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Grundschule am Ploggensee sucht einen Schulwegbegleiter

Grevesmühlen Grundschule am Ploggensee sucht einen Schulwegbegleiter

Die Finanzierung ist bis Sommer gesichert / Zukunft ist ungewiss / Schulleitung hofft auf die Initiative von Eltern der zukünftigen Erstklässler in Grevesmühlen

Grevesmühlen. 7 Uhr, kurz nach 11 und kurz nach 12 Uhr — von montags bis freitags. Die Arbeitszeiten sind nicht gerade attraktiv, dennoch hofft die Schulleitung der Grundschule „Am Ploggensee“ in Grevesmühlen auf jemanden, der ab April die Schulwegbegleitung der Erst- und Zweitklässler übernimmt. Morgens müssen die Mädchen und Jungen aus dem Frühhort in der Kindertagesstätte „Am Lustgarten“ abgeholt und mittags je nach Unterrichtsschluss wieder hingebracht werden. In dieser Woche ist das noch durch eine Person gesichert, nach den Osterferien nicht mehr.

Die Besetzung des Postens ist das eine Problem, das andere die Finanzierung. Die ist bis zum Ende des Schuljahres gesichert, wie Peter Robst, Vorsitzender des Schulelternrates, versichert. Mit 200 Euro schlägt der Schulwegbegleiter zu Buche, derzeitig wird er zu einem großen Teil aus der Kasse des Schulfördervereins bezahlt. Doch auf deren Zettel stehen noch andere Projekte. Eine Lösung wäre, so Peter Robst, dass die Eltern der Erst- und Zweitklässler monatlich zehn Euro zahlen. Nur wenige würden diese Summe bedingungslos berappen, wenige andere verlangen, bevor sie die zehn Euro zahlen, vor allem Zuverlässigkeit des Schulwegbegleiters. Die ist derzeit nach Aussagen einiger Eltern nicht gegeben. Und das wiederum bringt Gefahren mit sich. Denn einige Kinder sind von älteren Schülern aus anderen Schulen schon angesprochen und nach Geld und Pausenbrot gefragt worden. Ein weiterer Gefahrenpunkt ist die Ampel in der Wismarschen Straße. „Manche Autofahrer nehmen die gar nicht wahr und fahren bei Rot“, schildert Peter Robst seine Beobachtungen. Heute sollen die Schüler Elternbriefe bekommen, in denen die Problematik noch einmal erläutert wird. „Wir hoffen auf eine Lösung“, sagt Peter Robst.

Eine brachte Bauamtsleiter Lars Prahler ins Spiel. Im Bauhof werden derzeit syrische, anerkannte Flüchtlinge beschäftigt. „Die sind sehr zuverlässig und pünktlich“, lobt er. Sie könnten auch die Schulwegbegleitung übernehmen. Einziger Knackpunkt: Das Duo ist nur sechs Wochen beschäftigt — als Praktikanten. Dann probieren sich die nächsten Flüchtlinge im deutschen Arbeitsalltag.

Schulleiterin Martina Olbrisch sieht darin keine Lösung. Bisher hätte es die Schule so gehandhabt, dass die Schulwegbegleiter — die früheren haben feste Arbeit bekommen — in den Klassen vorgestellt wurden. Wenn die Personen, ob deutscher oder ausländischer Herkunft, alle paar Wochen wechseln, würden die Kinder ob der vielen fremden Personen verunsichert. „Am Ende laufen sie mit irgendjemandem mit“, erläutert sie. „Wir benötigen eine feste Person über einen bestimmten Zeitraum.“

Bis Dezember 2014 gab es Schulwegbegleiter für die Ploggenseeschule und für die Grundschule „Fritz Reuter“ in Grevesmühlen — über das Bundesprojekt Bürgerarbeit. Als das auslief, konnte die Stadt die Stellen finanziell nicht mehr stemmen. Die Schaffung zweier fester Stellen würde den Haushalt jährlich mit 40000 Euro belasten. Der Schulförderverein der Reuterschule konnte einen ehrenamtlichen Schulwegbegleiter akquirieren, finanziell wurde die Stelle für dieses Schuljahr durch einen Sponsorenlauf abgesichert.

Wer Interesse an der Tätigkeit hat oder für den Schulwegbegleiter spenden möchte, kann sich bei Peter Robst melden: ☎ 0171 / 2 70 89 70.

Von Jana Franke

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