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Hiobsbotschaft: Hausschwamm im Dachgebälk entdeckt

Schon wieder — Rückschlag bei Sanierung des Bahnhofsgebäudes in Grevesmühlen Hiobsbotschaft: Hausschwamm im Dachgebälk entdeckt

Ein Gutachter soll den Schaden unter die Lupe nehmen / Planungen könnten um Wochen zurückgeworfen werden

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Das mehr als 150 Jahre alte Bahnhofsgebäude in Grevesmühlen.

Grevesmühlen. Das waren keine guten Nachrichten, die Zimmermeister Michael Ertl zur Baubesprechung im Grevesmühlener Bahnhofsgebäude im Gepäck hatte: Während der Arbeiten im Dachgeschoss haben seine Mitarbeiter in einer Ecke einen echten Hausschwamm entdeckt. Das könnte die Planungen um Wochen zurückwerfen.

OZ-Bild

Ein Gutachter soll den Schaden unter die Lupe nehmen / Planungen könnten um Wochen zurückgeworfen werden

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Der Dachstuhl ist schlechter als erwartet.“Annette Kutschera,

Bauamt Grevesmühlen

Denn nicht nur, dass die Balken in der näheren Umgebung nach einem möglichen Pilzbefall abgesucht werden müssen, auch das Mauerwerk muss kontrolliert werden. Dazu wird nun ein Gutachter beauftragt, der obendrein noch Geld kostet, das nicht eingeplant war. Gibt der kein grünes Licht, können die Arbeiten nicht wie geplant fortgeführt werden.

Am Ende seiner Ausführungen schaute Michael Ertl in geschockte Gesichter. Architekt Michael Baldauf musste erst nach den passenden Worten suchen, ebenso Annette Kutschera, Mitarbeiterin im Grevesmühlener Bauamt. „Der Zeitplan ist so schon sportlich knapp bemessen“, sagte die Verwaltungsmitarbeiterin. Zwar hatte sich Bauamtsleiter Lars Prahler betreffs eines Fertigstellungstermins nie zu 100 Prozent festgelegt, als realistisch hatte er aber noch im Herbst vergangenen Jahres den Oktober 2016 gesehen. Doch die Töne werden leiser. „Ich lege mich nicht mehr fest“, betonte Michael Baldauf nach der Besprechung. Zu viele unvorhergesehene Dinge habe er schon während der Sanierung erlebt: kaputte Stürze, Mauern, die nicht auf Fundamenten, sondern auf purem Sand standen, unter Putz versteckte, halb zugemauerte Fenster. „Das Gebäude an sich ist solide, aber dort, wo einst umgebaut wurde, beginnen die Probleme“, verdeutlichte der Architekt.

Erst wenn der Schwamm beseitigt ist, können die Arbeiten am Mitteldach fortgesetzt werden. Dann sind die Seitendächer an der Reihe und schließlich die Fundamente. Alles Rattenschwänze, die warten müssen. Und: „Der Dachstuhl ist schlechter als erwartet“, gab Annette Kutschera zu. Viel müsste aufwendig ausgebessert werden. An einem Balken ist zum Beispiel deutlich zu erkennen, dass es einst einen Schwelbrand gegeben haben muss. Sichtbar wurde das erst, als die Verkleidung entfernt wurde. Ein neuer Dachstuhl wäre deutlich einfacher und nicht so zeitaufwendig. Da das Gebäude aber unter Denkmalschutz steht, gilt es, viele Vorschriften einzuhalten, die im Konsens sagen, den alten Zustand möglichst beizubehalten.

Bereits der Anbau des Bahnhofsgebäudes war von Hausschwamm befallen. Er wurde im Februar 2013 abgerissen. Zwei Jahre später die nächste Entdeckung im Untergeschoss. Kosten für die Schwammsanierung:

mindestens 10000 Euro.

Von Jana Franke

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