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Wismar Grevesmühlen hilft: Geld und Möbel für 78-jährige Großmutter
Mecklenburg Wismar Grevesmühlen hilft: Geld und Möbel für 78-jährige Großmutter
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00:01 20.09.2016
Die Aufnahme von der Drehleiter der Feuerwehr aus zeigt das ganze Ausmaß des Feuers, das das Wohnhaus vernichtete. Quelle: Feuerwehr Grevesmühlen

Editha Kluge wirft so leicht nichts aus der Bahn. Sechs Kinder hat die 78-Jährige großgezogen, hat im Berufsleben in der Gärtnerei, im Kindergarten und in der Kantine ihr Geld verdient. Hilfe hat sie selten angenommen. Doch nun war sie darauf angewiesen. Vor zwei Wochen zerstörte ein Feuer ihr Wohnhaus am Hamburger Berg in Grevesmühlen.

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Anfang September verlor Editha Kluge aus Grevesmühlen durch einen Brand ihr Haus / Ihre Kinder und Enkel starteten daraufhin eine Hilfsaktion

Mehrere Stunden brauchten die Feuerwehren, um den Brand unter Kontrolle zu bekommen. Das idyllisch gelegene Häuschen am Ortsrand ist nur noch eine Ruine. 45 Jahre hat Editha Kluge dort gelebt.

Innerhalb weniger Stunden lagen ihre Erinnerungen in Schutt und Asche.

Ihr Enkel Dennis war der Erste, der auf die Idee kam, einen Spendenaufruf zu starten. Drei Tage nach dem Feuer schaltete er eine Internetseite mit einem Aufruf, im Friseur-Geschäft Gädert stand wenig später eine Spendenbox. Ihr Sohn Burghardt startete ebenfalls eine Spendensammlung, unterstützt von seiner Schwester Christine Plath. Enkeltochter Anna Helena machte auch sofort mit.

Das Ergebnis überraschte sogar die Kinder und Enkel. „Da kam plötzlich so viel Hilfe und Unterstützung, dass das für unsere Mutter schon zu viel war“, sagt Burghardt Kluge (45). „Das war sie nicht gewohnt, dass plötzlich Leute kamen, und ihr Hilfe anboten.“ 14 Tage ist das inzwischen her. Noch immer fällt es der 78-Jährigen nicht leicht, zu verstehen, was die Familie dort angeschoben hat.

Denn mittlerweile sind nicht nur jede Menge Möbel und Kleidung zusammengekommen. Allein über die Internetseite sind 1135 Euro auf das Spendenkonto geflossen. 120 Euro steckten die Kunden im Friseurgeschäft in die Spendenbox. Auch wenn das Haus versichert war. Bis der Schaden ersetzt wird, dauert es. Allein kann die Rentnerin die Last kaum schultern. Und deshalb hilft die Familie, wie Dennis Kluge erzählt. Die Spendensumme aus dem Internet wurde auf 1200 Euro aufgestockt, so dass sie der Oma und Mutter jetzt 1320 Euro übergeben konnte.

Editha Kluge fehlten die Worte, als ihre Kinder und Enkel ihr die Spenden übergaben. Und das ist erst der Anfang. Denn die Interessengemeinschaft Wotenitz/Büttlingen/Questin sammelt derzeit auch noch für die 78-Jährige, das Möbelhaus Pfiff in Gägelow hat zugesagt, ein neues Sofa zu liefern, sobald sie eine neue Wohnung hat. Denn das ist das aktuelle Problem. Derzeit lebt sie bei ihren Kindern.

„Ich suche eine Wohnung, auf das Grundstück möchte ich nicht zurück. Eine Zwei-Raum-Wohnung wäre schön“, sagt die Rentnerin.

Das Feuer wurde vermutlich durch einen technischen Defekt der Heiztherme ausgelöst, wie Burghardt Kluge berichtet. „Da war plötzlich so viel Qualm, ich bin dann nur noch raus“, erinnert sich seine Mutter an das Drama. „Und dann war nichts mehr zu retten.“ Nur sehr wenige Sachen konnte die Familie später bergen. „Da war nicht mehr viel übrig.“

Danksagung von Editha Kluge

Ich bin überwältigt von der großen Resonanz auf den Spendenaufruf nach dem Brand meines Hauses. Ich möchte mich hiermit ganz herzlich für die vielen und umfangreichen Spenden bedanken. Die Hilfsbereitschaft, die ich so in meinem bescheidenen Leben noch nicht erlebt habe, ist unbeschreiblich. Das gibt mir Mut und Kraft für die Zukunft, einen Neuanfang zu starten. Einen ganz herzlichen Dank auch an meine Kinder und Enkelkinder, die mich mit aller Kraft – jedes nach seinen Möglichkeiten – tatkräftig unterstützen. Ein besonderer Dank geht an folgende Firmen: Pfiff in Gägelow, Ostsee-Zeitung Grevesmühlen, Gutow-Elektronik, Modefriseur Gädert, Pension Rabe aus Hamberge, Interessengemeinschaft Wotenitz/Büttlingen/Questin sowie die Klasse MTL51 der beruflichen Schule für Gesundheit und Sozialwesen in Schwerin.

Mehr als 100 Spender, teilweise anonym, haben über das Spendenkonto Geld überwiesen.

Michael Prochnow

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