Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wismar Horror-Unfall auf A 1: Verursacher angeklagt
Mecklenburg Wismar Horror-Unfall auf A 1: Verursacher angeklagt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:37 11.09.2018
Ein Feuerwehrmann arbeitet mit einer hydraulischen Rettungsschere an dem Skoda Roomster, in dem drei Menschen tödlich verunglückt waren. Quelle: Jens Burmester
Lübeck

Bei dem Crash mehrerer Fahrzeuge zwischen Hamburg und Lübeck waren drei Männer aus Wismar ums Leben gekommen, ein weiterer Mann aus Rostock wurde schwer verletzt. Dem Hamburger Fahrer des unfallverursachenden VW Golf wird vorsätzliche Straßenverkehrsgefährdung in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung in drei Fällen vorgeworfen, sagte Oberstaatsanwältin Dr. Ulla Hingst auf Anfrage.

Ihm werde zur Last gelegt, in den frühen Morgenstunden des 28. Januar alkoholisiert die A 1 befahren zu haben und bei Lasbek infolge seiner alkoholbedingten Fahruntüchtigkeit auf den Skoda Roomster vor ihm aufgefahren zu sein. Dadurch kam das Auto von der A 1 ab, soll gegen Bäume und dann zurück auf die Fahrbahn geschleudert worden sein.

Gegen den quer auf dem mittleren von drei Fahrstreifen zum Liegen gekommenen Pkw soll ein weiterer Wagen aufgefahren sein. Die drei Insassen im Skoda verstarben an der Unfallstelle.

Trümmerteile waren weit verteilt

Der Unfall ereignete sich gegen 0.25 Uhr auf der A 1 nur wenige hundert Meter hinter dem Autobahnkreuz Bargteheide in Richtung Lübeck. Den Rettern bot sich an der Unfallstelle ein Bild des Grauens. Über 300 Meter lagen die Trümmerteile der vier beteiligten Fahrzeuge verteilt. Unter anderem ein Motorblock, der komplett aus einem der Fahrzeuge gerissen war.

Zum genauen Unfallhergang sagte Holger Meier, Pressesprecher der Polizeidirektion Ratzeburg, im Januar: „Der Hamburger befuhr mit einem VW Golf die A 1 auf dem mittleren Fahrstreifen in Richtung Norden. Zeugenaussagen zufolge überfuhr der Mann dabei bereits vor dem eigentlichen Unfall wiederholt unkontrolliert die Fahrbahnbegrenzung zum rechten Fahrstreifen. Dort fahrende Fahrzeuge mussten auf den Seitenstreifen ausweichen, um einen Unfall zu vermeiden. Zur Unfallzeit kollidierte der Hamburger bei einem solchen ,Manöver‘ dann mit dem rechts neben ihm fahrenden Skoda Roomster.“

Verkehrsminister lehnt Alkoholverbot ab

An den Spuren auf und neben der Autobahn ist zu erkennen, dass der Skoda zunächst auf den Grünstreifen neben der Autobahn geriet, dann offenbar abhob und den Knick rasierte und später nach diversen Überschlägen wieder auf der Fahrbahn landete.

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) sprach sich angesichts dieses Unfalls dafür aus, einen längeren Führerscheinentzug für Alkoholsünder zu prüfen. Ein generelles Alkoholverbot für Fahrer lehnt er dagegen ab.

hw/LN