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Wismar Intelligent, schräg, böse

Knapp 200 Gäste bei der zweiten Wismarer Lachnacht / Fünf Comedians sind dafür „ans Ende der Welt“ gereist

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Die Akteure der zweiten Wismarer Lachnacht (v.l.): Maxi Gstettenbauer, Lutz von Rosenberg-Lipinski, David Werker, Fatih Cevikkollu und Ole Lehmann.

Quelle: Nicole Hollatz

Wismar. Er ist schon ein Original: Ole Lehmann lockte am Freitag Abend knapp 200 Gäste zur zweite Wismarer Lachnacht ins Theater der Hansestadt. Mit dabei seine Comedian-Kollegen Fatih Cevikkollu, Lutz von Rosenberg-Lipinski, David Werker und Maxi Gstettenbauer – der angekündigte Marek Fis war erkrankt.

Böse, politisch unkorrekt, intelligent – der Humor kam an, das Lachen der Gäste war definitiv bis vor den Mauern des Theaters zu hören. Angefangen mit Ole Lehmann: „Ich bin homosexuell und suche noch einen Tagesabschlussgefährten!“ – Lacher bei den Frauen im Publikum. „Ich bin Fatih Cevikkollu, das ist türkisch und heißt auf deutsch Fatih Cevikkollu“, stellte der zweite Comedian des Abends sich vor. Er spielte mit Klischees zwischen den steifen Deutschen, dem Gemüse-Ali, der nur so gebrochen Deutsch spricht, weil das den Umsatz steigert. Und der türkischen Mutti: „Klein und gut sichtbar im grauen Zelt mit bunten Kopftuch, damit du weißt, wo oben ist“, zeigte er mit weit ausgestreckten Armen. Die, die beim politisch nicht korrekten Witz nicht lachen konnten, nahm er gleich genauso auf die Schippe. „Der politisch korrekte Lacher: der Lacher kommt, aber du unterdrückst ihn, weil du willst besser sein als du bist!“ Ein augenzwinkernder Appell gegen eben diese Vorurteile und die stereotypen Bilder im Kopf: „Wenn ich im Osten bin, bin ich kein Kanake, da bin ich ein Wessi. Ich weiß gar nicht, was schlimmer ist!“

Die fünf Comedians mit ihren verschiedenen Stilen und Themen bescherten den Wismarer Gästen höchst unterhaltsame zwei Stunden. David Werker: „Meine Pflanzen sind nicht tot, sie wachsen nur knusprig!“

Lutz von Rosenberg-Lipinski als Beobachter des Alltags über seine Zugfahrt nach Wismar: „Um so näher man kommt, um so langsamer und leerer wird der Zug. Da kommen Zweifel auf. Ist das das Ende der Welt?“ Maxi Gstettenbauer: „Stell dir vor, du bist Bestatter und dir läuft ein Kunde weg!“

Im November 2017 wird es übrigens die dritte Wismarer Lachnacht geben.

Nicole Hollatz

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