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Wismar Hansestadt kocht über den Tellerrand
Mecklenburg Wismar Hansestadt kocht über den Tellerrand
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00:01 08.07.2017
Wir freuen uns schon auf Mecklenburger Rezepte.Ina Peppersack „Kitchen on the run“
Wismar

Gambische Fischsuppe und Kohlrouladen – passt das zusammen? „Natürlich!“, sagt Ina Peppersack vom Berliner Verein „Über den Tellerrand“. Auf dem Friedensplatz in Wismar Wendorf hat sie gemeinsam mit Agnes Disselkamp und Daniel Schoon einen blauen Schiffscontainer aufgebaut – darin eine voll ausgestattete moderne Küche. In den nächsten fünf Wochen soll mitten auf dem Platz gekocht, gegessen und gelacht werden.

Wir freuen uns schon auf Mecklenburger Rezepte.Ina Peppersack „Kitchen on the run“
Freuen sich auf die Kochabende: Daniel Schoon, Ina Peppersack, Bürgermeister Thomas Beyer, Petra Steffan vom Büro für Chancengleichheit, Katrin Remer von der Wobau, Petra Hagenstein-Höppner von Markant, Agnes Disselkamp und Gerhard Raabe von der Bürgerstiftung (v. l.).

Das Projekt „Kitchen on the run“, zu Deutsch in etwa „Küche auf der Flucht“, soll deutschlandweit Flüchtlinge und Einheimische zusammenbringen. Den Container nach Wendorf hat Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) höchstpersönlich geholt. Er schrieb eine Bewerbung an den Verein und setzte sich damit gegen 30 weitere Mitbewerber durch. „Integration kann auf verschiedene Art und Weise stattfinden.

Hauptsache ist, dass wir lernen, miteinander zu leben“, sagte der Bürgermeister bei der Vorstellung des Projekts am Donnerstag. Beyer habe sich sofort Wendorf als Standort für den Kochcontainer vorgestellt, weil in dem Stadtteil vergleichsweise viele Geflüchtete leben.

Vor der Anreise haben sich die Berliner Kochbotschafter Wendorf persönlich angeschaut. Es sei schön, in einem Wohngebiet zu kochen, sagt Peppersack. So komme man schnell mit Leuten ins Gespräch.

Schon beim Aufbau des Containers hätten Anwohner Interesse an dem Projekt gezeigt. „Wir wollen an Orte gehen, wo es ein starkes Netzwerk an Menschen und Organisationen gibt, die Begegnungen zwischen Geflüchteten und Beheimateten bisher aber eine Ausnahme blieben“, sagt die 27-Jährige.

Gemeinsam Zwiebeln zu schnippeln und an einem Tisch zu essen ist für Disselkamp die beste Art, Berührungsängste abzubauen. Essen drücke immer etwas Persönliches aus und werde in jeder Kultur und sozialen Schicht positiv aufgenommen. Die Sprache sei dabei zweitrangig, betont die 29-Jährige. „In unserer offenen Küche kann man einfach mit dem Finger auf Gewürze oder Töpfe zeigen. Man muss nicht jede Vokabel kennen.“

Auf dem Friedensplatz sollen sich ab Dienstag vier Mal in der Woche etwa 20 Menschen zum gemeinsamen Kochen treffen. Die Teilnahme ist grundsätzlich kostenlos. Ob mit oder ohne Migrationshintergrund:

Jeder kann „Gastgeber“ sein und ein Rezept vorschlagen. An einem Abend werden dann bis zu drei verschiedene Gerichte gekocht – Überraschungen vorprogrammiert. „In Lörrach haben wir über 60 Rezepte ausprobiert!“, schwärmt Ina Peppersack. An einige von ihnen erinnert sie sich besonders gern: „Richtig gut geschmeckt haben Chinkali, die georgischen Teigtaschen. Wenn man sie falsch faltet, gehen sie beim Kochen auf. So musste die Gastgeberin jede Teigtasche einzeln prüfen und neu formen.“

Von Mai bis August touren die drei Berliner mit „Kitchen on the run“ quer durch Deutschland. Stationen sind: Frankfurt, das baden-württembergische Lörrach, Wismar und Brackwede, ein Stadtteil von Bielefeld. Finanziert wird das Projekt vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und lokalen Spendern. In der Hansestadt unterstützen Bürgerstiftung, Wobau sowie die Supermärkte Markant und Marktkauf den integrativen Kochcontainer. Leiterin der nahgelegenen Markant-Filiale, Petra Hagenstein-Höppner, übergab Einkaufsgutscheine im Wert von 250 Euro. „Viele Flüchtlinge gehören zu unserer Kundschaft. Ich möchte erfahren, was sie gerne essen und vielleicht unser Sortiment anpassen“, sagt sie.

Der blaue Container am Friedensplatz soll auch nach seiner Abfahrt für Begegnungen sorgen. „Wir wollen mehr sein als eine Hüpfburg, die in einen Stadtteil kommt und dann wieder geht“, sagt Peppersack. Gemeinsam mit lokalen Initiativen wolle man überlegen, wie man solche Kochabende langfristig etablieren kann. Mehr als eine Küche sei dafür nicht nötig.

Mitmachen bei „Kitchen on the run“

Das Kochprojekt „Kitchen on the run“ ist kostenlos und offen für alle. Wer mitmachen möchte, meldet sich im Internet an oder fragt Ina, Agnes oder Daniel am Friedensplatz in Wendorf persönlich. „Gastgeber“ bringen eigenes Rezept und Einkaufsliste mit. „Kitchen on the run“ erledigt den Einkauf. „Gäste“ helfen mit beim Kochen. Nach dem gemeinsamen Essen wird gemeinsam gespült. Die Kochabende finden ab 11. Juli von Dienstag bis Freitag statt.

Info und Anmeldung: www.kitchenontherun.org

Alexander Salenko

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