Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wismar Handel wie zu Zeiten der Hanse
Mecklenburg Wismar Handel wie zu Zeiten der Hanse
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:09 14.06.2018
Anke Dartsch und Volker Rövensthal stehen im Antriebsrad des historischen Holzkrans im Rostocker Stadthafen. Quelle: Fotos: Ove Arscholl (1), Marlies Walther (1)

In weniger als zwei Wochen ist es soweit: Rostock feiert den Internationalen Hansetag. Das Hanse Sail Büro hat sich für das viertägige Fest eine besondere Aktion ausgedacht. Sie wollen die Hanse beim sogenannten „Hanse Trading“ wieder auferstehen lassen. Da machen auch die Wismarer mit.

Wismarer Kogge beteiligt sich am „Hanse Trading“ / Der Erlös geht zu 100 Prozent an die Schiffe

„Hanse Trading“

16 Schiffe kommen zum Internationalen Hansetag – auch das größte

fahrtüchtige Museums-Frachtschiff der Welt, die „Cap San Diego“.

Sie wird in Warnemünde liegen.

Am 21. Juni, 18 Uhr, werden Waren mit dem historischen Holzkran

am Stadthafen entladen.

Die Idee ist einfach: Vier Traditionsschiffe transportieren auf ihrer Tour nach Rostock Waren und die Unternehmen oder Städte zahlen dafür Frachtgebühr. „Wir wollen damit unser Motto ,einfach handeln’ mit Leben füllen“, sagt Anke Dartsch. Die 55-Jährige vom Hanse Sail Büro leitet das Projekt „Hanse Trading“ – zu Deutsch „Hanse Handel“. Sowohl die „Lisa von Lübeck“, die „Kamper Kogge“, die „Wissemara“ als auch die estnische „Hiiu Ingel“, die hier auf ihre Jungfernfahrt geht, wollen die Fracht während des Festes in Rostock anliefern.

Für diesen Anlass wurde auch der Holzkran am Stadthafen überholt. „Wir haben Wartung und Pflege um zwei Jahre vorgezogen“, erklärt Anke Dartsch. Denn mit diesem Tretkran soll am Donnerstag, 21. Juni, die Ladung der „Kamper Kogge“ an Land geholt werden. Zwei Leute bewegen sich dann in dem überdimensionalen „Hamsterrad“, um den Kran zum Laufen zu bringen. „Das Hansevolk zu Lübeck wird dabei sein und die Ladung symbolisch auf die Karren laden“, erzählt die Projektleiterin. Diese Schauspieler in historischen Gewandungen würden mit Herzblut ihre Rollen spielen. Nach und nach sollen Senf, Kuchen, Käse und eine überdimensionale Sektflasche entladen werden. „Das wird ein richtiges Spektakel.“ Am Freitag sollen weitere Schiffe entladen werden. Allerdings kommt hier der Tretkran wohl nicht zum Einsatz.

Mit der Handel-Aktion wolle Rostock sich von den bisherigen Ausrichtern des Internationalen Hansetages abheben. „Es sollte ein kleiner Gag werden, aber es ist zu einem Riesenprojekt angewachsen“, sagt Anke Dartsch. Dabei habe jede Stadt, jeder Transporteur eine eigene Geschichte. „Damit werden wir in Erinnerung bleiben“, ist sie überzeugt. Auch alle sechs Hansestädte aus MV würden geschlossen auftreten. „Anklam, Demmin, Rostock, Stralsund, Greifswald und Wismar nehmen mit ihren Produkten am Hanse Trading teil.“

Insgesamt beteiligen sich 23 Städte und Unternehmen an dem Projekt. Dabei verlief der Start eher schleppend. „Wir mussten erst betonen, dass es als Marketing-Kampagne anzusehen ist“, sagt die Projektleiterin. Denn natürlich sei es günstiger und einfacher, die Waren in größerer Menge auf dem Landweg anzuliefern. „Ursprünglich sollte jeder 38 Kilogramm mitgeben und dafür 800 Euro Frachtrate zahlen“, erklärt die Projektleiterin Anke Dartsch. Die „38“ solle dabei auf den 38. Hansetag anspielen, während sich die „800“ auf den Stadtgeburtstag von Rostock bezieht.

Nicht jedes Unternehmen hat sich dabei an diese Rate gehalten. Der Ladehafen Riga verschiffe zum Beispiel nur 16 Kilogramm des Riga Balzams. „Das ist ein Kräuterlikör, ein bekanntes Exportgut.“ Eine Bio-Firma aus Greifswald geht dabei ungewöhnliche Wege. „Sie lassen Apfel-Chips verladen: 800 Tüten zu je 38 Gramm“, sagt Anke Dartsch schmunzelnd. Die verschifften Produkte werden im Hanse Kontor oder auf dem beiliegenden Markt verkauft. Die Projektleiterin geht davon aus, dass andere wiederum verschenkt werden.

Für die Schiffe lohnt sich der Aufwand allemal. „Die Frachtrate kommt 100-prozentig dem Schiff zugute und ist für den Erhalt der Traditionsschiffe gedacht“, erklärt Anke Dartsch. Und die Schiffe verlassen Rostock nicht mit leerem Bauch. „Wir geben Rostocker Bier mit in die Heimathäfen.“ Schließlich sei Bier das Hauptexportgut aus Rostock gewesen. 48 Prozent aller Lasten, die mit Koggen befördert wurden, waren Rostocker Bier.

Johanna Hegermann

Die beiden Menzendorfer Christopher Goerke und Johann Hentschel fahren bei der Rallye „Baltic Sea Circle“ durch zehn Länder

16.06.2018

Jeder Ozean-Riese wird mit einem lauten Knall verabschiedet – gestern die „Seabourn Ovation“

14.06.2018

Große Freude in Hornstorf und Zierow: Die beiden Gemeinden haben von Landrätin Kerstin Weiss (SPD) Zuwendungsbescheide für die Erweiterungen einer Kita und der Gehweg-Erneuerung zum Strand erhalten.

14.06.2018
Anzeige