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„Gut, dass Deutschland wieder vereinigt ist“

Selmsdorf/Schlutup „Gut, dass Deutschland wieder vereinigt ist“

28 Jahre mit und ohne Mauer: Carmen Götz und Marcus Kreft sprechen über Ansichten und Erfahrungen

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Carmen Götz (55) ist auf dem Bild zu sehen, wie sie in Schlutup am Tag des Mauerfalls einen Bundesbürger umarmt.

Quelle: Foto: Jürgen Lenz

Selmsdorf/Schlutup. Sie saß im zweiten Auto, das am Abend des 9. November 1989 zwischen Selmsdorf und Lübeck über die offene Grenze fuhr: Carmen Götz, die damals noch Thoms hieß. Mit Mann, Bruder, Freundin und deren Tochter hatte sie sich von Dassow aus auf den Weg gemacht. In Schlutup traf die 26-Jährige auf jubelnde Menschen – dort, wo jetzt eine Grenzdokumentationsstätte steht. Gestern besuchte Carmen Götz das Museum als Gast einer Gedenkveranstaltung, organisiert von der Wählerinitiative „Die Unabhängigen“. Der Anlass: Die Mauer zwischen Ost und West ist jetzt länger verschwunden, als sie stand.

Auf das Ende der Teilung zurückblickend, sagt Carmen Götz: „Es ist gut, dass wir wieder ein Volk sind.“ Doch es sei zu schnell gegangen und: „Die Flüchtlingspolitik macht viel wieder kaputt.“ Sie habe den Eindruck, dass Politiker die Menschen in Ost und West wieder entzweien wollen.

Wenige Hundert Meter vom Grenzübergang entfernt erfuhr am Abend des 9. November 1989 ein 13-Jähriger vom Fall der Mauer. Der Junge war in Schlutup groß geworden. Er wohnte in einer Straße, die den Namen eines Ortsteils der Gemeinde Selmsdorf trägt: Bardowieker Weg. Seine Mutter war aus der DDR geflohen. Später durfte sie für Verwandtenbesuche zurück. Ihr Sohn fuhr mit. „Wir hatten immer einen Bezug zur DDR“, berichtet der heute 41-Jährige. Er sagt: „1989 hätte man sich nicht vorstellen können, dass ein Schlutuper einmal Bürgermeister in Selmsdorf sein könnte.“ Seit 2014 ist er es:

Marcus Kreft. 2005 zog er nach Teschow. Bei der Kommunalwahl 2009 erhielt er ein SPD-Mandat in der Gemeindevertretung. Bei der Wahl des Bürgermeisters fünf Jahre später gab eine Mehrheit ihm die Stimme. „Für mich spielt es keine Rolle, wo jemand herkommt“, sagt Marcus Kreft. Er wuchs nicht mit der Erwartung auf, dass die Mauer in naher Zukunft fallen würde. Heute sagt er: „Es ist gut, dass Deutschland wieder vereinigt ist.“ Jürgen Lenz

OZ

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