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Wismar Hafenumschlag: Kali war wichtigstes Produkt
Mecklenburg Wismar Hafenumschlag: Kali war wichtigstes Produkt
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00:01 23.06.2017
Durch neue Kali-Umschlagplätze im Wismarer Hafen wurden 1983 rund 2,3 Millionen Tonnen des „weißen Goldes“ auf Frachter verladen. Quelle: Foto: Jürgen Sindermann

Die erste Kali-Halle im Wismarer Seehafen ist am 23. Juni 1951 eingeweiht worden. Sie war dringend notwendig, um den wichtigsten Exportartikel aus dem Wismarer Hafen ohne Verluste umzuschlagen.

Bis Ende des 19. Jahrhunderts erfüllte der heutige Alte Hafen mit seinem um 1775 fertiggestellten Baumhaus und dem Thormann- Speicher von 1862 vielfältige Aufgaben. 1893, als am Baumhaus der Durchstich zum Neuen Hafen erfolgte, gab es eine Erweiterung. Dazu gehörten auch der ab 1909 geschaffene Holzhafen und der Westhafen. Die Umschlagmengen mit etwa 300000 Tonnen als Spitzenergebnis muten aus heutiger Sicht bescheiden an. 1927 wurde das Seegrenzschlachthaus errichtet, das den seeseitigen Im- und Export von Vieh erhöhen sollte. Die zwischen 1935 und 1940 erbauten Speicher auf der Lastadie waren enorm wichtig für den Getreidetransport, jedoch stagnierten die Umschläge, die neben Getreide auch Kohle beinhalteten. Über 200000 Tonnen wurden nicht mehr erreicht. Der Zweite Weltkrieg brachte den Umschlag nahezu zum Erliegen. Das Seegrenzschlachthaus erlitt Bombenschäden und wurde nach dem Krieg per Befehl demontiert.

Am 15. Juni 1946 gab es den Beschluss, dass die Lagerbunker im Kohlehafen zur Lagerung von Kali umgebaut werden sollten. Dort konnten etwa 30000 Tonnen eingelagert werden. Schwierigkeiten bekam man mit dem Transport, denn durch Witterungseinflüsse war es so hart geworden, „dass das in offenen Bunkern lagernde Kali gesprengt werden und mit Presslufthammern aufgelockert und mit einer hohen Zahl von Arbeitskräften mühsam verladen werden musste“, hieß es damals. Der gestiegene Absatz machte eine bessere Lagerung notwendig. So wurde im September 1948 mit dem Bau einer neuen Kali-Verladeanlage begonnen, die am 15. März 1949 fertiggestellt wurde. Der Kali-Umschlag stieg weiter, und es mussten neue Lagerkapazitäten her. Deshalb wurde vor 66 Jahren die neue Halle gebaut.

Am 18. Juli 1956 ist dann die größte Kali-Kippanlage Deutschlands in Betrieb genommen worden. Sie hatte zwei Kippdrehscheiben, von denen je ein Eisenbahnwaggon etwa 60 Grad emporgehoben werden konnte. Durch eine trichterförmige Vorrichtung kam die Kali-Ladung auf ein unterirdisch laufendes Transportband, auf dem das Kali über 200 Meter bis zum Lagerraum des zu beladenen Schiffes befördert wurde. Die Kippanlage hat eine Kapazität von rund 300 Tonnen je Stunde und konnte drei Schiffe gleichzeitig beladen. Dabei entstanden „Kali-Wolken“, die die nähere Umgebung beeinträchtigten.

Kleingärtner waren über die ungewollte „chemische Düngung“ mehr als verärgert.

Nach der Wende lief der Kali-Umschlag aus Bischofferode aus. Es mussten neue Geschäftsfelder erschlossen werden. Heute hat der Seehafen Bedeutung vor allem für Massengüter und massenhafte Stückgüter. Rund- und Schnittholz, Stahl und Schrott, Torf sowie Baustoffe werden ebenso umgeschlagen wie Kali.

Detlef Schmidt

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