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„Gleichberechtigt?“ in der Gerichtslaube

Wismar „Gleichberechtigt?“ in der Gerichtslaube

Die Ausstellung wird am 18. März im Wismarer Rathaus eröffnet.

Wismar. Der Wismarer Bewährungshelfer und Hobbyfotograf Michael E. Deppe zeigt Porträts. Dazu tiefsinnige Kommentare der Porträtierten zum Thema Gleichberechtigung. „Die vorbehaltlose Annahme von Andersartigkeit ist und bleibt eine große Herausforderung. Sie ist Ziel und ich trainiere täglich“, schreibt zum Beispiel eine Annett. Fast 20 Menschen aus Wismar und der Region hat Michael E. Deppe so porträtiert und ihre Gedanken festgehalten. Eine bunte Mischung, keine Wismarer „Promis“ aus der Politik, sondern Menschen von der Straße, mit Bedacht ausgewählt, um viele Facetten des Themas einzufangen. Die eine spricht von Behinderungen, die andere von homosexuellen Beziehungen — „Gleichberechtigung ist ein weites Feld“, sagt Wismars Gleichstellungsbeauftragte Petra Steffan als Koordinatorin der Ausstellung. Das Fragezeichen im Ausstellungstitel ist der erste Anstoß, bei Kaffee oder Rotwein einfach mal nachzudenken über die Gleichberechtigung im so „emanzipierten“ Deutschland. „Gleicher Lohn, gleiche Arbeit“, nennt Michael E. Deppe einen Aspekt. Ein Stück Gleichberechtigung, bei dem jeder gefragt ist.

Zur Ausstellungseröffnung am Montag, dem 18. März, um 19 Uhr wird der Dokumentarfilm „Aufstand der Putzfrauen — Kein Job, kein Geld aber Power“ gezeigt. Fegen, schrubben, wischen, das haben sie drauf. Um vier Uhr morgens geht‘s los zum Putzen nach Hamburg. 7,68 Euro die Stunde. Sie sind froh, überhaupt einen Job zu haben. Als ihre Firma pleite geht, proben 80 Putzfrauen aus Ostdeutschland den Aufstand, denn sie haben seit Wochen keinen Lohn mehr erhalten. Es kommt zu Handgreiflichkeiten, der Chef bleibt hart. Doch die Frauen lassen sich nicht unterkriegen, verstecken ihre Dienstbusse und planen, eine eigene Firma zu gründen.

Nicole Hollatz

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