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Herr Storch baut dem Storch ein Nest

Herrnburg Herr Storch baut dem Storch ein Nest

Herrnburger Feuerwehr unterstützt die Ansiedelung der seltenen Vogelart im Ort

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Ich finde es eine gute Idee, dass Herr Storch dem Storch ein Nest herrichtet. Patrick Storch (30)

Herrnburg. Nomen est omen – Der Name ist ein Zeichen: Wenn diese Redensart zutrifft, dann hat der Herrnburger Wehrführer Oliver Boest bei einer ungewöhnlichen Aktion alles richtig gemacht. Für einen Einsatz in luftiger Höhe wählte er aus den Reihen der Brandschützer einen Kameraden mit passendem Familiennamen aus. So kam es, dass Patrick Storch nun unweit der Herrnburger Binnendüne ein Storchennest auf einen Mast montierte – damit sich tierische Störche im Ort niederlassen. Herr Storch nimmt's als gutes Omen und mit Humor. Der 30-Jährige sagt: „Ich finde es eine gute Idee, dass Herr Storch dem Storch ein Nest herrichtet.“

 

OZ-Bild

Feuerwehrmann Patrick Storch (30) postiert ein Storchennest auf einem ausgedienten Telefonmast in Herrnburg. FOTOS (2): JÜRGEN LENZ

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Der menschliche Storch kam 2010 nach Herrnburg. Seitdem wohnt der ehemalige Lübecker mit seiner Familie im benachbarten Mecklenburg. Vor zwei Jahren trat er in die freiwillige Feuerwehr ein. Als er im Korb der Drehleiter steht, um die Nisthilfe auf den Mast zu hieven, steht Oliver Boest unten. Der Wehrführer lächelt, als er nach oben ruft: „Bau das vernünftig. Es ist für deine Verwandtschaft.“

Für die Herrnburger Wehr ist die Aktion Ehrensache. Oliver Boest erklärt: „Wir unterstützen unser Dorf.“

Der Einsatz von Patrick Storch, Nico Butzke und Oliver Boest ist für die Wehr ein besonderer, er ist aber nicht der erste, der Störchen gilt. Der Herrnburger Wehrführer erzählt: „Wir haben vor Jahren schon mal einen Jungstorch in ein Nest gehoben.“ Das war bei Elfriede und Dieter Bamberg, die zwischen Herrnburg und Lüdersdorf in einem Bahnwärterhaus wohnten. Viele Jahre brüteten in der Nähe ihres Zuhauses Störche und immer wieder lud das Paar Kinder zum Picknick ein, um ihnen zu zeigen, wie die seltenen Vögel leben.

Detlef Feil hat das Nest geflochten, das die Herrnburger Feuerwehr nun unweit der Binnendüne auf einen Mast gesetzt hat. Er hatte gesehen, dass auf der Nisthilfe aus Metall das Nest fehlte. Dann schnitt er Weidenruten aus einem Knick, informierte sich beim Naturschutzbund Deutschland über die Maße eines Storchennestes und legte los. Der 52-Jährige erzählt: „Ich habe ungefähr 16 Stunden an dem Storchennest gearbeitet.“ Dann weist Detlef Feil auf eine Tradition hin: „Früher arbeiteten hier in Herrnburg Korbflechter.“ Bis ins 20. Jahrhundert hinein war der Ort für die Kiepenmacherei bekannt.

Für die Nisthilfe aus Metall haben Uwe Grimm und die Edis gesorgt. Der Herrnburger bat den Energieversorger, ein geeignetes Eisengestell auf einen Telefonmast zu setzen, der nicht mehr gebraucht wurde – was die Edis dann auch machte. Heute bedauert Uwe Grimm: „Störche waren als Zehn- bis Fünfzehnminutengäste hier, aber nie länger.“ Aber vielleicht klappt's ja nun mit dem neuen Nest, das Herr Storch dem Storch bereitet hat.

In Nordwestmecklenburg lassen sich seit Jahren immer weniger Störche nieder. Nach Auskunft der Landesarbeitsgemeinschaft Weißstorch nisteten hier im vorigen Jahr nur 27 Paare. 2015 waren es 31, 2014 noch 36.

Jürgen Lenz

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