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Grevesmühlen: Staatsanwalt ermittelt gegen Notarzt

Grevesmühlen Grevesmühlen: Staatsanwalt ermittelt gegen Notarzt

Unglücksfall oder Behandlungsfehler: Ein 81-Jähriger starb auf ungeklärte Weise.

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Grevesmühlen. Die Schweriner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Notarzt, der möglicherweise für den Tod eines Patienten in Grevesmühlen in der vergangenen Woche verantwortlich sein soll. „Wir sind eingeschaltet worden, nachdem auf dem Totenschein durch das Krankenhaus in Grevesmühlen ,unnatürliche Todesursache‘ angekreuzt worden war“, so Oberstaatsanwalt Stefan Urbanek in Schwerin. Die Leiche des 81 Jahre alten Grevesmühleners soll in diesen Tagen obduziert werden, um die genaue Todesursache zu ermitteln. Laut Staatsanwaltschaft geht es um den Vorwurf, dass der Notarzt möglicherweise nicht rechtzeitig eingegriffen hat beziehungsweise der Patient zu spät ins Krankenhaus eingeliefert worden ist.

Jörg Allrich, verantwortlich für die Notärzte in der Region, wollte sich gestern zu dem Fall nicht äußern. „Es ist ein schwebendes Verfahren, zudem konnte ich noch nicht einmal mit dem Kollegen sprechen, der betroffen ist.“

Hintergrund der Ermittlungen ist vor allem der zeitliche Ablauf des Vorfalls, der sich am Morgen des 15. April ereignete. Knapp anderthalb Wochen vorher war der 81-Jährige aus dem Wismarer Klinikum entlassen worden und in die Obhut der Mediziner im Grevesmühlener Krankenhaus gegeben. Dort war der Ehefrau des Patienten mitgeteilt worden, dass bei einer Verschlechterung seines Zustandes er umgehend in die Notaufnahme gebracht werden müsse.

Und genau das passierte am frühen Morgen des 15. April. Mehr als ein Dutzend Mal hatte die Ehefrau versucht, unter der Nummer 116117 den Bereitschaftsdienst zu erreichen — vergeblich. Im Krankenhaus erfuhr sie schließlich den Namen des Bereitschaftsarztes und versuchte, diesen auf seiner privaten Nummer zu erreichen. Auch dies brachte keinen Erfolg. Dann meldete sie sich in der Leitstelle, von wo aus ein Rettungswagen entsandt wurde, der gegen 4.30 Uhr eintraf. Da die beiden Besatzungsmitglieder dem Patienten nicht vor Ort helfen konnten, wurde der Notarzt zu Hilfe gerufen. Unklar ist, weshalb der Arzt den sofortigen Transport nicht umgehend veranlasste. Erst ein zweites Sanitäter-Team, das gegen 8.30 Uhr in der Wohnung des Patienten erschien, sorgte für den Abtransport in die Notaufnahme. Um 9.30 Uhr brachte der Rettungswagen den 81-Jährigen ins Krankenhaus, wo er kurze Zeit später starb.

Bereitschaftsdienst
Unter der bundesweit gültigen Rufnummer 116 117 erreichen Patienten den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Überall in Deutschland sind niedergelassene Ärzte im Einsatz, die Patienten in dringenden medizinischen Fällen ambulant behandeln — auch nachts, an Wochenenden und an Feiertagen. Die Nummer funktioniert ohne Vorwahl, gilt deutschlandweit und ist kostenlos.

Michael Prochnow

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