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Wismar Helfen bringt Freude: Unterstützung fürs Ehrenamt
Mecklenburg Wismar Helfen bringt Freude: Unterstützung fürs Ehrenamt
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08:00 01.12.2018
Das Hairspray-Musical der Jugendlichen begeisterte und sorgte mehrfach für ein ausverkauftes Theater. Quelle: Nicole Hollatz (Archiv)
Wismar

„Tenöre, achtet auf das B!“, spricht Anh Khoa Tran eben die Jungs vor seiner Nase an. Die sind so alt wie er, teilweise älter, und sitzen am Freitagabend in der Großen Stadtschule „Geschwister Scholl Gymnasium“. Und proben. Freiwillig. Selbstbewusst. Diszipliniert. Dort, wo sonst ein Erwachsener sitzt, sich über die Handynutzung ärgert oder meckert, weil einer zu spät kommt, sitzen gleichaltrige. Telefone werden kaum genutzt – die Jugendlichen müssen sich auf ihre Noten und Texte konzentrieren, auf das „B“, das die Tenöre noch nicht ganz sauber treffen. Der 16-jährige Anh Khoa Tran spielt auf dem Klavier, geht im rasenden Tempo durch die einzelnen Passagen des Liedes und gibt Anweisungen. „Die Ansätze müssen sauberer kommen, der Bariton bitte noch einmal die Stelle!“ Oder, laut lachend: „Da muss mehr Knastschlampe raus zu hören sein!“ Das wirkt: „Wow- nicht schlecht!“

Seit Wochen proben die gut 100 Jugendlichen an ihrem dritten Musical. Nach den Erfolgen von „Hairspray“ und „High School Musical“ werden sie im kommenden Jahr das Musical „All shook up!“ mit der Musik von Elvis Presley auf die Wismarer Theaterbühne bringen. Nochmal: 100 Jugendliche aus Wismar und Nordwestmecklenburg singen, tanzen, schauspielern und stellen so ein Mammutprojekt in Eigenregie auf die Beine, von der Finanzierung über Bühnenbild, Kostüme, Proben, Marketing bis hin zur Premiere. Alles neben der Schule oder der Ausbildung.

Aber vorher bringen sie ihr Weihnachtsmusical auf die Bühne. „Wir wollten eigentlich nur Weihnachtskonzert machen um Geld für die aktuelle Produktion einzuspielen“, erzählt Willi Sellmann (18). Er macht gerade sein Freiwilliges Jahr in der Kultur im Jauxi-Verein. Den haben die Jugendlichen gegründet, um ihr Engagement und ihre Musikalität auch auf rechtssichere Beine zu stellen. Aus dem geplanten Konzert wurde eine Weihnachtsshow mimt Musik und Schauspiel. „Es ist etwas eskaliert“, lacht Willi Sellmann. Die Gäste können sich auf die Show am 21. Dezember um 18 Uhr im Wismarer Theater freuen , vorausgesetzt sie bekommen noch Karten.

Geld für solch eine große Musical-Produktion brauchen die Jugendlichen und ihr Verein immer. Denn sie holen sie sich Profis für den Gesangsunterricht oder externe Workshops ins Boot, sie bauen das Bühnenbild und gestalten die Kostüme selbst. Deshalb unterstützt die OZ-Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ den Verein und weiteres ehrenamtliches Engagement – das der Wismarer Rettungsschwimmer. Auch sie haben sich zu wichtigen Pfeilern im sozialen Bereich der Stadt entwickelt und sind auf Spenden angewiesen, um ihre großartige Arbeit fortführen zu können.

Fritzi Pohl (14) und Ylva Pickenbach (11, r.) haben in diesem Jahr beim 12-Stunden-Schwimmen der DLRG mitgemacht. Damit sammelt die Ortsgruppe Geld für Ausbildungskurse. Quelle: Kerstin Schröder

Die Ortsgruppe der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sorgt nicht nur dafür, dass im Sommer die Strände in der Region gut überwacht werden. Ihre Mitglieder kümmern sich auch um Kinder aus finanzschwachen Familien, Krebspatienten, Erwachsene, die nicht schwimmen können, und helfen in Havarie- und Katastrophenfällen. Möglich ist das nur dank vieler 25 Übungsleiter, Trainer und Ausbilder, die in ihrer Freizeit am Beckenrand stehen: So wie Renate Moritz, die jeden Mittwoch im Außenbecken des Wonnemar eine Therapiegruppe für Frauen mit Brustkrebs betreut, oder Harald Schütt, der eine Kindergruppe für Wettkämpfe trainiert. Auch Mädchen und Jungen, die noch nicht schwimmen können, werden dank der DLRG ausgebildet. Wie Pressesprecherin Dana Gromoll berichtet, haben seit der Gründung der Ortsgruppe im Jahr 1990 bisher 2600 Kinder und mehr als 200 Erwachsene das Schwimmen erlernt. Außerdem sind mehr als 1300 Rettungsschwimmer ausgebildet worden.

Dana Gromoll schickt auch Kinder ins Wasser – aus finanzschwachen Familien, deren Eltern sich Schwimmkurse nicht leisten können. Zwei dieser Kurse sind bereits durchgeführt worden – dank einer Spendenaktion beim jährlichen Zwölf-Stunden-Schwimmen. Einige Mädchen und Jungen haben so viel Spaß gehabt, dass sie sich für weitere Kurse angemeldet haben.

Dana Gromoll von der Ortsgruppe der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft Wismar (DLRG) Quelle: Frank Söllner

Mit über 500 Mitstreitern ist der Wismarer Verein einer der größten in der Hansestadt und die größte DLRG-Ortsgruppe in Mecklenburg-Vorpommern. Die Altersspanne der Mitglieder reicht von fünf bis 83 Jahren.

Mit Ihren Spenden, lieber Leser, wollen wir auch Geld für Ausbildungskurse und -materialien der DLRG-Ortsgruppe sammeln. Immerhin kann kann - wie ein aktuelle Studie beweist - ein Viertel der Kinder zwischen neun und zwölf Jahren immer noch nicht schwimmen. Die Wismarer Rettungsschwimmer wollen das ändern.

Bitte, liebe Leser, helfen Sie mit, dass das großartige Engagement der DLRG-Ortsgruppe und des „Jauxi!Entertainment“ fortgeführt werden kann. Jeder Euro zählt! Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Die Spendenkonten

Wenn auch Sie, liebe Leser, die OZ-Weihnachtsaktion unterstützen möchten, können Sie auf folgende Konten spenden – mit dem Kennwort „Helfen bringt Freude“:

Bei der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest: Empfänger DLRG Wismar, IBAN: DE98140510001006025185

Bei der Volks- und Raiffeisenbank: Empfänger Jauxi!Entertainment, IBAN: DE52140613080104132610

Nicole Hollatz und Kerstin Schröder

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