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Hochschule mit Studenten aus aller Welt

Wismar Hochschule mit Studenten aus aller Welt

Von den 8749 Studenten in Wismar kommen 891 aus dem Ausland – davon 315 aus Europa, 354 aus Asien, 162 aus Afrika, 55 vom amerikanischen Kontinent und fünf aus Australien. Wir befragten einige von ihnen.

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Herkunftsländer der Wismarer Studenten. Gelb: Direkstudenten; Hellgelb: Austauschstudenten. GRAFIK: HOCHSCHULE

Wismar. Jeder zehnte Studierende an der Wismarer Hochschule kommt aus dem Ausland. Besonders international ist die Fakultät Gestaltung – 19 Prozent der Studierenden kommen dort aus dem Ausland.

OZ-Bild

Von den 8749 Studenten in Wismar kommen 891 aus dem Ausland – davon 315 aus Europa, 354 aus Asien, 162 aus Afrika, 55 vom amerikanischen Kontinent und fünf aus Australien. Wir befragten einige von ihnen.

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„Und diese 19 Prozent kommen aus 50 verschiedenen Nationen“, sagt Sabrina Lampe von der Fakultät. Das sind nur die Direktstudenten – mit den Austauschstudenten beträgt die Quote sogar 25 Prozent.

Weiter: „Zwölf Prozent der Direktstudierenden kamen aus China, 11,6 Prozent aus dem Iran, gefolgt von Indonesien mit 8,5 Prozent sowie Indien und der Türkei mit zirka fünf Prozent. Der Studiengang Architectural Lighting Design hat mit 42 Prozent der internationalen Direktstudierenden an unserer Fakultät den höchsten Anteil. Danach folgen die Studiengänge Architektur mit 38 Prozent Innenarchitektur und Design (Produktdesign und Schmuckdesign) mit jeweils acht Prozent und Kommunikationsdesign mit fünf Prozent.“

Wo kommen die Studierenden her, wie sind sie auf die Wismarer Hochschule gekommen und wie gefällt ihnen das Studieren und das Leben in der Hansestadt? Das fragten wir einige der Wissbegierigen in derHansestadt Wismar:

Pei-Yu Wu, ausgesprochen „P-Ü“, ist 33 Jahre alt und kommt vom Inselstatt Taiwan, seit 2009 lebt und studiert sie in Deutschland, seit 2011 studiert sie an der Hochschule Wismar Architektur. „Ich mag kleine Städte und das Meer, Wismar ist schön ruhig zum Studieren, hier leben nette Menschen. Die Beziehungen zwischen den Menschen hier sind dichter.“

Im Studium und allgemein in der deutschen Kultur hat man mehr Platz, sich selbst zu verwirklichen, erzählt die schüchterne Frau in ihrem sehr guten Deutsch. „Hier in Deutschland gibt es viel Freiheit und Respekt.“ Im Februar 2018 wird sie voraussichtlich mit dem Studium in Wismar fertig, sie würde gern in Deutschland leben und arbeiten, derzeit macht sie ein Praktikum in einem Hamburger Architekturbüro, auch um die Sprache zu verbessern. „Die akademische Sprache muss man einfach lernen und sich Mühe geben! Bei der Kommunikation mit den Kollegen, mit Chefs und Kunden muss ich noch viel lernen!“

Pragnesh Raval (30) kommt aus Indien und studiert im Masterstudiengang Architetur. Seit einem Jahr ist er in der Hansestadt Wismar: „Die erste Zeit hier war nicht einfach“, sagt er. Pragnesh Raval kommt aus einer Großstadt, ähnlich wie Berlin. „Das Leben hier ist anders.“ Er schwärmt aber vom Studium in Wismar: „Man kann sich auf bestimmte Dinge fokussieren, das Studium frei gestalten und sich spezialisieren.“

I Putu Ferdy Wirana (25) kommt aus dem fernen Indonesien und studiert Architectural Lighting Design – Lichtdesign. „Ich wollte mich darauf spezialisieren und habe im Internet recherchiert – Wismar ist für diesen Studiengang die beste Adresse! Vorher kannte ich die Stadt und die Hochschule noch nicht. Natürlich hatte ich erst einmal Sorgen und Angst, als ich hier ankam.

Das ist mein erstes Mal, dass ich im Ausland bin, ich war ganz allein hier. Es war eine eigenartige Situation. Aber ich habe sofort andere Mitstudenten aus Indonesien kennengelernt, das hat gleich geholfen. Ich habe erst gar kein Deutsch gesprochen, das war eine große Herausforderung für mich. Für das Studium brauche ich kein Deutsch, da ist alles auf Englisch – aber zum normalen Leben und für die normale Kommunikation sollte man etwas deutsch können“, betont er.

Ezaz Ahmed (29) aus Bangladesch studiert im Masterstudiengang Architektur. Er lacht auf die Frage, wie das Leben in Wismar ist: „Erstmal sehr sehr kalt! Ich komme aus einem tropischen Klima und lebe seit sieben Monaten hier, da geht es langsam.“

Er erzählt von der ersten Zeit in Wismar, ohne jemanden zu kennen in einem wildfremden Land, in einer anderen Kultur mit einer Sprache, die man nicht einmal ansatzweise versteht. Das Kleine, Überschaubare Wismars half: „Ich habe innerhalb von einer Woche die Menschen kennengelernt und die Professoren, dann war es einfacher. Jeder halt geholfen, deutsche Studenten haben geholfen bei Übersetzungen und dass ich im normalen Leben zurechtkomme. Das ist sehr nett!“

Maria Purik , 25, kommt aus Russland: „Ich spreche noch kein Deutsch, aber in der Stadt, in den Geschäften wird nur deutsch gesprochen. Ich hoffe, ich kann das auch eines Tages.

Seit September bin ich in Wismar, es war vergleichsweise leicht, sich an der Hochschule zurechtzufinden. Ich hatte gedacht, ich habe mehr Heimweh, aber habe ich kaum.“

Amer Alhadwe (27) kommt aus Syrien, hat dort seinen Bachelor in Architektur abgeschlossen. In Wismar ist er im aufbauenden Masterstudiengang. „Im Studium haben wir immer wieder über die Architektur in Deutschland gesprochen. Mein Traum war es, mal mit dem Flugzeug herzukommen, um all das anzusehen, um davon zu lernen.“ Nun musste er vor zweieinhalb Jahren als Flüchtling kommen, spricht inzwischen fast perfekt deutsch und hat gerade ein Modell des Informationszentrums des Bundestages in Berlin gebaut. „Ich bin dankbar, dass so viele Menschen mir geholfen haben, dass ich weiter studieren kann und hier in Frieden leben kann. Ich fühle mich hier zu Hause.“ Um sein Studium zu finanzieren, arbeitet er bei Egger. „Nach dem Studium würde ich gerne nach Syrien zurück, mein Heimatland wieder aufzubauen. Aber erst, wenn der Krieg aus ist.“

Berenice Guzman (29) kommt aus Mexiko, studiert hier Lichtdesign: „Die erste Woche war schwer, ich war mal in Frankfurt, da sprach jeder Englisch, aber in Wismar war das nicht so.

Ich habe mal etwas Deutsch gelernt, aber lang nicht gesprochen.“ Zum Glück ist Englisch die vorherrschende Sprache im Studium. Ob das Studieren in Deutschland anders ist als in Mexiko? „Nein, nur dass die Designstudenten hier auch nachts und am Wochenende arbeiten, das hat mich überrascht." Nach dem Studium würde sie gerne in Deutschland Berufserfahrung sammeln.

Nicole Hollatz

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