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Jamel: Dorfgemeinschaft geht in die Offensive

Jamel/Grevesmühlen Jamel: Dorfgemeinschaft geht in die Offensive

Polizei und Szene-Experten warnen vor einer Verharmlosung der Veranstaltungen in Grevesmühlen und Jamel

Jamel/Grevesmühlen. Die Dorfgemeinschaft Jamel lädt zum Maifest. Am 30. April, so heißt es in der Ankündigung, gibt es ab 15 Uhr Musik und Unterhaltung. Und: „Das Maifest ist ausdrücklich als unpolitisch anzusehen. Wir wollen Ihnen mit diesem Schreiben mitteilen, dass unser Maifest kein Parteifest, kein Rechtsrockkonzert und auch keine sonstige NS-Kulturveranstaltung sein wird. Es werden weder einschlägige Bands noch Redner auftreten.“ Aufgesetzt hat die Einladung Sven Krüger, der Kopf der Dorfgemeinschaft, die seit Jahrzehnten durch ihren rechten Hintergrund immer wieder in den Schlagzeilen landet. Jamel, das ist inzwischen nicht nur ein Dorfname, Jamel ist ein Begriff, bundesweit.

Veranstaltungen gibt es immer wieder in Jamel, jedes Mal ist die Polizei mit einem massiven Aufgebot vor Ort. Geht es nach Sven Krüger, ist das beim bevorstehenden Maifest nicht nötig. „Es muss auch nicht sein, dass die Kinder jedesmal auf schwerbewaffnete Polizisten treffen.“ Die Polizei sieht das anders. Unpolitisch, so heißt es, sei in Jamel keine einzige Veranstaltung. Zu sehr sei ein Teil der Bewohner mit der rechten Szene verwachsen. Vor allem Sven Krüger selbst.

Auch Andrea Röpke, Journalistin und Expertin für die rechte Szene, warnt vor einer Verharmlosung der Veranstaltung. „Natürlich steckt Kalkül dahinter, wenn zu einem ganz normalen Maifest aufgerufen wird“, sagt sie. „Es gibt gute Gründe, weshalb sich die Organisatoren plötzlich weltoffen geben. Zu trauen ist ihnen nicht.“ Sie geht sogar noch einen Schritt weiter. „Tanzveranstaltungen sind wichtiger Teil der Nationalen Gegenkultur und des eigenen Brauchtums.“

Sven Krüger kennt die Vorwürfe. „Aber aus der Politik halte ich mich raus“, sagt der Abriss-Unternehmer. Einige Zeit saß er im Kreistag, bis eine Gerichtsverhandlung und eine anschließende Haftstrafe seine kommunalpolitische Laufbahn beendeten. Waffenbesitz und Hehlerei lautete damals die Anklage. Das Polizeiaufgebot hält Krüger für übertrieben. In seiner Ankündigung für das Maifest fordert er, dass die Anzahl der Beamten gering gehalten werden soll. Dass das passiert, ist mehr als unwahrscheinlich. Denn die Erfahrungen der Ermittler und des Staatsschutzes aus den vergangenen mehr als 25

Jahren zeigen, dass in Jamel andere Regeln herrschen.

Und nicht zuletzt dürfte Familie Lohmeyer, erklärter Gegner der Dorfgemeinschaft Jamel, auf Polizeischutz bestehen. Zwar ist bis heute ungeklärt, wer im vergangenen Sommer die Scheune der Lohmeyers angezündet hat. Für das Künstlerehepaar steht fest, woher die Täter kommen.

Von M. Prochnow

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