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Herrentagsparty in „Preensberg“

Preensberg Herrentagsparty in „Preensberg“

Siegfried Langusch organisiert die Feier in dem Ort, den es gar nicht mehr gibt

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„Preensberg ist am Vatertag für uns ein absolutes Muss“, meinten Martin Saager, Christian Fedke, Enrico Kühn sowie Michael Duwe (v. l.), die sich mit einer alten DDR „Dieselameise“ auf den Weg zum Heimattreffen gemacht hatten. Fotos (4): Daniel Koch

Preensberg. „Was vergangen, kehrt nicht wieder, aber es ging leuchtend nieder.“ Dieser Spruch ziert die Heimat- und Wanderhütte auf dem Gelände in Preensberg, einem Ort, den es eigentlich seit über 40 Jahren nicht mehr gibt. Am 3. April 1970 schloss damals Siegfried Langusch sein Elternhaus zu und verließ mit der Oma und seiner Tochter den kleinen Ort nahe Goldebee, in dem einst 60 Menschen lebten. Kurz danach wurde der Ort „geschliffen“.

OZ-Bild

Siegfried Langusch organisiert die Feier in dem Ort, den es gar nicht mehr gibt

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Vergessen wollte Langusch seine Heimat aber nie. Und so hatte er 2006 die Idee, dort ein Heimattreffen zu organisieren. Das zehnte Preensberger Treffen fand gestern mit einem Besucherrekord statt.

„Ohne die tatkräftige Hilfe der vielen Freiwilligen hätten wir das aber nicht auf die Beine stellen können“, erinnerte sich Langusch gestern zurück und dankte — stellvertretend für alle anderen — besonders Mario Oehmichen samt Familie sowie Siegfried Jortzig für ihren unermüdlichen Einsatz.

In den letzten zehn Jahren ist aus dem kleinen Heimattreffen ein fester kultureller Termin geworden, das bewiesen auch die diesjährigen Besucherzahlen. „Grob geschätzt sind es etwa 500 Leute“, so Siegfried Langusch nach einem prüfenden Blick in die Runde. Dieser Zuspruch ist aber nicht nur Dank und Anerkennung für ihn, sondern zugleich auch der Beweis für das große Interesse der Menschen an diesem versunkenen Dorf. „Preensberg ist einfach ein fester Bestandteil unserer Vatertagstour“, meinte auch Martin Saager, der zusammen mit drei Kumpels auf einer alten „Dieselameise“ aus frühen DDR-Zeiten auf das Gelände tuckerte.

Leise und fast ein wenig wehmütig erinnerte sich hingegen Erika Drews (geb. Witt) daran zurück, wie sie 1945 als Vierjährige nach Preensberg kam. Zusammen mit sechs Geschwistern und ihrem kriegsversehrten Onkel war die Mutter mit ihnen aus Ostpreußen geflohen. Im ehemaligen Gutshaus fanden sie damals Unterkunft. „Auch wenn die Zeiten unvorstellbar arm, schlimm und entbehrungsreich waren, so denke ich immer noch gerne an meine Kindheit hier im Dorf zurück“, so die jetzt 74-Jährige, die 1960 in Preensberg heiratete und dann nach Benz zog.

Zusammen mit den vielen anderen Gästen stimmte sie vollmundig in das Preensberger Heimatlied mit ein und applaudierte begeistert den Darbietungen der „Line-Dancer“ aus Neukloster sowie dem Kinder- und Jugendensemble Dorf Mecklenburg. „Ich komme jedes Jahr hier her und es ist immer wieder ein Erlebnis für mich“, meinte Harri Kobsa (74), der sich danach wieder zu Fuß (!) auf den Weg nach Wismar zurück machte.

Der Ort

Preensberg ist seit 1970 eine Wüstung auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Benz. Sie liegt etwa zehn Kilometer östlich von Wismar — zwischen den Benzer Ortsteilen Gamehl und Goldebee sowie dem Züsower Ortsteil Alt Tollow.

Von der Besiedlung zeugen noch vereinzelte Trümmerreste, Sträucher, Holunderbüsche und verwilderte Obstbäume. Etwa 200 Meter östlich der einstigen Ortslage weisen Hügel und Wälle auf einer mit Feldahorn bestandenen Fläche auf den Standort der ersten Burg hin.

Ursprung des am 26. November 1367 ersterwähnten Ortes ist eine mittelalterliche Burg, die Rittersitz war.

Als letzte Einwohner verließen am 3. April 1970 eine Rentnerin und ihre Enkelin Preensberg. Die Gebäude verfielen, woraufhin der Ort 1973 geschleift wurde. Seit 2006 finden Heimattreffen in der ehemaligen Ortslage statt.

Von Daniel Koch

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