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Haben Sie ein Herz für Kinder!

Wismar Haben Sie ein Herz für Kinder!

Zum 26. Mal bitten wir die Leserinnen und Leser der OZ um Spenden für Hilfsbedürftige

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Die Großfamilie Kalz aus Wismar: Justin (15), Jonah (2), Fynn Luca (10), Mama Anika Kalz (34) mit Baby Lino (6 Monate), Fina (6) und Luca (7, v. l.). Der Adventskranz kommt erst morgen auf den Tisch. FOTO: NICOLE HOLLATZ

Wismar. Strahlende Kinderaugen und glückliche Gesichter in der Adventszeit und zu Weihnachten – das ist das Ziel der 26. Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“. Auch in der Wismarer Region ist nicht alles Gold, was glänzt. Die Zahl der hilfsbedürftigen Menschen hat auch in diesem Jahr zugenommen. Insbesondere alleinerziehende Mütter mit mehreren Kindern haben es schwer. „Der ,Erzeuger’ meiner vier Kinder hat sich einfach aus dem Staub gemacht. Um seine Kinder hat er sich nie gekümmert. Unterhalt habe ich nicht bekommen. So muss ich das alles alleine bewältigen. Ohne Unterstützung vom Sozialamt wüsste ich gar nicht, was ich machen sollte“, schildert eine 31-jährige Wismarerin ihre Situation.

200

bedürftige Familien aus Wismar und Umgebung erhalten ein Weihnachtspaket im Wert von jeweils 50 Euro. Weiterhin findet für diese Familien am Donnerstag, dem 22. Dezember, Beginn: 15 Uhr, in der Markthalle am Alten Hafen in Wismar eine besondere Weihnachtsfeier statt. Vom übrigen Spendengeld soll die „Wismarer Tafel“ unterstützt werden.

Spendenkonten

IBAN DE 18140510001006007322

Empfänger: OZ-Weihnachtsaktion Verwendung: „Helfen bringt Freude“

IBAN DE41 1406 1308 0204 1480 53

Empfänger: OZ-Weihnachtsaktion

Verwendung: „Helfen bringt Freude“

Ein weiteres Beispiel: „Meine 14-jährige Tochter hatte mir in der vergangenen Woche vorgeworfen, dass sie nicht einmal mit den Mädchen ihrer Klasse zur Disco gehen kann, weil ich ihr dafür kein Geld gebe. Als sie mir das so knallhart sagte, schämte ich mich. Ich bekomme Hartz IV und weiß gar nicht, wie ich die laufenden Kosten damit tragen soll. Es reicht nicht“, klagt eine 37-jährige aus dem Umland von Wismar.

Zwei Schicksale, von denen es in dieser Region Hunderte gibt. Damit es diesen Betroffenen wenigstens in der Adventszeit und zu Weihnachten ein wenig besser geht, sammelt die OSTSEE-ZEITUNG auch in diesem Jahr wieder Geld. 200 Familien mit Kindern sollen davon je ein Weihnachtspaket mit Lebensmitteln, Obst und Süßigkeiten im Wert von jeweils 50 Euro erhalten. Auf einer besonderen Weihnachtsfeier am 22. Dezember um 15 Uhr in der Markthalle am Alten Hafen in Wismar erhalten die Familien einen Gutschein, den sie dann anschließend im Marktkauf-Einkaufszentrum einlösen können. Vom übrigen Geld soll die Wismarer Tafel profitieren, denn die Zahl der Menschen, die dort auf Unterstützung beim Kauf von Lebensmitteln angewiesen sind, hat sich drastisch erhöht. Deshalb unsere herzliche Bitte: Vergessen Sie in der Vorweihnachtszeit die Kinder und hilfsbedürftigen Menschen nicht! Sie brauchen unsere Unterstützung und sind dankbar, wenn ihnen geholfen wird.

Sechs Kinder für Familienglück

Das war ein intensives Jahr für Familie Kalz aus Wismar. Nesthäkchen Lino kam zur Welt. Ein Wunschkind und Kind Nummer sechs in der Patchworkfamilie. Eigentlich ein Grund zur Freude, aber der kleine Mann wurde mit der seltenen Fehlbildung der Analatresie geboren. „Ihm fehlte das Poloch“, übersetzt Mama Anika Kalz. Eine angeborene Fehlbildung des Enddarms. Jedes Jahr kommen bis zu 250 Babys in Deutschland so zur Welt. Lino wurde vom Wismarer Krankenhaus nach Schwerin verlegt. „Drei Tage nach seiner Geburt wurde Lino operiert, und einen Tag nach der OP ging unser Auto kaputt“, erzählt die Mama weiter. Ein logistisches Problem – wie sollte die Großfamilie zum jüngsten Mitglied nach Schwerin kommen? Die Großeltern und viele Freunde halfen. „Wenn, dann kommt alles auf einmal“, seufzt Anika Kalz. Die 34-Jährige ist froh, dass diese Zeit überstanden ist. Lino ist zu Hause, ist ein aufgewecktes, ein lachendes Baby. Sechs Kinder leben in der Altbauwohnung am Rande der Altstadt.

Justin ist mit seinen 15 Jahren der älteste der sympathischen Rasselbande. Gerade hat er eine schwere Operation hinter sich und muss mit Krücken laufen. „Meniskus und Kreuzband, das kommt vom Fußball“, so Anika Kalz und stellt die Kinder weiter vor. Fynn Luca ist zehn Jahre alt und Fina sechs. Die drei Kinder hat Anika Kalz aus erster Ehe „mitgebracht“, war mit ihnen zum Teil alleinerziehend. Bis Daniel (29) in ihr Leben kam, und mit ihm Luca (7) aus seiner vorherigen Beziehung.

Der Tag für die Mutter fängt morgens um sechs an, die Kleinen sind zwischen 19 und 20 Uhr im Bett. Dann kommt noch etwas Haushalt. 23, 24 Uhr geht Anika Kalz schlafen. Sie würde, wenn Lino groß genug ist, auch gerne wieder etwas arbeiten. Sie ist gelernte Friseurin, hat selbst, als sie mit den Kindern alleinerziehend war, gearbeitet und geputzt, so weit das mit den Kinderbetreuungszeiten machbar war.

Die Familie lebt von dem, was Papa Daniel als Mitarbeiter in einer Spedition verdient, von den Unterhaltszahlungen, Kindergeld und Wohngeld. „Kein Hartz IV, da sind wir auch froh drüber, auch wenn wir jetzt Essensgeld, Hort und Kitageld selbst zahlen müssen“, berichtet Anika Kalz. Sie versucht, so sparsam zu haushalten, wie es in einem Achtpersonenhaushalt mit einer Katze, einem Hamster und einer Schildkröte geht. „Ich muss bestimmt auch Abstriche machen, das macht man doch als Mutter sowieso, aber man ist doch froh, wenn die Kinder glücklich sind.“

Peter Preuß und Nicole Hollatz

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