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Wismar Hobby verbindet: Oma und Enkelin sammeln Servietten
Mecklenburg Wismar Hobby verbindet: Oma und Enkelin sammeln Servietten
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00:00 25.04.2016
Oma und Enkelin mitten im Serviettenschatz: Heidi Schwerin (14) und Gertrud Frank (72) haben einige der kleinen Kunstwerke ausgebreitet. Wer möchte, kann sie gerne unterstützen. Quelle: Nicole Hollatz

Die meisten werfen die kleinen Kunstwerke achtlos in den Müll, nachdem sie sie benutzt haben. Nicht so Heidi Schwerin (14) und Gertrud Frank (72). Seit zwölf Jahren sammelt die Rentnerin mit ihren Enkeltöchtern Servietten aus aller Welt. Zunächst mit der älteren Jenny. Seit deren Interesse sank, macht Heidi mit.

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Das ist jetzt acht Jahre her und die Schülerin ist immer noch begeistert von der Vielfalt. „Jede Serviette sieht anders aus, hat andere Muster und Farben. Das ist sehr interessant“, erzählt sie.

Außerdem ist es etwas Besonderes, mit der Oma ein Hobby zu teilen.

Doch nicht nur Oma und Enkelin sammeln, auch die Freunde helfen mit und bringen von ihren Reisen, auch aus dem Ausland, besonders schöne Servietten mit. Wie die japanische aus ganz dünnem Papier.

„Die würde man nie benutzen“, kommentiert Gertrud Frank. Die Servietten lagern bei der Oma in Pappkartons, jeweils bis zu 300 und 400 Stück pro Karton. Der längliche vom Dresdner Christstollen jedes Jahr passt von der Größe her prima. „Servietten eignen sich gut als Sammelobjekt, sie kosten nicht viel und nehmen nicht viel Platz weg“, sagt Gertrud Frank.

An Regentagen werden die Servietten ausgepackt, angeschaut und sortiert. Gerade haben die beiden Sammlerinnen den Boden des Schlafzimmers fein säuberlich mit Servietten bedeckt, um die Vielfalt der Motive zu präsentieren. „Ich hätte gedacht, es passen mehr auf den Fußboden“, sagt Heidi Schwerin verwundert. 284 Exemplare liegen dort ausgebreitet und machen den Boden zu einem „Patchworkmuster“. Ihre Oma lacht: „Wenn wir mal alle ausbreiten und zeigen wollen, müssen wir dafür wohl in die große Sporthalle!“

1860 Servietten sind immerhin im Laufe der Jahre zusammengekommen. Angefangen hat die Sammelleidenschaft mit den dünnen Servietten aus DDR-Zeiten. „Das Knisterpapier, das kaum zum Mundabwischen geeignet war“, erinnert sich Gertrud Frank.

Aus dem Ausland sind bisher wenige Exemplare dabei. Dafür viele mit Alltagsmotiven, die das Sammlerinnenteam vor dem Müll gerettet hat. Die meisten stammen aus Gaststätten mit dem entsprechenden Aufdruck darauf, besonders viele haben Blumen- oder Weihnachtsmotive. Einige der Papiertücher sind in der normalen Größe, andere besonders klein oder länglich. Einige Servietten fallen durch ihre Faltung oder Form auf. „Der Fisch ist aus einer Fischgaststätte“, zeigt Heidi Schwerin ein besonders schönes Exemplar, bei dem die einzelnen Seiten wie Fischflossen herausgeklappt wurden. „Diese ist von einem Rittermahl. Die Gäste haben sie sich umgebunden, um sich vor dem Kleckern zu schützen“, erzählt Gertrud Frank und lacht. Das Exemplar kam als Geschenk zur Familie.

Darauf hoffen nun die beiden Sammlerinnen, dass aufmerksame OZ-Leser ein paar unbenutzte Servietten ihnen zur Verfügung stellen. „Einfach in meinen Briefkasten im Hof der Heiligen-Geist-Kirche, Neustadt 1e stecken“, bittet Gertrud Frank.

Von Nicole Hollatz

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