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Graben aus dem 13. Jahrhundert

Wismar Graben aus dem 13. Jahrhundert

Bei den archäologischen Grabungen in der Mecklenburger Straße geht es tief in die Geschichte

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Grabungsleiter Peter Kaute (r.) und Grabungsarbeiter Frank Pethke legen den mit Flechtwerk ausgesteiften Dränagegraben – etwa acht Meter lang, fast einen Meter breit – aus dem 13. Jahrhundert frei. FOTOS (5): HEIKO HOFFMANN

Wismar. Meter für Meter, Zentimeter für Zentimeter gehen die Archäologen in der Mecklenburger Straße der Wismarer Geschichte auf den Grund. Der Laie staunt, der Fachmann analysiert. „Wir haben hier einen mit Flechtwerk ausgesteiften Graben. Das ist ein Dränagegraben aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts“, so Peter Kaute, Grabungsleiter vom Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege MV. Wismars erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1229. Das Holzflechtwerk des Grabens wird Stück für Stück freigelegt und für die Nachwelt dokumentiert. Dann wird die Fundstelle aufgegeben, die nächsten Meter sind an der Reihe.

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Bei den archäologischen Grabungen in der Mecklenburger Straße geht es tief in die Geschichte

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Die Grabungsstelle, eine Baustelle für ein Wohn- und Geschäftshaus, befindet sich innerhalb der ersten Wismarer Stadtbefestigung. „Wir erhoffen uns hier noch einige interessante Aussagen“, so Peter Kaute Ende März zu Beginn der archäologischen Untersuchungen.

Drei Wochen später sind die Männer in tiefere Erdschichten vorgedrungen. Die jetzt frei gelegten Funde sind Zeugnisse der früheren Hofnutzung. Entlang der heutigen Mecklenburger Straße standen Giebelhäuser. Als Folge des Dreißigjährigen Krieges von 1618 bis 1648 mit großer Armut und Einwohnerschwund sind die Häuser vermutlich verfallen und aufgegeben worden. „Wüst gefallen“, nennt das Peter Kaute. Als ein Beweis wurden Reste eines Kemladens, ein hofseitiger Anbau, freigelegt. Erst viel später wurde die Fläche neu bebaut. 1842 öffnete das Theater, ehe der repräsentative Bau 1948 in Flammen aufging.

Mit dem aus Flechtwerk ausgesteiften Graben sind die Archäologen inzwischen an der tiefsten Stelle angekommen. Gut vier Meter tief ist die Grube, in der die Männer arbeiten. Es mutet unglaublich an, welche Höhe die Aufschüttungen in den folgenden Jahrhunderten erlangt haben. Peter Kaute: „Man kann davon ausgehen, dass die Bebauung von Wismar an der Kleinschmiedestraße bis um 1300 zu Ende war.“

Danach wurde aufgesiedelt. Seit dem Ende des 13. Jahrhunderts/frühes 14. Jahrhundert haben die Fachleute fünf Phasen von Grundstücksgrenzen ausgemacht.

Die zeitliche Abfolge der Entwicklung auf dem Grundstück in der Mecklenburger Straße ist auch an den Latrinen ablesbar. Eine Holzschacht-Latrine stammt aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts.

Später wurden Ziegelschächte genutzt. Auch dafür gibt es Belege. Freigelegt sind gerade eine Latrine aus dem 14./15. und eine aus dem 16./17. Jahrhundert. Peter Kaute: „Einen spektakulären Einzelfund hatten wir noch nicht. Aber das kann noch werden.“ In den nächsten Wochen wird die 1000 Quadratmeter große Baugrube dreieinhalb bis fünf Meter tief ausgehoben. Dann beginnt der Hochbau. Die Fertigstellung des Neubaus ist Mitte 2018 geplant.

Heiko Hoffmann

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