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Wismar Im Löwe-Speicher in eine Erlebniswelt eintauchen
Mecklenburg Wismar Im Löwe-Speicher in eine Erlebniswelt eintauchen
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00:05 02.12.2017
Tauchen im 1935 errichteten Löwe-Speicher. Das wird die Hauptattraktion des neuen Vorhabens im Alten Hafen. Quelle: Foto: Heiko Hoffmann
Wismar

Die Wismarer Bürgerschaft hat dem Verkauf des Löwe-Speichers im Alten Hafen an eine Rostocker Investorengruppe zugestimmt. Damit ist eine große Hürde genommen für ein spektakuläres Projekt. Aus dem denkmalgeschützten Speicher soll ein Tauchzentrum mit Erlebniswelt werden.

Verkauft wurde das Gebäude an die Vitarc GmbH & Co. KG. Der Preis beträgt rund 410000 Euro und soll dem aktuellen Verkehrswertgutachten entsprechen. Geplant sind eine umfangreiche Sanierung und der Umbau des Speichers für ein Tauch- und Ausbildungszentrum, Hotellerie, Gastronomie und einen Tagungsbereich.

Seit über einem Jahr arbeitet die Projektträgergesellschaft mit der Hansestadt und Experten an dem Vorhaben. Mit Angaben zur Höhe der Investition hält sich Vitarc zurück. Im Gespräch sind jedoch rund 30 Millionen Euro.

Für Investor und Geschäftsführer Stan Seeler wird ein „touristischer Leuchtturm“ entwickelt. Mit dem innovativen Konzept wolle man „nicht nur qualitative Maßstäbe für zukunftsfähigen Tourismus in MV setzen, sondern mit der Wiederbelebung des Löwe-Speichers auch ein Stück unserer eigenen Heimatgeschichte bewahren“.

Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) ist positiv gestimmt: „Wir sind so dicht dran wie noch nie. So etwas hat keine andere Stadt. Das Projekt wird zu einer ganz anderen Belebung beitragen. Im Sommer wie im Winter.“ Im Rathaus macht sich Erleichterung breit, dass neben den Ferienwohnungen auch eine touristische Nutzung in den Alten Hafen kommt. Zustimmung zu dem Vorhaben kommt auch von den Linken.

Die Planungen zu dem Tauchzentrum seien überzeugend. „Damit wird endlich einmal ein Speicher einer größeren Gruppe der Bevölkerung zugänglich und nicht wieder in Ferienwohnungen umgewandelt“, so der stellvertretende Stadtvorsitzende Horst Krumpen.

Mit dem Wirtschaftsministerium soll es sehr erfolgversprechende Gespräche zwecks Förderung gegeben haben. Auch dafür war der Verkauf des Löwe-Speichers noch in diesem Jahr an die Investoren wichtig.

Nach OZ-Informationen sollen sich später rund 5000 Kubikmeter Ostseewasser auf sechs Tauchzonen verteilen. Außerdem sind zwei Liegeplätze im Außenbereich vorgesehen. Damit sollen Tauchgänge in der Ostsee ermöglicht werden. „Das wird ein richtiger Knaller“, ist Sebastian Megow, ebenfalls Geschäftsführer, überzeugt. Mit Details wolle er sich zum jetzigen Zeitpunkt zurückhalten. Letzte Punkte müssten noch geklärt werden. Anfang nächsten Jahres werde es absolute Klarheit geben, dann werde das Vorhaben umfassend vorgestellt.

Ein Indoor-Tauchzentrum im früheren Getreidespeicher – die Idee ist nicht neu. Die OZ hatte im Jahr 2010 von ähnlichen Plänen berichtet. Das Team von damals wurde auch jetzt mit einbezogen. Mit von der Partie ist nunmehr zum Beispiel auch das renommierte Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner aus Hamburg, das unter anderem den Hauptbahnhof in Berlin entworfen hat.

Nach Einschätzung von Fachleuten ist der Löwe-Speicher von allen Speichern im Alten Hafen am schwierigsten zu entwickeln. Denn der verklinkerte Betonbau hat keine Zwischendecken, dafür 71 senkrechte Schächte – jeder 20 Meter lang und 4,20 mal 4,20 Meter breit, und bisher keine Fensteröffnungen. Beim ersten Entwurf sollten in die Schächte Röhren hineingestellt und miteinander verbunden werden, um auf verschiedenen Ebenen tauchen zu können.

In Deutschland soll es 300000 bis 600 000 Freizeit- und Sporttaucher geben. Der Verband Deutscher Sporttaucher zählt rund 63000 Mitglieder. Die Tauchorganisation, organisiert im Deutschen Olympischen Sportbund, ist der Spitzenverband für Tauchsport. Weltweit gibt es jährlich etwa 1,7 Millionen Ausbildungen zum Gerätetauchen. Von diesem „Kuchen“ möchte sich Wismar eine kräftige Scheibe abschneiden. Allerdings setzt das Projekt nicht ausschließlich auf die Taucher.

Heiko Hoffmann

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