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Intensive Momente beim Fest der Demokratie am Alten Hafen

Wismar Intensive Momente beim Fest der Demokratie am Alten Hafen

Verbände, Vereine und Vertreter der Bürgerschaft luden in Wismar zum Dialog ein / Das Motto lautete „Neugierig. Tolerant. Weltoffen“

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Judith Exner (7) und Amir Balouchi (10) beim gemeinsamen Seifenblasenmachen. Amir kommt aus dem Iran und lebt seit fünf Jahren in Deutschland. Fotos (4): Nicole Hollatz

Wismar. Unter dem Motto „Neugierig. Tolerant. Weltoffen“ fand am Sonnabend das fünfte Fest der Demokratie am Alten Hafen statt. Die Fraktionen der Wismarer Bürgerschaft hatten ihre Stände aufgebaut und boten Kuchen, Popcorn, Kugelschreiber, Luftballons, Lollis und die Möglichkeit zu Gesprächen. Dazu präsentierten sich Vereine und Verbände, beispielsweise das Bündnis „Wismar für alle“, der Flüchtlingsrat, die Arbeiterwohlfahrt, der Verein „dot.kom“ (Abkürzung für Demokratie, Orientierung, Teilhabe und Kommunikation), die Polizei und die Jugendlichen vom Waterkant-Festival.

OZ-Bild

Verbände, Vereine und Vertreter der Bürgerschaft luden in Wismar zum Dialog ein / Das Motto lautete „Neugierig. Tolerant. Weltoffen“

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Mit kleinen Mitmach-Aktionen und einem bunten Programm auf der großen Bühne sollten die Menschen gelockt werden. Die Resonanz war jedoch verhalten. Benedict Benson rief über das soziale Netzwerk Facebook zum Boykott des Festes auf, weil die AfD nicht auf dem Fest präsent sein durfte – mit Demokratie habe das nichts zu tun. Viele Wismarer reagierten, beispielsweise mit: „Was hat dort eine Gruppierung verloren, die die Werte des Festes nicht vertritt?!“

Aber es lag wohl eher am Strandwetter nach der langen Zeit des grauen Himmels, dass der Besucherzulauf gering war. Dafür war das, was man an den Ständen erleben konnte, umso intensiver. Monika Frense aus Westfalen ging sofort an den Stand des Vereins „Nebenan in Afrika“ aus Schwerin. Arafat Ourobou Tehakpedeou, ein gebürtiger Togolese, war ihr Ziel. „Ich sammle das Wort Danke in den verschiedensten Sprachen“, erklärte sie. Aber Monika Frense googelt die Wörter nicht, sondern spricht die Menschen an, fragt, wo sie herkommen, kommt mit ihnen ins Gespräch und schreibt auf kleinen Zettelchen mit. 185 Mal kann sie so „Danke“ in verschiedenen Sprachen über den ganzen Globus sagen, auch in Sprachen, von denen sie vorher noch nie etwas gehört hatte. Mittlerweile kommt es immer öfter vor, dass sie nach der Frage nach dem Herkunftsland schon das „Danke“ in der jeweiligen Landessprache weiß. „Die Menschen strahlen richtig, wenn ich sie dann in ihrer Sprache anrede“, sagte Monika Frense schmunzelnd.

Viele kleine Begegnungen, die so ein Fest ausmachen. Maher Souriti, 28 Jahre alt und Flüchtling aus Syrien, sprayte „Ich liebe Wismar“ auf Arabisch auf eine Leinwand. Judith Exner (7) und Amir Balouchi (10) machten zusammen Seifenblasen, Amir kommt aus dem Iran und lebt seit fünf Jahren in Deutschland. Auf der Bühne spielten die Kinder des Orchesters der städtischen und der evangelischen Musikschule gemeinsam. „Roush & Keyella“ alias Ronald Lonkowsky und Duncan O’Ceallaigh lockten mit elektronischen Klängen, die am späten Nachmittag mit der „Spielwiese 7“ noch bassintensiver wurden.

Nicole Hollatz

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