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Wismar Jugendliche zeigen ihre Drachen-Version
Mecklenburg Wismar Jugendliche zeigen ihre Drachen-Version
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00:16 15.06.2018

Seit drei Jahren gibt es die Kooperation mit der Großen Stadtschule „Geschwister-Scholl-Gymnasium“ und den Klassikertagen beziehungsweise ihrem Trägerverein Festspiele Wismar. Im letzten und vorletzten Jahr konnten die Stadtschüler ihre Version von Goethes Faust auf der großen Bühne in St. Georgen zeigen. Das klappt in diesem Jahr mit dem neuen Stück „Der Drache“ nicht – die Ferien sind zu früh. Aber am 21. und 22. Juni jeweils um 19 Uhr führen die Schülerinnen und Schüler des Unterrichtsfachs Ensemble das Stück als Mischung von Schauspiel, Livemusik, Chorgesang und Tanz in der Aula der Großen Stadtschule auf. Und sehen sich später die Version der Profis an.

Auftritt in Aula der Großen Stadtschule / Mehr als 80 Schüler agieren auf und hinter der Bühne

Theater im GSG: Eintritt frei

Der Eintritt für die Schülervorstellungen ist frei, Reservierungen unter kgilles@altschuelerschaft-wismar.de oder ☎ 03841/282732.

Bei den Profis ist am 5. Juli Premiere. Es gibt 13 Vorstellungen. Karten sind im OZ-Service-Center Wismar, Mecklenburger Straße 28, erhältlich. Mit der Abo-Karte gibt es sie günstiger.

„Das Stück ist ein Parabel auf jede Diktatur, die der Nazizeit und die von Stalin“, erklärt Ronja-Marie Strautz. Die 16-Jährige spielt den Drachen, also die Figur, die mal in menschlicher Form und mal als Bestie eine ganze Stadt unterdrückt und jährlich eine Jungfrau als Tribut verlangt. Mal steht sie im edlen Mantel auf der Bühne – nur die gruseligen Handschuhe verraten das Monster. Mal trägt sie die Drachenmaske. „Aber es ist auch eine Art Märchen – der Ritter rettet die Prinzessin“, erklärt sie weiter zum Stück von Jewgeni Schwarz (1896-1958). Entstanden im Jahr 1943 und unter Stalin verboten, konnte das Stück erst 1961 im polnischen Nowa Huta uraufgeführt werden. „Lanzelot versucht Elsa zu retten", erzählt der weibliche Drache Ronja-Marie weiter. Elsa alias Pia Mehnert (16) antwortet: „Aber ich werde wieder geopfert.“

Das Stück ist in einer Welt voller Konflikte heute aktueller denn je. „Es gibt so viele Diktaturen auf der Welt, so viele Länder ohne Pressefreiheit und Menschenrechte, mit Tyrannen, wie dem Drachen an der Spitze“, zieht Ronja-Marie die aktuellen Bezüge. „Das Stück soll zum Nachdenken anregen über diese Diktatoren und Machthaber.“ Mattes Pasenau (16) spielt den Lanzelot, den unerschrockenen Helden und Drachentöter. Er lacht: „Mit meinen langen Haaren bin ich irgendwie immer der Prinz. Lanzelot ist der Held, aber er ist auch sehr arrogant und lässt Elsa allein bei den neuen Machthabern.“

Größter Diener und Speichellecker des Drachen ist der Bürgermeister. Michel Wicke (16) spielt ihn, geht in der Rolle des ziemlich verrückten und innerlich gespaltenen Politikers sichtlich auf. „Ich steh’ auch irgendwann in einer Zwangsjacke auf der Bühne“, verrät er schon mal. Ronja-Marie wiederum lacht und sagt: „Darauf freuen wir uns alle!“

Gut 80 Schülerinnen und Schüler agieren vor, auf und hinter der Bühne unter Leitung von Musiklehrerin Svenja Kochems und Kriemhild Gilles, die jahrzehntelang die gute Seele im Schulsekretariat war und sich ehrenamtlich in der Schule und bei den Klassikertagen engagiert. Sie ist die Schnittstelle zu den Profis in Sankt Georgen, hat sich bei der Kostümbildnerin beispielsweise Tipps für die Schüler geholt.

Nicole Hollatz

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