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Wismar Gibt es in Wismar zu wenig Hausärzte?
Mecklenburg Wismar Gibt es in Wismar zu wenig Hausärzte?
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18:19 04.12.2018
Ein Hausarzt misst in seiner Praxis einer Patientin den Blutdruck. Quelle: Bernd Weißbrod/dpa
Wismar

Wie kann erreicht werden, dass sich mehr Hausärzte in Wismar niederlassen? Nach Auffassung der Für-Wismar-Fraktion gibt es in der Hansestadt eine „hausärztliche Unterversorgung“. Deshalb sollte die Bürgerschaft den Bürgermeister beauftragen, gegebenenfalls mit der Kassenärztlichen Vereinigung MV ein Konzept zu erarbeiten und umzusetzen, wie offene Vertragsarztstellen besetzt werden können.

Dieser Vorschlag der Für-Wismar-Fraktion von Ende Juni wurde nun im Sozialausschuss diskutiert. Seinerzeit waren 8,5 hausärztliche Zulassungen im Planungsbereich Wismar offen. Vier weitere Hausärzte suchten Praxisnachfolger. „Die Situation hat sich im Vergleich zu 2016 noch verschlechtert. Da gab es acht offene Hausarztstellen“, erklärte Dr. Marcel Schröder. Der niedergelassene Psychiater ist als sachkundiger Einwohner für die Für-Wismar-Fraktion im Ausschuss tätig.

Laut Dr. Dan Oliver Höftmann von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) bestehe für den Bereich Wismar, einschließlich Insel Poel, ein Versorgungsgrad von 95,2 Prozent. In der Hansestadt gibt es 23 niedergelassene Hausärzte, davon seien acht Mediziner 60 Jahre und älter. Weitere elf Hausärzte seien im Angestelltenverhältnis tätig. Höftmann räumte zwar eine „angespannte Situation bei Hausärzten“ ein. Sie sei aber nicht schwierig und es drohe auch keine Unterversorgung.

In den Jahren 2016/17 habe die Kassenärztliche Vereinigung (KV) vier hausärztliche Zulassungen gefördert, berichtete Höftmann, der Ansprechpartner für Praxisgründung/Praxisstruktur und Praxis in der Niederlassung ist. „Engpässe in der medizinischen Versorgung bekommen wir über die Terminservicestelle mit“, sagte er. Das sei aber lediglich bei neurologisch-psychiatrischer Versorgung der Fall gewesen. Mit der Zulassung für zwei Neurologen in der Region Wismar gebe es nun laut Höftmann eine Verbesserung.

Ob er Möglichkeiten seitens der Stadt sehe, Anreize für Ärzte zu schaffen, sich in Wismar niederzulassen, wollte Marcel Schröder wissen. Sicher würde es den Wohlfühlfaktor beeinflussen, wenn der Ehepartner ebenfalls einen Job findet und es Kinderbetreuungsplätze gibt. „Am Umfeld liegt es nicht“, bestätigte Michael Jürgensen, der als Geschäftsführer des Sana Hanse-Klinikums Wismar ebenfalls eingeladen war. „Wir müssen was tun, damit potenzielle Interessenten ein positives Bild von der Region bekommen“, sagte Jürgensen. Negative Schlagzeilen, beispielsweise wegen fremdenfeindlicher Übergriffe, seien schädlich. Ausländische Ärzte würden deshalb abwartend und abwehrend reagieren.

Auch solche Anreize für junge Mediziner, wie ein halbes Jahr kostenfreies Wohnen, seien nicht zielführend. „Ist die Zeit rum, sind sie wieder weg“, so die Erfahrungen des Klinikchefs. „Wir müssen uns letztlich intensiver vermarkten, über die Grenzen Nordwestmecklenburgs hinaus.“

Das Hanse-Klinikum verfügt über 27 Sitze im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ). Über permanentes Ausschreiben von Stellen für Allgemeinmediziner sei es gelungen, drei zu besetzen: in Praxen in der Bürgermeister-Haupt-Straße und an der Kapitänspromenade. In der Dauerausschreibung befinden sich laut Jürgensen 8,5 Arztstellen. „Die Situation hat sich nicht verbessert, aber auch nicht verschlechtert“, stellte der Geschäftsführer fest. Nicht zuletzt verwies er darauf, dass das Hanse-Klinikum Allgemeinmediziner ausbildet. „Zum Teil bleiben sie dann auch.“

Marcel Schröder beharrte auf der Notwendigkeit, „für die Zukunft zu planen“. Der Arzt brachte dafür auch ein Stipendium der Stadt für Medizinstudenten ins Spiel, um sie nach der Ausbildung vertraglich zu binden. „Solche Verträge sind meist anfechtbar“, warnte Michael Jürgensen. Christa Hagemann (Die Linke) und Wolfgang Box (CDU) sprachen sich dafür aus, interessierten Ärzten Wismar „als liebenswerte Stadt anzupreisen“.

Die Mehrheit der Ausschussmitglieder kam übereinkam, dass die Bürgerschaft über die hausärztliche Versorgung jährlich zu unterrichten sei und bei einer weiteren Verschlechterung Gegenmaßnahmen ergriffen werden sollten. Dies war Teil zwei des Vorschlages der Für-Wismar-Fraktion, der dem Stadtparlament nun zum Beschluss empfohlen werden soll. Ein Konzept zur Verbesserung der hausärztlichen Versorgung sei vorerst nicht erforderlich.

Haike Werfel

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