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Im Rathauskeller sollen Champignons wachsen

Wismar Im Rathauskeller sollen Champignons wachsen

Nachdem das Wismarer Denkmal als Touristenmagnet infrage gestellt wird, gibt es jetzt in der Verwaltung Überlegungen, dort eine Pilzzuchtanlage zu installieren

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Ronald Boelhuve vom Unternehmen „SBS Netherlands“ möchte den „Wismarer Ratspilz“ im Rathauskeller züchten. Die Firma will ihr Konzept der Hansestadt vorstellen.

Quelle: Nicole Hollatz

Wismar. Pilze statt Touristen! Für den historischen Rathauskeller und seine Ausstellung über die Wismarer Geschichte sind die Tage gezählt — die Ausstellung ist veraltet und nicht mehr zeigbar (die OZ berichtete ausführlich). Nun gab es erste Gespräche im Rathaus für eine alternative Nutzung. Ein Unternehmen aus den Niederlanden will den Keller pachten und dort edle Champignons züchten.

OZ-Bild

Nachdem das Wismarer Denkmal als Touristenmagnet infrage gestellt wird, gibt es jetzt in der Verwaltung Überlegungen, dort eine Pilzzuchtanlage zu installieren

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Der „Wismarer Ratspilz“ könnte dann neben Bier, Sekt und Hering ein neuer kulinarischer Exportschlager für die Hansestadt werden. Im Rathaus hält man sich noch bedeckt, das Unternehmen „SBS Netherlands“ sei an die Hansestadt herangetreten mit der Frage, ob der Keller für diesen Zweck pachtbar sei. Ansonsten könne man zu diesem Vorgang keine weitere Auskunft geben. Ronald Boelhuve von SBS gehörte zur Delegation des Unternehmens beim Besuch in Wismar. „Die klimatischen Bedingungen im Keller sind ideal für die Pilzzucht“, erklärt er.

Der Rathauskeller mit seiner historischen Malerei aus dem Mittelalter ist voll klimatisiert, um eben diese Malerei zu schützen. „Was will man mehr?“, schmunzelt der Fachmann. Alle drei bis vier Wochen könnten die Pilze geerntet werden. Ronald Boelhuve erklärt: „Man impft ein besonderes Substrat mit dem Pilzmyzel, das wird vorher auf Weizenkörnern bis zur Champignonbrut kultiviert.“ Während des Myzelwachstums müssen die klimatischen Bedingungen wie Temperatur, relative Luftfeuchte und Kohlenstoffdioxidgehalt genau überwacht und eingehalten werden und mit einem Computer gesteuert. „Diese Technik gibt es im Wismarer Rathauskeller bereits“, so Ronald Boelhuve. Das Unternehmen müsse nur noch in die Logistik investieren: Pflanzkästen und Bewässerungssystem.

„Das ist nicht viel, den Klimacomputer würden wir von der Stadt pachten oder ihr abkaufen“, hofft der Niederländer weiter. Die Stadt hofft derweil auf Pachteinnahmen, die die Kosten der Instandhaltung und Pflege des Kellers übersteigen. Das niederländische Unternehmen hat seit 78 Jahren Erfahrung im Anbau von Champignons. Manch einer der Biopilze in den hiesigen Supermärkten ist durch die Hände der Mitarbeiter von Ronald Boelhuve gegangen. Das Unternehmen erntet und verschickt pro Woche 50000 Kilogramm Champignons. Im Wismarer Rathauskeller wäre die Produktion übersichtlich. „Wir würden in diesem historischen Keller gerne zeigen, wie die Champignonzucht funktioniert, eine Art Erlebniszucht“, erklärt Ronald Boelhuve. Die Touristen könnten weiterhin in den Keller und die wertvollen Malereien dort bewundern, dazu den edlen Pilzen beim Wachsen zusehen. „Wenn die Stadt schnell zustimmt, könnten wir nächstes Jahr um diese Zeit eröffnen. Vier Wochen später wären die erste Ernte vom Wismarer Ratschampignon möglich.“ Den Namen hat sich das Unternehmen bereits schützen lassen. Ronald Boelhuve: „Dann gibt es vielleicht nach der Wismarer Heringswoche auch eine Wismarer Champignonwoche!“ Rezepte hätte er zur Genüge. Wie eine Blitzumfrage der OZ ergab: Die Gastronomen der Region freuen sich und würden die Wismarer Champignons gerne verarbeiten.

Rathauskeller

Die zweischiffige Halle mit ihrem Kreuzrippengewölbe unter dem Rathaus ist etwas Besonderes, nicht nur durch die historische Malerei.

Sie ist mit ihren 53 mal 17 Metern eine der größten mittelalterlichen Kelleranlagen Norddeutschlands. Der Keller soll aus dem Ende des 13. Jahrhunderts stammen. Er diente bereits als Tuchhalle, in der Gewandschneider ihre kostbaren Stoffe verkauften.

Beim Rathausbrand 1350 blieb der Keller verschont, er wurde als Weinkeller des Rates genutzt.

Zu DDR-Zeiten wurde er als Kohlelager genutzt, seit 1996 für eine Ausstellung.

Von Nicole Hollatz

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