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In freiem Tanz den eigenen Weg finden

Wismar In freiem Tanz den eigenen Weg finden

Mädchen und Jungen der Astrid-Lindgren-Schule probieren sich aus bei besonderer Projektwoche

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Abschlussrunde nach einer guten Stunde freiem Tanz. Coach Rene Schaap mit den Mädchen und Jungen der Astrid-Lindgren-Schule.

Quelle: Foto: Nicole Buchmann

Wismar. Die Augen geschlossen, tänzelt ein Junge durch den abgedunkelten Raum in der Astrid-Lindgren-Schule. Fließend in der Bewegung, sucht er sich seinen Weg hindurch durch Mitschüler und Lehrer. Rene Schaap beobachtet, was geschieht mit den Kindern. Der Tanzcoach lässt ihnen Freiraum, kein Schritt ist vorgegeben. Klaviermusik dirigiert die Körper. Jeden auf seine Weise.

OZ-Bild

Mädchen und Jungen der Astrid-Lindgren-Schule probieren sich aus bei besonderer Projektwoche

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„Wir waren begeistert von dem Projekt“, erzählt Schulleiterin Andrea Wieschmann von den Vorbereitungen. Musik und Tanz spielen ohnehin eine große Rolle an der Schule für Kinder mit Behinderung. Eine Etage höher beispielsweise üben andere Schüler gerade Discofox und Volkstanz – damit sie bei der anstehenden Jugendweihe eine gute Figur machen auf der Tanzfläche.

Den sogenannten 5 Rhythmen- Tanz darf in dieser Woche jede Klasse ausprobieren. Vom Fließen über das Staccato und Chaos hin zum Lyrischen und zur Stille führt dabei die Musik. „Erst sind die Schüler noch in einer Reihe durch den Raum gelaufen – wie die Entchen. Und dann hat jeder seinen eigenen Weg gefunden“, erzählt Lehrerin Iris Lenz. Mit den unterschiedlichen Musikstilen hätten auch die Bewegungen gewechselt, die Kinder das offen ausgelebt. „Im Gegensatz zu uns Erwachsenen“, sagt Lenz grienend. „Uns ist es da fast noch schwerer gefallen, uns beim freien Tanz zu öffnen.“

Unten im Raum wechselt Rene Schaap die Musikrichtung. Die Beats werden schneller. Ein rhythmisches Stampfen, das sich auf die Mädchen und Jungen überträgt. Sie juchzen und lachen, lassen ihrem Körper freien Lauf. „Rockige und ruhige Musik – das war gut!“, ruft Alex. Elias erzählt, dass er bei vielen Liedern entspannen konnte. Und Justin freut sich, dass er mit Lucy getanzt hat. Die wiederum mochte das Drehen und dass sie die Hüften schwingen konnte. Auf einem der Bilder, die die Schüler nach dem Tanzen malen, ist denn auch zu lesen: „Der Tag heute war cool“. „Es war die Freude zu spüren. Die Freude am Tanzen, die Freude am Zusammensein“, sagt Wieschmann.

Es ist das erste Mal, dass die Lindgren-Schule in dieser Form eine Projektwoche durchführt. Nach Tanz und Malen kommen die Mädchen und Jungen im Töpferraum zusammen. Dort arbeitet Künstlerin Martina Weiß mit ihnen an großflächigen Filzvliesen. Die sollen später die Fenster in den Gängen des Schulgebäudes dekorieren.

Morgen geht die Projektwoche an der Lindgren-Schule zu Ende. Und noch einmal kann gemeinsam getanzt werden. Dann wird Rene Schaap zu Beginn wieder rufen: „Schneller! – „Andere Richtung!“ – „Nur die Mädchen!“ – „Steh’ still!“.

Rhythmen nach Gabrielle Roth

Die 5 Rhythmen als Tanz- und Bewegungsform hat die US-Amerikanerin Gabrielle Roth konzipiert. Die einzelnen Rhythmen – „Flowing“, „Staccato“, „Chaos“, „Lyrical“ und „Stillness – folgen dem Bild einer Welle. Ziel ist es, den Tänzer in jedem hervorzulocken – unabhängig von Erfahrung, Alter oder Fitness. Über den Tanz sollen die eigenen Wahrnehmungen zum Ausdruck gebracht werden.

Die Astrid-Lindgren-Schule in Wismar-Wendorf ist eine Ganztagsschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Träger ist die Wismarer Werkstätten GmbH. Unterrichtet wird in vier Klassenstufen, die in der Regel jeweils drei Jahre lang durchlaufen werden. Neben Grundschullehrern und Sonderpädagogen kümmern sich auch Ergotherapeuten und Heilerzieher um die Mädchen und Jungen.

Nicole Buchmann

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