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Wismar Grevesmühlener Ehepaar investiert in ehemalige Brauerei
Mecklenburg Wismar Grevesmühlener Ehepaar investiert in ehemalige Brauerei
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00:00 02.04.2014
Einst Brauerei, zuletzt Wohnhaus — das denkmalgeschützte Gebäude in der August-Bebel-Straße wird altersgerecht saniert. Quelle: Fotos: Jana Franke

Noch ist es kaum vorstellbar, dass sich die verstaubten Räume in einem Jahr in helle, hochwertig ausgestattete Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen verwandeln werden. Auf den mit einer grauen Schicht versehenen Fußböden stapeln sich Reste von Tapeten, Linoleum und Putz, hinter dem sich erhaltenswerte Balken befinden. Das unter Denkmalschutz stehende Haus in der August-Bebel-Straße 54 hat vor einem Jahr Käufer gefunden: Kristina (28) und Karsten Joost (36) aus Grevesmühlen. Jetzt wird dort kräftig gearbeitet. Entstehen sollen sieben barrierefreie Mietwohnungen. Erste Interessenten gibt es bereits.

Beim Spaziergang ist das Ehepaar, das im Jahr 2006 das ehemalige Entbindungsheim in der Parkstraße kaufte und sanierte, auf die alte Brauerei in der August-Bebel-Straße aufmerksam geworden. ,Das ist es‘, haben sie sich gedacht. „Es stand mehrere Jahre leer“, erinnert sich Kristina Joost. „Wir wollten etwas daraus machen.“ Dann ging alles schnell — zumindest mit der Unterzeichnung des Kaufvertrages. Ein Jahr hat es gedauert, bis die Bauarbeiten beginnen konnten. Das Amt für Denkmalpflege überprüfte zunächst in mehreren Schritten, was alles erhalten bleiben muss. Außen wurde bereits mit einigen Abrissarbeiten begonnen, „in naher Zukunft steht die Entkernung des Gebäudes an“, sagt Kristina Joost. Im März 2015 sollen die ersten Mieter einziehen.

50 bis 90 Quadratmeter groß werden die Wohnungen, die oberen sind mit einem Fahrstuhl erreichbar. „Jede Wohnung, bis auf die eine nach vorne raus, ist mit einer Terrasse beziehungsweise einem Balkon versehen“, erläutert Kristina Joost, die die Parkanbindung und die Stadtnähe als Vorteil bezüglich des Standortes sieht.

Das Gebäude ist unterkellert. Dieser wurde bis 1954 als Eiskeller genutzt. „Er war der größte im historischen Stadtzentrum. Seine Ausmaße lassen sich noch heute auf der Baustelle durch die seitlichen Außenwände erkennen“, sagt Ortschronist Eckart Redersborg. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts soll es nach seinen Angaben in der Stadt mehr als sechs Eiskeller gegeben haben, in denen das Eis des Vielbecker Sees gelagert wurde (siehe nebenstehender Beitrag). Nutzer des Eiskellers in der August-Bebel-Straße war seit etwa 1900 die Bierbrauerei Schall & Schwencke. Letzter privater Nutzer des Eiskellers war der Bierverleger August Rukopf, der auch in dem Haus — damals noch Hindenburgstraße 54 — wohnte. „Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er inhaftiert. Er gehört zu den Opfern des berüchtigten Lagers ,Fünfeichen‘ bei Neubrandenburg“, erklärt Redersborg. Den letzten Kellermeister gibt er mit Herrn Starke an. „Der Vorname ist mir nicht bekannt.“

Mitte der 1980er Jahre besichtigte der damalige Rat der Stadt den Eiskeller. „Ich war damals zugegen“, sagt Eckart Redersborg. „Eine Nutzung als Eiskeller war nicht mehr möglich. Ein Gewölbe wurde damals zum Einsturz gebracht.“

Familie Joost: ☎ 0 38 81/71 33 30.

Altersgerechtes Wohnen in der Stadt
Barrierefreies Wohnen mit Aufzug
inklusive einer altersgerechten Wohnform — dahin geht in Grevesmühlen der Trend, auch wenn das Angebot noch eher mager ist. Aber das ist ein deutschlandweites Problem. Erst im vergangenen Jahr nahm das Pestel-
Institut in Hannover Mietwohnungen im Landkreis Nordwestmecklenburg unter die Lupe. Ergebnis: Nur ein Bruchteil ist altersgerecht saniert.



In vielen Fällen nehmen private Investoren nun das Ruder in die Hand: in der Wismarschen Straße zum Beispiel Marco Frenz, der die ehemalige Bäckerei Moll zum barrierefreien Wohnhaus umbaut. Das Projekt zweier Investoren auf dem ehemaligen Gelände des VEB Diamant in der Karl-Marx-Straße — hier sollten 86 Wohneinheiten entstehen — ist vorerst gescheitert.



Auch kommunale Unternehmen und Verbände gehen dem Trend des barrierefreien Wohnens nach. Die Wohnungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH (Wobag) baut auf dem Gelände der ehemaligen Sparkasse in der August-Bebel-Straße, 2012 modernisierte das Unternehmen einen Wohnblock
in der unteren August-Bebel-Straße. Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) ermöglichte altersgerechtes Wohnen in der Maxim-Gorki-Straße auf dem Gelände der ehemaligen Kita „Hummelland“.



Jana Franke

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