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Wismar Jugendliche drehen Film, um Kirchen-Altar zu restaurieren
Mecklenburg Wismar Jugendliche drehen Film, um Kirchen-Altar zu restaurieren
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00:00 28.08.2018
Der Förderkreis St. Georgen zu Wismar stellt in der Heiligen-Geist-Kirche das Projekt Martin-Georg-Altar vor, für dessen Restaurierung Spendengelder eingeworben werden. Quelle: Fotos: Heiko Hoffmann (2), Cornelia Roxin
Wismar

Unter dem Motto „Bilder bewegen mehr als 1000 Worte“ drehen Wismarer Jugendliche in den nächsten Monaten zum Martin- Georg-Altar einen kurzen Film. Auf diesem Weg soll Geld für die dringenden Sanierungsarbeiten eingeworben werden.

Erstes Treffen am Freitag / Förderkreis St. Georgen wirbt Geld ein

Das erste Treffen interessierter Jugendlicher findet am Freitag, 31. August, um 17.30 Uhr in der Martin-Georg-Kapelle der Heiligen-Geist-Kirche statt. Eingeladen sind Jugendliche im Konfirmations- oder Firmungsalter der evangelischen und katholischen Kirche. „Wir glauben, dass ein solcher Weg in unterschiedlicher Hinsicht sehr zielführend und interessant sein kann. Und die beteiligten Jugendlichen erwerben dabei außerdem Kompetenzen beim Umgang mit dem Medium Film. Selbstverständlich sind auch Jugendliche unserer Stadt eingeladen, die bisher keine Berührung mit dem Thema Glauben oder Kirche hatten“, so Tom Brüggert, stellvertretender Vorsitzender des 1987 gegründeten Förderkreises St. Georgen zu Wismar.

Der Förderkreis hat es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, die Restaurierung von Kunstschätzen in Wismar zu unterstützen. Ein Projekt ist die Restaurierung des Martin-Georg-Altars. Dieser steht in der Winterkirche von Heiligen Geist. Ursprünglich stammt der Altar aus St. Georgen. Doch nach Bombenabwürfen im Zweiten Weltkrieg und Zerstörungen bei St. Georgen kam der Altar in die Heiligen-Geist-Kirche.

Die Figuren des Altars sind mittlerweile restauriert, aber die Maltafeln befinden sich noch in einem schlechten Zustand. Brüggert: „Hier herrscht dringender Handlungsbedarf, da bereits einige Schäden an den Tafeln irreparabel sind.“

Zur Deckung der fehlenden Sanierungskosten in Höhe von etwa 65000 Euro geht der Förderkreis einen neuen Weg. Bei der Finanzierung dieses Projektes soll ein sogenanntes Crowdfunding in Angriff genommen werden. Bei dieser Gruppenfinanzierung soll das Problem über unterschiedliche Medien an einen großen Personenkreis herangetragen werden. „Jeder hat die Möglichkeit, sich mit dem Projekt und den handelnden Menschen zu identifizieren und eventuell einen entsprechenden kleinen Obolus zu leisten“, erläutert Tom Brüggert.

Zum Auftakt entsteht ein Kurzfilm über den Altar und dessen Restaurierung. Realisiert wird dies gemeinsam mit den Wismarer Kirchengemeinden und dem Filmbüro Wismar.

Finanzielle Unterstützung erfährt das Filmprojekt durch die evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Wismar, die Katholische Gemeinde, die Hansestadt Wismar und die Kulturstiftung der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest. Brüggert: „Um das Filmprojekt und die spätere Restaurierung der Maltafeln zu realisieren, wäre eine weitere finanzielle Unterstützung sehr erfreulich.“

Der wahrscheinlich in Wismar angefertigte Martin-Georg-Altar aus dem 16. Jahrhundert, der aufgrund der filigranen Schnitzarbeiten zu den wertvollsten in Norddeutschland zählt, stand einst im südlichen Seitenjoch der Wismarer Georgenkirche. Pastor Robert Lansemann hatte ihn Anfang 1946 aus dem zerstörten Gotteshaus in die Heiligen-Geist-Kirche umsetzen lassen. 1999 war der Schnitzaltar wegen fortgeschrittener Schäden konserviert und abgebaut worden. Seit Pfingsten 2014 steht der restaurierte Mittelschrein des Altaraufsatzes wieder im „Raum der Stille“ in Heiligen Geist.

Die Wismarer Restauratorin Annette Seiffert hält den Altar für ein künstlerisch besonders wertvolles Werk: „Die Schnitzereien sind absolute Spitzenklasse. Es lohnt sich, den Altaraufsatz genauer anzuschauen und zu entdecken, welche Geschichten sich hinter dem Holz verbergen.“

Nun sind Arbeiten an den sehenswerten und detailreichen, aber teilweise nur fragmentarisch erhaltenen Maltafeln des Schnitzaltars, die das Leben der heiligen Maria zeigen, vorgesehen.

Heiko Hoffmann und Norbert Wiaterek

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