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Wismar „Jede Eheschließung ist besonders“
Mecklenburg Wismar „Jede Eheschließung ist besonders“
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00:01 25.10.2017
Die Leitende Standesbeamtin Lisa Treumann (hinten r.) mit ihren Kolleginnen Birgit Anderson (hinten l.), Nina Berg (vorn l.) und Bärbel Szczepanski. Quelle: Foto: Babett Alsleben

22 Jahre jung ist Lisa Treumann und seit Mitte September Leiterin des Wismarer Standesamtes. Ist ihr Name ein gutes Omen für die Hochzeitspaare, die sie traut? „Darauf hat mich noch niemand angesprochen“, sagt die junge Frau lächelnd. 15 Eheschließungen hat sie bisher vorgenommen.

Aufgeregt ist sie jedes Mal. „Man redet ja zum Teil vor vielen Menschen. Aber wenn das Brautpaar und die Gäste im Trauzimmer sind und ich anfange zu reden, dann ist meine Aufregung verflogen“, erzählt sie. Und gesteht: „Meine erste Rede kam mir ewig vor.“

Jede Eheschließung sei besonders. Schon deshalb, weil die Menschen verschieden sind, die Charaktere unterschiedlich, ihre Geschichten und auch die Umstände, warum und wie sie den Bund fürs Leben schließen wollen. Manche heiraten, weil sie Eltern werden. Andere leben schon 20 Jahre zusammen, ehe sie sich trauen. Oder Paare wollen sich „einfach nur zusammenschreiben“ lassen. Einige mögen’s sehr festlich, für andere ist es ein normaler Verwaltungsakt. „Ich freue mich über jedes Paar, das sich trauen lässt“, erzählt die junge sympathische Frau.

Außerdem verlaufe jede Eheschließung anders. „Manchmal sollen die kleinen Kinder des Paares die Eheringe zum Aufstecken bringen. Plötzlich trauen sie sich aber nicht oder wollen das nicht mehr machen“, erzählt Lisa Treumann eine Anekdote. „Es gibt Trauungen, die vergisst man nicht.“

Sie freut sich, wenn die Frischvermählten und Gäste zufrieden sind und sich im Anschluss bedanken. „Wir tragen mit der Eheschließung dazu bei, dass der Tag für die Paare etwas Besonderes ist.“ Im Wismarer Standesamt nimmt jede der vier Mitarbeiterinnen Trauungen vor. Eine fünfte Stelle ist derzeit ausgeschrieben.

Mit dem Standesamt verbindet jeder zuallererst Eheschließungen. „Dabei sind sie nur ein Teil unserer vielfältigen Aufgaben. Daneben führen wir beispielsweise das Geburts- und das Sterberegister. Und trotz der Ehe für alle führen wir auch das Lebenspartnerschaftsregister fort“, berichtet die Leitende Standesbeamtin.

Besonders spannend sei es, wenn sie komplizierte Fälle mit Auslandsbezug recherchieren oder Geburtseinträge in alten Registern suchen muss. „Die werden zum Beispiel in der Ahnenforschung gebraucht und auch im Rahmen der Amtshilfe zur Beurkundung eines Todesfalls“, erläutert Lisa Treumann. „Geburtsregister von früher sind in alter deutscher Schrift geschrieben, die ist für uns Jüngere nicht leicht zu lesen.“

Die Mischung aus Kontakt zum Bürger und dem nahen Arbeiten am Gesetz ist es, was die Verwaltungsexpertin an der Arbeit im Standesamt gereizt hat. Nach dem Abitur in Neukloster und ihrer dualen Ausbildung in der Wismarer Stadtverwaltung mit Bachelorstudiengang an der Fachhochschule Güstrow für den gehobenen Dienst war Lisa Treumann zunächst in der Personalabteilung eingesetzt. „Ich fand das Standesamt schon immer interessant. Als die Stelle ausgeschrieben war, hab ich die Chance ergriffen.“

Freiwillig besuchte sie ein Seminar an der renommierten Akademie für Personenstandswesen im hessischen Bad Salzschlirf. „Eine gute Entscheidung, um in dieser Tätigkeit sattelfest zu werden“, schätzt sie ein. „In zwei Wochen bekam ich nicht nur kompakt das Wissen für Standesbeamte vermittelt, sondern konnte von den Erfahrungen der Standesbeamten aus ganz Deutschland lernen.“

Obwohl seit sechs Jahren glücklich verliebt, werden für Lisa Treumann noch nicht die Hochzeitsglocken läuten. „Fürs Heiraten bin ich noch zu jung“, meint sie lächelnd, „aber nicht fürs Verheiraten.“

In ihrer Freizeit leitet sie als Trainerin die Jüngsten in der Wismarer TSG-Turnabteilung an, die Ein- bis Dreijährigen.

Haike Werfel

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