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Wismar Hundepflegerin aus Leidenschaft
Mecklenburg Wismar Hundepflegerin aus Leidenschaft
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07:30 25.03.2014
Renate Unruh macht den kleinen Kimi schick und verpasst ihm einen Sommerschnitt. Fotos (3): Christel Ros

„Ich sehe immer erst den Hund, dann Herrchen oder Frauchen“, sagt Renate Unruh (67). Und sie erkennt genau, ob das Tier ordentlich gepflegt und gut geschnitten ist. Und ob es einer ihrer eigenen vierbeinigen Kunden ist. Die gebürtige Wismarerin ist Hundepflegerin. Sie hat ihren Beruf von der Pike auf gelernt. Und lebt ihn mit Leidenschaft. Noch heute. Auch wenn sie als Rentnerin gar nicht mehr arbeiten müsste.

„In der ABC-Straße wurde ein Hundesalon aufgemacht. Ich habe das gesehen und sofort gewusst, das ist es“, erinnert sich Renate Unruh an die Anfänge. Die Chefin des Salons schien das gespürt zu haben und meinte, sie könne sofort anfangen. „Ich bin nach Hause gefahren und habe überlegt. Mein Mann war auf Fernfahrt, mit ihm konnte ich mich nicht beraten“, erinnert sie sich weiter. Sie traf die Entscheidung, die sie bis heute nicht einen Tag bereut hat: 1975 begann sie im Hundesalon. Hängte den Kittel der Verkäuferin von da an an den Nagel. „Ich hatte eine tolle Chefin, sie hat mir alles beigebracht, wir hatten eine 1a-Ausbildung“, schwärmt Renate Unruh. Nicht nur, wie welcher Rassehund frisiert werden muss, sondern unter anderem auch alles über Krallen- und Zahnpflege. „Wir mussten sogar eine Prüfung ablegen vor dem Zuchtverband.“

Immer öfter baten Kunden die Wismarerin, doch zu ihnen nach Hause zu kommen. „Manche wollten einfach nicht, dass ihr Tier im Salon neben einem anderen lag, oder befürchteten, dass sich ihr Hund zum Beispiel Flöhe einfangen könnte“, erzählt Renate Unruh. Diese Arbeit nach Feierabend habe ihr sehr gefallen, „man kennt dann die ganze Familie, hat das Gefühl dazuzugehören“. 1990 machte sie sich mit dem Hundepflege Hausservice selbstständig. Tourte seitdem nicht nur durch Wismar, sondern auch nach Grevesmühlen oder auf die Insel Poel.

Viele dieser Familien hätten mittlerweile schon den zweiten, dritten oder gar vierten Hund. „Die Kinder meiner ersten Kunden sind heute schon Großeltern“, sagt sie lachend. Dennoch nahm sie nicht jede Bitte um ihre Dienste an: „Wenn ich merkte, es war den Haltern egal, wie ihr Hund nachher aussieht oder er wurde zu Hause nicht ordentlich gepflegt, dann habe ich Nein gesagt.“ Das Schönste sei, ein Tier von Baby auf zu pflegen. Von der Wiege bis zur Bahre sozusagen. Deshalb zieht sie auch immer noch mal los, weil es schließlich „ihre“ Hunde sind, die ihrer Pflege bedürfen. Aber neue Kunden, versichert sie immer wieder, wird sie nicht annehmen.

Petra Okon aus Wendorf will nichts vom Aufhören wissen. Schon seit 15 Jahren kommt Renate Unruh zu ihr ins Haus. Erst dieser Tage hat sie den kleinen Kimi unters Messer genommen. Sommerschnitt war fällig. Kimi, ein vierjähriger West Highland White Terrier, ist bereits der zweite Hund der Familie Okon. „Ich möchte keinen anderen Friseur, ich bin hochzufrieden“, sagt Petra Okon bestimmt. Sie bewundert die Ruhe und Geduld, die Renate Unruh an den Tag legt. „Wenn sie aufhört, stehe ich so lange bei ihr auf der Matte, bis sie wieder zu uns kommt“, versichert die Wendorferin mit Nachdruck.

Vierteljährlich ist Kimi dran und lässt die Prozedur stets mit Gleichmut über sich ergehen. Dafür gibt es zwischendurch jede Menge Streicheleinheiten und liebevolle Worte von der Frau mit der surrenden Schere in der Hand.

Der Grundstein für Renate Unruhs Liebe zu Hunden und dem späteren Beruf wurde schon früh gelegt. Vor 45 Jahren bekam sie einen schwarzen Pudel geschenkt. „Sie hieß Anka, da ging alles los“, erinnert sie sich noch genau. Mittlerweile hat sie selbst den vierten Hund, die zehn Jahre alte White Terrier-Hündin Biggy vom Salzhaff — mit einem perfekten Schnitt natürlich. Als die Besitzerein, eine Züchterin, im vergangenen Jahr starb, nahm Renate Unruh die kleine Hündin zu sich. Sie kannte sie ja schon lange, schließlich ist sie ebenfalls von klein auf durch ihre Hände gegangen. In all den zurückliegenden Jahren waren es Hunderte.

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