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„Ich bin froh, mit ihm zusammen zu sein“

Wismar „Ich bin froh, mit ihm zusammen zu sein“

Anna und Heinz Siems aus Wismar sind seit 65 Jahren verheiratet / Die eiserne Hochzeit feierten sie mit Familie und ihrer WG

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Stoßen auf ihr seltenes Ehejubiläum an: Anna und Heinz Siems sind 65 Jahre verheiratet.

Quelle: Haike Werfel

Wismar. Die Vormittagssonne flutet das neue Wohnzimmer. An einer festlich gedeckten Tafel hat sich ein Teil der Familie zusammengefunden. In ihrer Mitte das eiserne Hochzeitspaar, sie in festlicher Bluse und weißer Hose, er im Anzug. Anna und Heinz Siems haben sich vor 65 Jahren trauen lassen. Als eines der ersten Paare in der Neuen Kirche in Wismar. Hier haben sie sich zur goldenen Hochzeit noch einmal von Pastor Christian Schwarz segnen lassen.

Wir sind froh, unsere Eltern rund um die Uhr betreut zu wissen.“Gisela Hedtke und Heike Riebow als Töchter

Vor fünf Jahren feierte das Paar seine diamantene Hochzeit im großen Familienkreis im Schloss Gamehl. Die drei Töchter Brigitte (64), Gisela (61) und Heike (56) haben den Eltern acht Enkel und die wiederum insgesamt 13 Urenkel geschenkt. „Sie werden Oma und Opa nach und nach besuchen“, erzählt Gisela Hedtke.

Seit Mai wohnen Anna und Heinz Siems in einer betreuten Wohngemeinschaft des Pflegedienstes Hameyer in der Großschmiedestraße. Sie haben hier ein Wohn- und ein Schlafzimmer, ein großes Bad und Flur.

Die Mahlzeiten nehmen sie in der Gemeinschaft der Bewohner ein. „Mutti hilft manchmal beim Kartoffel- oder Äpfelschälen oder deckt den Tisch“, erzählt Heike Riebow. „Das tut ihr gut.“

Nach einem Schlaganfall im März haderte die 87-Jährige mit ihrem Schicksal, wollte die schöne Wohnung in Redentin ungern verlassen. Ihrem demenzkranken Ehemann fiel der Umzug leichter. Der 86-Jährige ist nicht mehr gut zu Fuß und nimmt die Tagespflege im Haus mit Ergotherapie, Beschäftigung, Spiel und Bewegung gerne an. Inzwischen hat sich auch Anna Siems an das neue Zuhause gewöhnt. Sie geht auf den Markt, zum Bäcker und Supermarkt einkaufen. „Sie kennt sich in der Innenstadt aus und findet trotz ihrer Alzheimererkrankung auch zurück“, erzählen ihre Töchter Gisela und Heike, die in Wismar wohnen. Für beide war es nach dem Schlaganfall der Mutter trotz der ambulanten Pflegeleistungen eine erhebliche Belastung. Die Frauen sind erleichtert, dass ihre Eltern in die betreute Wohngemeinschaft ziehen konnten. Mit den Bewohnern wollte das eiserne Hochzeitspaar sein seltenes Ehejubiläum bei Kaffee und Kuchen begehen.

„Ich bin froh, wenn ich mit ihm zusammen sein kann“, sagt Anna Siems und schaut ihren Mann an. Sie haben schon mehrere gesundheitliche Extremsituationen überstanden. Zum Beispiel ihre Krebserkrankung 1986, nach der sie ihre Arbeit als Postzustellerin aufgeben musste. „Ich habe so gern gearbeitet“, versichert die Seniorin. Oder sein Sturz von der Leiter 2004 beim Kirschenpflücken. Da erlitt Heinz Siems einen Schädelbasisbruch und bekam in der Folge Epilepsie. „Das war mein Niedergang und der Anfang vom Schock“, sagt der Jubilar. Seinen Humor hat er trotz allem nicht verloren. Ausgerechnet auf der Ostsee-Kreuzfahrt mit der Aida 2010 bekam er einen Schlaganfall. Im Krankenhaus wurde auch noch ein epileptischer Anfall ausgelöst. „Vati macht es immer spannend“, kommentiert Gisela Hedtke.

Haike Werfel

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