Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Integrationsspiel auf Deutsch-Arabisch

Wismar Integrationsspiel auf Deutsch-Arabisch

Wismarer und Syrer bringen Memory heraus / Erste 750 Exemplare gehen bundesweit an Helfer und Vereine

Voriger Artikel
Kita „Wiki“ mit 20 Kindern gestartet
Nächster Artikel
Integrationsspiel auf Deutsch-Arabisch

Das Begriffspaar zum Thema Tradition: Das deutsche Weihnachten entspricht dem arabischen Zuckerfest – es gibt viel Süßes und Geschenke.

Wismar. Kreative aus der Hansestadt und aus Syrien bringen gemeinsam ein deutsch-arabisches Integrationsspiel heraus. Entwickelt hat es Kassem el Laham, Designer aus Damaskus. „Paaraby“ heißt das Memoryspiel, das deutschlandweit Aufmerksamkeit erregt.

OZ-Bild

Wismarer und Syrer bringen Memory heraus / Erste 750 Exemplare gehen bundesweit an Helfer und Vereine

Zur Bildergalerie

64 Karten setzen deutsche Kultur, Begriffe und Traditionen den arabischen Entsprechungen gegenüber. Die Karten zeigen die Unterschiede und die Gemeinsamkeiten, lassen gemeinsam lachen und staunen.

Oder klären auf.

Sieben Monate ist es her, dass Kassem el Laham vom Wismarer Projekt „Integration à la Carte“ hörte. Der Flüchtling aus Syrien ist begeistert und will mitmachen. Er nimmt Kontakt auf mit der Ideengeberin Franka Severin von der Wismarer Marketing-Agentur „Lachs von Achtern“. Kassem el Laham will sich einbringen.

„Ich komme aus Damaskus und möchte bei euch ein Praktikum machen“, gibt Franka Severin schmunzelnd das wieder, was Kassem el Laham gesagt haben würde, wenn er schon deutsch gesprochen hätte. Das konnte er (noch) nicht, das Praktikum machte er trotzdem. Franka Severin suchte ein Projekt für den Designer, das einerseits zeigen würde, was er kann und wo andererseits die Sprachbarriere nicht so sehr ins Gewicht fallen würde.

Mittlerweile spricht Kassem el Laham fast fließend deutsch und versteht alles.

Die erste Serie seines Memoryspiels reiste über die sozialen Medien um die Welt. „Auf einmal kamen fünf bis zehn Anfragen am Tag zum Spiel, sogar aus dem Allgäu. Es kamen Nachfragen, ob es das auch in anderen Sprachen gibt oder beispielsweise für bestimmte Berufsgruppen wie den Gastrobereich“, erzählt Franka Severin. Die Ehrenamtler wurden überrannt.

Inzwischen hat „Paaraby“ eine professionelle Website (www.paaraby.de), derzeit werden die ersten 750 Spiele deutschlandweit ausgeliefert. 25 bleiben in Wismar, die Egger Holzwerkstoffe haben sie gesponsert. Petra Held und ihr Frauensprachcafé von den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten (IJGD) erhalten die Spiele. Einmal pro Woche treffen sich die Frauen aus aller Herren Länder zum gemeinsamen Sprechen, zum Deutsch lernen, Nähen und anderen Handarbeiten (die OZ berichtete).

Beim Probespiel des Memorys ist die erste Stunde schnell vorbei. Franka Severin, Petra Held, Kassem el Laham, Kristin Fibian von der Rostocker Druckerei Adiant und Jürgen Buck von Egger als Unterstützer kommen ins Gespräch bei den Kartenpaaren. Was verbirgt sich hinter dem arabischen „Zuckerfest“? Und wieso passt es zum deutschen Weihnachten? „Das Zuckerfest kommt nach dem Fastenmonat Ramadan. Das ist ein großes Fest, die Kinder bekommen viele Süßigkeiten“, erklärt Kassem el Laham. „Also wie unser Ostern?“, fragt Kristin Fibian nach. „Das ist das einzige Fest mit Geschenken für die Kinder, deswegen der Vergleich zu Weihnachten“, weiß Petra Held.

Die Lieblingsspeise der Deutschen ist die Kartoffel, in vielen arabischen Regionen ist es der Hummus, ein würziger Kichererbsenbrei. Der muslimische Mathematiker, Optiker und Astronom Ibn al-Haytham als Erfinder der Lupe und damit der Brille steht neben dem deutschen Erfinder der Buchdruckkunst, Johannes Gutenberg. Amüsant ist das Kartenpaar zu den unbeliebten Berufen: in Deutschland die Politesse, im arabischen Raum der Gesundheitsinspektor. „Weil der den Laden sofort zumacht, wenn er was findet!“, begründet Kassem el Laham und lacht. Der Lieblingssport der Deutschen? Fußball.

„Und in Syrien?“, fragt Jürgen Buck. „Natürlich auch Fußball!“, sagt Kassem el Laham.

„Das Spiel ist ein Vehikel, ein Hilfsmittel, um den Menschen die Möglichkeit zu geben, sich auszutauschen“, sagt Franka Severin. Der Plan geht auf. „Mit so einer Karte in der Hand kann man ein Gespräch beginnen“, meint Petra Held und freut sich auf die kommenden Freitage in ihrer Frauensprachgruppe.

Ein Non-Profit-Projekt

Das Spiel wurde als „Non-Profit-Projekt“ ins Leben gerufen – professionelles Ehrenamt für die gute Sache. Das Layout haben die Fachleute der Wismarer Marketing-Agentur „Lachs von Achtern“

gesponsert, die Internetseite das Wismarer Unternehmen „Click Solution“. Dort kann das Spiel zu den reinen Druckkosten bestellt werden. Firmen haben die Möglichkeit, ihr Logo auf die Verpackung drucken zu lassen und so beispielsweise Ehrenamtlern und Vereinen aus dem Bereich Integration das Spiel zur Verfügung zu stellen.

Alles Non-Profit: Das Unternehmen „Wieners+Wieners“ aus Ahrensburg bei Hamburg hat die Übersetzungen gemacht, die Rostocker Druckerei Adiant druckt.

Nicole Hollatz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Greifswald
Lukas Bark (19) freut sich auf den Start morgen. Der Fachangestellte für Bäderbetriebe hat ausgelernt und wurde übernommen.

Ab September zahlen Badelustige für anderthalb Stunden nur 5,90 Euro statt den vollen Tagespreis

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Wismar
Verlagshaus Wismar

Mecklenburger Straße 28
23966 Wismar

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag 10.00-17.00 Uhr
Freitag 10.00-16.00 Uhr

Leiterin Lokalredaktion: Kerstin Schröder
E-Mail: wismar@ostsee-zeitung.de
Telefon: 0 38 41 / 415 65

Ticket- und Anzeigenverkauf: 03841 / 41550.

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.