Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wismar „Ich betrachte die Entwicklung der Stadt mit Sorge“
Mecklenburg Wismar „Ich betrachte die Entwicklung der Stadt mit Sorge“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:23 03.03.2018
Wismar

Angelo Tewes (43) tritt am 15. April für die Alternative für Deutschland als Bürgermeisterkandidat an. Die OZ sprach mit ihm über seine Ideen für Wismar.

Der Wismarer Angelo Tewes will Bürgermeister der Hansestadt werden. Er tritt für die Alternative für Deutschland an. Quelle: Foto: Nicole Buchmann

In der Kommunalpolitik Wismars sind Sie bislang ein Unbekannter. Wie sieht Ihr bisheriges Engagement für Wismar aus?

Angelo Tewes: Ich bin ja erst seit 2014 politisch tätig, habe mich aber schon immer für die Kommunalpolitik interessiert, weil das ja auch mich angeht. Ich bin auf Stadtteilgesprächen gewesen und als Zuschauer bei mehreren Bürgerschaftssitzungen.

Wenn wir uns die Prognosen aus dem integrierten Stadtentwicklungskonzept ansehen – welche drei Schwerpunkte setzen Sie für die Entwicklung Wismars?

Ein Schwerpunkt ist die Sicherheit.

In Bezug auf das integrierte Stadtentwicklungskonzept?

In Bezug auf die gesellschaftliche Entwicklung.

Das integrierte Stadtentwicklungskonzept ist ein Instrument, mit dem beispielsweise die Zahl der Einwohner prognostiziert und daraus dann abgeleitet wird, ob weitere Kitas gebraucht werden.

Sicher, das ist ein Punkt. Aber auch Sicherheit in Bezug auf Kriminalität.

Wismar ist seit 2011 kreisangehörig. Welche Schwerpunkte setzen Sie in der Zusammenarbeit mit dem Landkreis?

Der erste Schwerpunkt ist einfach, dass man sich mit den umliegenden Kommunen trifft und bespricht. Alles andere entwickelt sich daraus – was betrifft die umliegenden Kommunen, welche Probleme haben sie.

Sie legen einen Zehn-Punkte-Plan vor. Der ist ein Stichwortkatalog, der unter anderem das Wort „Sicherheitspaket“ enthält. Eine Anfrage beim Innenministerium ergab: Bei Einbrüchen, Diebstählen und Körperverletzungen ist die Zahl der Delikte 2017 im Vergleich zu 2016 gesunken. Das Gleiche gilt für den Zeitraum von 2007 bis 2017. Auf welcher Grundlage kommen Sie zu der Annahme, Wismar bräuchte ein Sicherheitspaket?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass das wirklich rückläufig gewesen sein soll. Da habe ich ernsthafte Zweifel an dieser Aussage.

Die Polizei in Wismar und Nordwestmecklenburg setzt die Schwerpunkte ihrer Arbeit 2018 auf häusliche Gewalt und Stalking, Verkehrssicherheit und Bürgerdialog. Woher kommen Sie also zu der Annahme, Wismar bräuchte ein Sicherheitspaket?

Zu der Annahme komme ich durch die zunehmende Kriminalität.

Woran machen Sie die fest?

Das belegen doch die Zahlen.

Die Zahlen aber sagen das Gegenteil.

Diese Zahlen halte ich für geschönt – um die Bürger in Sicherheit zu wiegen.

Wie sieht Ihr Sicherheitspaket für Wismar dann aus?

Zuzugsstopp, mehr Polizeistellen für Wismar und die Zusammenarbeit mit der Polizei vertiefen.

Sie wollen einen Zuzugsstopp für Wismar durchsetzen. Für wen soll dieser gelten?

Für Migranten.

In Wismar leben mehr als 3000 Menschen aus der ganzen Welt – aus Neuseeland, Griechenland, Japan, der Schweiz. Wen meinen Sie mit Migranten?

Es gibt doch eine Zuwanderung, die sich in Zukunft noch verschärfen wird, aus meiner Sicht. Punkt ist: Flüchtlinge aus einigen arabischen Staaten oder aus Ex-Jugoslawien haben keine Berechtigung, weil das ja keine Kriegsgebiete sind. Eins ist klar: Migranten kosten Geld. Und Wismar ist hochverschuldet.

Welche Kosten zahlt Wismar?

Unterbringung, Verpflegung und das alles.

Das übernehmen das Jobcenter und der Landkreis.

Da hab’ ich was anderes gehört.

Zurück zum Zuzugsstopp. Warum?

Mit den zunehmenden Flüchtlingszahlen gibt es eine zunehmende Kriminalität in Deutschland und auch in der Stadt.

Das widerlegen wiederum die Zahlen, die Sie für geschönt halten. Sie machen das an Nationen und Herkunftsländern fest. Warum?

Wenn ich mir andere Städte angucke, da gibt es mittlerweile nogo-areas, wo arabische Clans herrschen. Die haben doch nur einen Wunsch, die Scharia einzuführen. Ein gutes Beispiel ist auch Hamburg – wo jetzt schon die Hälfte der Schulkinder ausländische Wurzeln hat.

Was ist daran schlecht?

Das hat ja dann nichts mehr mit Deutschland zu tun. Und warum ich das am Islam festmache – ich habe mir gerade den Koran gekauft und lese ihn. Da geht es häufig darum, die Ungläubigen zu töten. Und wir alle, die wir nicht dem Islam angehören, sind die Ungläubigen. Der Koran steht im Gegensatz zur Bibel. Die zunehmende Islamisierung sehe ich als Bedrohung – auch in unserer Stadt.

In Wismar leben 670 Menschen aus Syrien, 192 aus Afghanistan. Das sind zwei Prozent unserer Mitmenschen.

Ja. Noch.

Sie wollen bezahlbaren Wohnraum schaffen. Wie?

In erster Linie muss ich mir ansehen, inwiefern es hier Grundstücke und Häuser gibt, die dann dafür entweder bebaut oder renoviert werden.

Stichwort Demokratie stärken/Bürgerbeteiligung. Bitte füllen Sie es mit Leben.

Beispiel Hochbrücke. Da gibt es eine Differenz zwischen Stadt und Land. Ich stell’ mir vor, dass die Bürger befragt werden. Mit dieser Liste gehe ich dann zum Land und sage: So, das ist der Wille der Bürger, und so will ich das gebaut haben.

Glauben Sie, das funktioniert?

Ja, so stelle ich mir das vor.

Sie wollen Wismars Infrastruktur verbessern. 2018 und 2019 werden 50 Millionen Euro in Spielplätze, Sportstätten, Kitas, Schulen und Straßen investiert. Was genau haben Sie im Sinn?

Das wären schon die Stichpunkte. Was mir noch besonders am Herzen liegt, ist, dass Jugendclubs geschaffen werden. Da gab es einen Rückbau, weil kein Geld da war.

Sie wollen die Wirtschaft stärken. Wie?

Da muss ich auf die hohe Verschuldung zurückkommen. Solche Schulden muss man abbauen.

Wir sind jetzt aber beim Thema Wirtschaft.

Ja (lacht).Wenn ich mehr Gewerbeeinnahmen haben will, muss ich dafür sorgen, dass mehr Gewerbe angesiedelt wird. Entsprechend müssten Steuern und Abgaben gesenkt werden, um Wismar als Standort attraktiv zu machen.

Wie passen da die Gewerbegebiete beispielsweise in Dargetzow dazu, deren Flächen bis fast auf den letzten Flecken verplant sind?

Ich weiß nicht, ob das nicht nur Spekulationsobjekte sind.

Wismar erholt sich finanziell langsam wieder. Dieses Jahr ein ausgeglichener Haushalt, kommendes Jahr ist ein positiver angestrebt. Wie sieht Ihre Haushaltsstrategie aus?

Meine Haushaltsstrategie sieht so aus, dass ich mir erst mal die Zahlen ansehen muss.

Die können Sie sich jetzt schon ansehen – sie sind jedem zugänglich.

Hm (lacht). Erst mal muss man die Schulden abbauen. Und wenn ich einnehmen will, muss ich die Rahmenbedingungen schaffen.

Wismar wächst. Was hätten die Umlandgemeinden von Ihnen als Bürgermeister zu erwarten?

Die hätten auf alle Fälle erst einmal einen Gesprächspartner, mit dem sie sich austauschen können.

Worüber?

Über anstehende Aufgaben und Probleme.

Die da sind?

Internet, Busverbindungen, Straßenanbindungen.

Warum haben Sie sich entschieden, für den Bürgermeisterposten zu kandidieren?

Weil ich die Entwicklung der Stadt mit zunehmender Sorge betrachtet habe.

In welche Richtung gehen Ihre Sorgen?

Zuwanderung, hohe Verschuldung der Stadt, Altersarmut und Wohnraum – das sind die Punkte, die ich in Angriff nehmen möchte.

Ich möchte der Bürgermeister sein, der Probleme beim Namen nennt und den Mut hat, sie anzugehen.

Interview: Nicole Buchmann

OZ

Töpfereien und Keramikateliers laden am 10. und 11. März wieder zu Tagen der offenen Tür ein.

03.03.2018
Wismar GUTEN TAG LIEBE LESER - Die schöne Zeit der Eiszapfen

Eiszapfen – die gibt es als Radieschen, Speiseeis und bei frostigen Temperaturen natürlich an vielen Dachrinnen. Doch nicht nur da kann man die glitzernden Spitzen zurzeit sehen – auch an vielen Autos.

03.03.2018

Wismarer Hauptrevier startet neue Veranstaltungsreihe

03.03.2018
Anzeige