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Große Kunst in der Sankt-Georgen-Kirche

Wismar Große Kunst in der Sankt-Georgen-Kirche

Großartige und große Kunst ist jetzt in der Wismarer St.-Georgen-Kirche zu sehen. Die Skulpturen stammen vom europaweit renommierten Künstler Tony Cragg. Allerdings fand die gestrige Ausstellungseröffnung ohne ihn statt.

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Nur mit dem richtigen Blickwinkel f�llt auf, dass die filigrane, in sich verdrehte Figur, die drei Meter gro� ist, verschiedene Portr�ts zeigt. Fotos (3): nh

Wismar. Er hatte kurzfristig abgesagt.

Ein glänzendes Objekt, das sich im Chorbereich von St. Georgen über drei Meter hoch dem Licht der großen Lanzettfenster entgegenstreckt. Wenn nach der Mittagszeit das Licht genau auf das glänzende, in sich verdrehte und verschobene Stahl fällt, beginnt die Skulptur von innen, so scheint es, zu leuchten. Tony Cragg muss sich genau mit dem Raum von St. Georgen beschäftigt haben oder hatte einfach Glück mit der Platzierung des Objekts. „Die Plastiken von Tony Cragg senden eine Energie aus“, so Professor Udo Scheel als Leiter des Wismarer Kunstbeirates. Scheel hat die Kunst in die Hansestadt geholt.

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Nur mit dem richtigen Blickwinkel f�llt auf, dass die filigrane, in sich verdrehte Figur, die drei Meter gro� ist, verschiedene Portr�ts zeigt. Fotos (3): nh

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In der stählernen Skulptur ist diese Energie präsent. Besonders, wenn man genauer hinschaut. Da werden die sonst abstrakten Formen auf einmal zu Gesichtern. Menschliche Reliefs, die wie glänzende Scherenschnitte die Form ergeben. Aus der richtigen Perspektive wandeln sich die geschwungenen, Neugier erzeugenden Linien zum Gesicht, um sich dann wieder in der abstrakten Form aufzulösen. Ein wunderbares Spiel mit der Form und dem Material.

Ein ganz anderes Spiel mit dem Material im westlichen Querschiff. Ein altes Boot wird mit Kabeltrommel, Leiter und anderen Fundsachen zum Angelobjekt, zur Klette. Dicht an dicht hat Tony Cragg die Oberfläche des Holzes mit Schraubhaken und den Haken aus Kleiderbügeln überzogen. Wie eine Muschelschicht, eine Patina. Ein Boot, schwimmunfähig mit hunderten Löchern. Mit den Haken, die es einerseits töten und dem Angler andererseits die Möglichkeit der Bergung bieten. Udo Scheel lachend: „Wie nett, dass er uns eine Hommage an Wismar schickt.“ Der fehlende Künstler konnte nicht widersprechen. „Das ist doch eindeutig eine Annäherung an das Maritime, ein Memento Mori — bedenke, dass du sterblich bist. Alles wird am Ende durchbohrt und ist schwimmunfähig, nicht nur Boote“, so Scheel.

Mit so bekannter Kunst wurde die Reihe „Kunstraum St. Georgen“ eröffnet. „Wenn möglich soll nun einmal jährlich auf Empfehlung des Kunstbeirates eine Ausstellung ausgerichtet werden, wenn wir die Kraft oder Sponsoren haben, gerne auch zweimal jährlich, mehr wird aber gewiss nicht zu leisten sein“, so Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) bei der Ausstellungseröffnung. Udo Scheel verriet, dass er schon mit weiteren Künstlern im Gespräch ist, beispielsweise mit der Bildhauerin Christiane Möbus.

Die Ausstellung ist bis 31. März täglich von 11 bis 16 Uhr geöffnet, danach bis 2. April von 10 bis 18 Uhr. Eintritt frei.

Gebürtiger Liverpooler
Tony Cragg gilt als einer der bedeutendsten Bildhauer unserer Zeit. Er wurde 1949 in Liverpool geboren, arbeitete erst in einem Forschungsunternehmen und studierte dann Kunst. Bereits 1976 nahm er einen Lehrauftrag an der „Ecole des Beaux-Arts“ in Metz (Frankreich) an. Ein Jahr später zog er nach Wuppertal, dort lebt er noch immer. Ab 1979 lehrte er an der Kunstakademie in Düsseldorf, wurde 1988 dort Professor und fungierte als Projektor. Im Jahr 2009 wurde er Rektor der Kunstakademie.

Der Engländer ist Mitglied an der Royal Academy of Arts, London, und seit 2002 auch Mitglied der Akademie der Künste, Berlin. Er wurde mehrfach geehrt, u. a. mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.

Die Plastiken von Tony Cragg senden eine Energie aus.“ Professor Udo Scheel, Leiter des Wismarer Kunstbeirates

Nicole Hollatz

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