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Im Klassenzimmer: Achtung Kamera!

Wismar Im Klassenzimmer: Achtung Kamera!

Der Verein „Licht am Horizont“ hat der Wismarer Lindgren-Schule eine Kamera für den Unterricht gespendet. Die Schüler sollen damit allerdings nicht überwacht werden.

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Norbert Gelhart und Martina Krimmling vom Verein „Licht am Horizont“ übergeben die Kamera an Denise Kretschmann, Andrea Wieschmann und Anja Knuth von der Astrid-Lindgren-Schule. Die Ausrüstung ist eine Spende des Vereins und soll in Einzelfällen eingesetzt werden.

Quelle: Foto: Michaela Krohn

Wismar. Eine Kamera für den Unterricht – hört sich zunächst vielleicht ungewöhnlich und befremdlich an. Tatsächlich soll sie aber dazu dienen, Kindern, Lehrern und auch Eltern in schwierigen Situationen zu helfen. Die Wismarer Astrid-Lindgren-Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung hat nun vom Verein „Licht am Horizont“ eine solche Kamera gespendet bekommen. Mit dieser sollen Lehrer künftig nach dem sogenannten IntraActPlus-Konzept arbeiten können – ein verhaltenstherapeutisch orientierter Therapieansatz.

„Die Astrid-Lindgren-Schule liegt uns am Herzen“, sagt Norbert Gelhart, Vorsitzender des Vereins „Licht am Horizont“. Als sich Vereinsspitze und Schule, deren Träger die Wismarer Werkstätten sind, kennenlernten, habe er gleich gewusst: „Diese Schule ist fantastisch. Die Lehrer gehen liebevoll und engagiert mit ihren Schülern um.“ Daher wollte der Verein die Schule auch unterstützen, als die Idee mit der Kamera aufkam.

Kamera soll nur in Einzelfällen verwendet werden

Die Kamera soll – das betonen die Pädagogen – nur in Einzelfällen zum Einsatz kommen. Und: „Wir holen vorher von allen Eltern Einverständniserklärungen ein“, betont Schulleiterin Andrea Wieschmann.

Kein Kind werde gefilmt, wenn es die Eltern nicht wollen. Zudem sollen die Aufnahmen nach der Auswertung wieder gelöscht werden. Auch werde genau Protokoll darüber geführt, wer die Kamera wann in seinem Besitz hat. Ob die Kinder vom Einsatz der Kamera im Unterricht wissen, sei allerdings „situationsabhängig“.

Wichtig aber: „Es wird nicht der Unterricht gefilmt, sondern das Verhalten eines einzelnen Schülers“, betont die Schulleiterin zum Gebrauch der Kamera.

„Bei dieser Methode steht die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler im Vordergrund und vor allem auch die Frage danach, wie das Kind auf verschiedene Situationen reagiert“, erklärt Lehrerin Anja Knuth, die bereits ein Zertifikat für diese Unterrichtsmethode erhalten hat. Manchmal sehe man auch als Lehrer erst in der Videoauswertung, wie man noch besser mit einem Kind arbeiten könnte.

Auch Therapeuten arbeiten mit dieser Methode

„Für uns ist eine solche Ausstattung richtiger Luxus“, betont auch Schulleiterin Andrea Wieschmann. Für die Schule sei diese Spende ein Gewinn, denn auch Therapeuten würden damit arbeiten.

Einen ersten Einsatz können sich die Pädagogen in der Theatergruppe, die von Lehrerin Denise Kretschmann geleitet wird, vorstellen.

Dass die Spende des Vereins eine gute Idee ist, findet auch Thilo Werfel, Geschäftsführer der Wismarer Werkstätten: „Die Kollegen an der Schule machen ihre Arbeit sehr gerne und sind sehr engagiert.

Sie wissen, dass sie die Kinder dort abholen müssen, wo sie sind – mit den richtigen Mitteln und Methoden.“ Und dazu kann eben auch die „IntraActPlus“-Methode gehören.

Verein unterstützt vier Wismarer Schulen

Der Verein Licht am Horizont hat es sich zur Aufgabe gemacht, benachteiligte Kinder und Jugendliche aus Wismar und Umgebung, die aus einem sozial oder finanziell schwachen Umfeld kommen zu unterstützen, zu fördern und zu entwickeln.

Mit insgesamt 14 karitativen Institutionen in Wismar arbeiten die Mitglieder von „Licht am Horizont“ inzwischen zusammen, darunter vier Schulen der Hansestadt – die Grundschule am Friedenshof, die Rudolf-Tarnow-Schule, die Claus-Jesup-Schule und die Astrid-Lindgren-Schule.

„Wir haben sie ausgesucht, weil sie ein besonderes Einzugsgebiet haben oder besondere Anforderungen an die Lehrtätigkeiten gestellt werden“, erklärt Vorsitzender Norbert Gelhart, der den Verein 2009 mit 13 weiteren Mitgliedern gegründet hat.

Über den Verein

57 Mitglieder hat der Verein „Licht am Horizont“, der seinen Sitz in Wismar hat, jedoch landesweit und darüber hinaus aktiv ist.

Der Verein kümmert sich zwar überwiegend um die Unterstützung und Begleitung von Kindern aus der Hansestadt, verfolgt jedoch unter anderem auch Projekte in Brandenburg Thüringen, der Schweiz und Österreich.

Der Verein wurde am 8. Januar 2009 für die Kinder von Wismar mit gerade einmal 14 Mitgliedern gegründet.

Michaela Krohn

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