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Hoch mit dem gelben Wagen

Wismar Hoch mit dem gelben Wagen

Der Straßenbahntriebwagen aus dem Jahr 1925 wurde gestern in den Wismarer Lokschuppen verfrachtet

Wismar. Elf Meter lang, elf Tonnen schwer und quietschgelb. Der Straßenbahntriebwagen TW 31 hat ein neues Zuhause. Seit der Landesgartenschau im Jahr 2002 stand der Wagen im Depot des Technischen Landesmuseums im Wismarer Bürgerpark. „Nun müssen wir jedoch eine andere Halle von uns am Seehafen räumen und brauchen den Platz für diese Stücke“, erklärt Christian Krause, technischer Leiter des Phantechnikums. Also wurde der Straßenbahnwagen, erbaut um 1925, gestern in den Lokschuppen in die Poeler Straße verfrachtet, als Leihgabe für den Verein Eisenbahnfreude Wismar.

Dafür ist Ralf Grewe von der Firma Sönke Jordt mit seinen Mitarbeitern und schwerem Gerät angerückt. „Mit einem 70-Tonnen-Lastkran heben wir den Wagen auf unseren Tieflader“, erklärt Grewe. Ein zweiter Lastwagen nimmt die Gleise mit, auf denen der Wagon bereits im Depot stand und auch im Lokschuppen wieder aufgesetzt wird. Rund 30 Minuten rechnet er für die Fahrt bis in die Poeler Straße.

„Für uns ist das Routine. Normalerweise fahren wir richtig große Anlagen, wie Windkrafträder, von A nach B.“

Zwei Problemstellen sieht er dennoch auf der knapp fünf Kilometer langen Strecke durch die Wismarer Innenstadt. „Der Kreisverkehr an der Lübschen Straße ist ein Punkt, da kommen wir in den Gegenverkehr“, so die Einschätzung des Experten. Vorab wurde die Strecke jedoch ausgemessen und abgefahren, dass es zu keinen unvorhergesehenen Störungen kommt. Für kleine Behinderungen ist ein Spaten eingepackt. „Und der Bahnübergang in der Poeler Straße wird holprig. Außerdem verlaufen dort auch die Oberleitungen über die Straße, da müssen wir aufpassen.“ Doch für die Profis kein Problem, planmäßig wurde der TW 31 gestern Nachmittag in sein neues Heim gebracht und im Lokschuppen abgestellt. Sieben Waggons stehen nun bei den Eisenbahnfreunden.

Gebaut wurde der Triebwagen 31 in der Waggonfabrik Wismar. Er gehörte zu einer Lieferung von sechs Wagen nach Rostock. Bis in die 70er-Jahre war er als Lehrfahrzeug, also als Fahrschulwagen, im Einsatz. Danach wurde er rein für den Transport genutzt.

In den 90er-Jahren wurde der Wagen in einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme wieder aufgearbeitet und restauriert. Der fast 100 Jahre alte Wagen ist dadurch in einem guten Zustand. Angetrieben wurde er einst von zwei AEG Motoren mit einer Leistung von je 55 PS. 24 Fahrgäste konnten sitzen, 36 hatten Platz zum Stehen. Der Wagen ist Historie – von außen wie innen: der offene Schaffnerstand, die Fußglocke für den Fahrer, der Münzgeldwechsler und die Warn- und Verbotsschilder. „Hinauslehnen und Spucken während der Fahrt ist verboten“, heißt es in altdeutscher Schrift beispielsweise oder „In Weichen und Kurven festhalten“. Darauf hatten bei der gestrigen Fahrt Ralf Grewe und seine Kollegen ein Auge.

Vanessa Kopp

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