr an. Begrüßt wird das 60 Meter lange Schiff von Bürgermeister Thomas Beyer, Propst Karl-Matthias Siegert und dem Kinderchortag MV.

Ab 19 Uhr lädt die Crew jedermann zum Schiffsbesuch ein. Abends gibt es an Bord mehrere Konzerte.

Neben Gästen aus Kirchenkreisen und Gemeinden sowie Theologiestudenten ist auch der Schweriner Bischof Andreas von Maltzahn an Bord. Am Sonntag um 11 Uhr hält er in Wismar gemeinsam mit Probst Siegert den Gottesdienst. „Wismar gehörte zu den ersten Städten in Mecklenburg, die die Reformation angenommen haben. Es ist eine besondere Freude, dieses Jubiläum vor ihrer Unesco-Welterbe-Kulisse zu begehen“, so Siegert.

Kurz nach 12 Uhr startet das Bühnenprogramm – mit Bands, Orchestern und dem Gebärdenchor „Singende Hände“.

Mehr Infos: www.kirche-mv.de/

reformationsfest-wismar

Traditionsschiff von 1926

Die „Artemis“ wurde 1926 als Walfänger in Norwegen gebaut, war bis Ende der 40er-Jahre in Arktis und Antarktis im Einsatz und wurde danach zum Frachtschiff umgerüstet.

2001 kaufte eine niederländische Investorengruppe das Schiff. Die brachten es unter niederländische Flagge und begannen mit einer aufwändigen Restaurierung. Die Dreimastbark ist 59 Meter lang und sieben Meter breit.

Alexander Salenko

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